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5 Dinge, die dafür sprechen, dass Frauenfußball mehr Aufmerksamkeit verdient

Die EM 2021 läuft momentan und das erste paneuropäische Turnier begeistert die Fußballfans auf der ganzen Welt. Das große europäische Turnier sorgt für großen Zulauf bei den Anbietern von Sportwetten, denn die Fans wollen neben dem Schauen eines Spiels auch noch einen monetären Vorteil daraus ziehen. Dies trifft auch auf die Frauenfußball-EM im nächsten Jahr zu, die in England stattfinden wird.

Aber dabei fällt sofort auf, dass Frauenfußball viel unbeliebter ist als der Sport bei den Männern. Zu sehen ist dies schon alleine an den Stadien, die für die Frauen-EM in England ausgewählt wurden. Diese sind fast alle kleiner als die Stadien, in denen die Männer momentan spielen. Nur das Finale wird wie auch bei den männlichen Fußballern im Wembley Stadion stattfinden. Dabei kommt die Frage auf, warum dies so ist und warum der Frauenfußball im Allgemeinen nicht genauso viel Aufmerksamkeit bekommt wie der Männerfußball.

In der heutigen Gesellschaft und vor allem in mittel- und westeuropäischen Ländern steht die Gleichberechtigung der Frau ganz oben auf der politischen Agenda und in vielen Bereichen gibt es Frauenquoten, die dafür sorgen sollen, dass Frauen mit gleichem Anteil wie Männer in Aufsichtsräten vertreten sind. Warum sollte also der Frauenfußball nicht genau so viel Aufmerksamkeit bekommen wie der Männerfußball?

Der Sport bleibt derselbe

Fußball ist Fußball, ganz egal von wem er gespielt wird. Frauenfußball kann genauso begeisternd sein wie Männerfußball – der Sport ist derselbe. Doch sind die Möglichkeiten einer tollen Karriere für Frauen deutlich schwerer als für Männer. Die Regeln gelten für beide Geschlechter genau gleich, was dazu führt, dass auch das Spiel genau dasselbe ist.

Auch wenn es einen minimalen qualitativen Unterschied gibt, so ist dies kein Grund, warum man keinen Frauenfußball schauen sollte. Viele Menschen, die vom Fußball begeistert sind, schauen sich ihren Lieblingsverein auch in der vierten Liga an, wo die Qualität definitiv schlechter ist als in den obersten drei Profiligen, warum sollten sie sich also nicht auch Frauenfußball anschauen.

Gleichberechtigung auch im Sport

Der Frauenfußball verdient mehr Aufmerksamkeit, weil Frauen auf allen Ebenen gleichberechtigt sein müssen. Das gilt genauso für sportliche Events wie auch im Arbeitsleben. Die EM der Männer wird immer in den öffentlich rechtlichen Sendern übertragen, wohingegen der Frauenfußball hier noch keine wichtige Rolle spielt. Die öffentlich-rechtlichen Sender könnten daran etwas ändern, indem sie einfach auch die EM der Frauen übertragen.

Würden sie die Frauenfußball-EM 2022 übertragen, dann sähen mehr Menschen diesem sportlichen Großereignis zu. Es liegt an dieser Stelle am fehlenden Angebot, warum nicht genauso viele Menschen die EM der Frauen schauen, denn am Erfolg kann es zumindest in Deutschland nicht liegen, den die DFB-Frauenmannschaft war die erste Mannschaft, die sich für den Wettbewerb qualifizierte.

Sponsoren könnten auch vom Frauenfußball profitieren

Mit dem Fußball der Männer und vor allem der EM 2020 wird sehr viel Geld verdient. Eine riesige Menge an Sponsoren schießt hier Geld zu und will durch die EM Werbung für ihre Marken machen. Wenn die Frauenfußball-EM läuft und zusätzlich auch von

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den Öffentlich-Rechtlichen übertragen würde, dann ergeben sich für die Sponsoren auch hier sehr gute Möglichkeiten, um Werbung zu schalten. Die Aufmerksamkeit muss aber zuerst von den Medien generiert werden, denn ohne diese sind auch die Sponsoren nicht dazu bereit, Geld in die Hand zu nehmen.

Zusätzlich zu den Werbeeinnahmen könnte der Frauenfußball und damit auch die Verbände an diesen neuen Einnahmequellen profitieren. Dadurch stünde mehr Geld zur Verfügung und die Verbände könnten mehr Geld in den Frauenfußball stecken.

Wenn mehr Geld zur Verfügung steht, dann könnten sich im Frauenfußball auch mehr Stars und Helden wie im Männerfußball aufbauen lassen. Im Fußball der Männer wird Werbeikonen wie Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi sehr viel Geld dafür bezahlt, Werbung für ein bestimmtes Produkt zu machen, wodurch sie weit über den Fußball hinaus bekannt sind. Dies würde genauso auch im Frauenfußball funktionieren und mit jedem weiblichen Star mehr würden mehr Fans angezogen werden und sich auch Frauenfußball ansehen.

Die Probleme der Vergangenheit sind passé

Fußball wird seit seiner Entstehung fast nur von Männern betrieben, weshalb sich die Entwicklung des Sports in dieser Hinsicht auch nur um die Männer dreht. Dabei gibt es Frauenfußball schon seit zig Jahren und die Fußballerinnen hätten es verdient, auch im Fußball gleichberechtigt zu sein.

Deshalb muss die Vergangenheit endlich die Vergangenheit sein und darf nicht den aktuellen Zustand bestimmen. Doch bis sich dieser Umstand ändert, muss noch so Einiges getan werden.

Ein Beispiel, wo definitiv Veränderungen notwendig sind, sind die Berichterstattungen im Allgemeinen. Denn diese werden hauptsächlich von Männern betrieben und nur sehr vorsichtig versuchen die Medien daran etwas zu ändern. Zum Beispiel durfte die bekannte Reporterin Sabine Neumann ein paar Spiele der letzten WM und sogar dieser EM der Männer kommentieren, doch schon bei ihrem ersten Spiel waren im Internet sehr viele negative Kommentare zu lesen, die teilweise weit unter die Gürtellinie gingen.

Das sagt sehr viel aus über die Gesellschaft, in der Frauen im Sport nicht willkommen sind. Genau deswegen ist es enorm wichtig, dass sich die Medien nicht einschüchtern lassen und weiter auch weibliche Kommentatorinnen die Spiele der EM und WM kommentieren lassen. Denn die Menschen, die Hass und Hetze verbreiten, lassen sich nur von einer breiten, vernünftigen Masse auf den richtigen Weg bringen.

Der beste Fußballkommentator ist eine Frau

Ein weiterer Grund, der dafür spricht, dass der Frauenfußball und die EM der Frauen im Jahr 2022 mehr Aufmerksamkeit verdienen, ist die Radioreporterin Sabine Töpperwien vom SWR. Die Kommentatorin ist eine echte Expertin im Fußball und kommentierte jedes Wochenende die Fußball-Bundesliga der Männer live im Radio bei den öffentlich-rechtlichen Sendern.

Durch ihr großes Wissen über Fußball und ihre einzigartige emotionale Art Spiele zu kommentieren, überragt sie alle männlichen Kollegen ihres Metiers. Die Kommentatoren bei den öffentlich-rechtlichen Sendern können alle nicht dieselbe Stimmung durch das Kommentieren erzeugen wie ihre Kollegin, weshalb sie eigentlich auch einen Platz am Fernsehmikrofon verdient gehabt hätte.

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