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Selbstständige Frauen deutlich stärker von der Pandemie betroffen als Männer

Die rund 4,Millionen Selbstständigen in Deutschland haben in der Corona-Pandemie ufiger Einkommenseinbußen hinnehmen ssen als abhängig Beschäftigte, die meist über das Kurzarbeitergeld abgesichert sind. Selbstständige Frauen, die rund ein Drittel aller Selbstständigen ausmachen, hat es dabei nochmals rter getroffen als selbstständige nner. Während sich bei rund 47 Prozent der nnlichen Selbstständigen das Einkommen verringerte, waren es bei den weiblichen Selbstständigen etwa 63 Prozent. Zudem sind diese auch psychisch stärker belastet. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts r Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Auf Basis einer Zusatzbefragung im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) haben die DIW-Ökonomen untersucht, ob und inwieweit es bei den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie geschlechtsspezifische Unterschiede gibt – und welche möglichen Ursachen das hat.

Die Pandemie trifft vor allem jene Wirtschaftszweige, die physische he erfordern und bei denen deshalb die Kontaktbeschränkungen einschneidender sind. In diesen Branchen gibt es überproportional viele weibliche Selbstständige“, erklärt Studienautor Johannes Seebauer. „Die Eindämmungsmaßnahmen der Pandemie treffen selbstständige Frauen daher mit einer rund 60 Prozent heren Wahrscheinlichkeit als selbstständige nner.“ Rund 35 Prozent der nner und 56 Prozent der Frauen in Selbstständigkeit sind davon betroffen. Andere pandemiebedingte Schocks wie Nachfrageeinbrüche oder Lieferengpässe hren den DIW-Analysen zufolge hingegen nicht zu geschlechterspezifischen Unterschieden.

Die negativen Auswirkungen des Pandemieschocks beschränken sich jedoch nicht allein auf finanzielle Einbußen, sondern belasten die Betroffenen auch psychisch. Im Vergleich zur Situation vor der Krise haben Depressions- und Angstsymptome bei Frauen im Allgemeinen deutlich zugenommen. Am ufigsten sind davon selbstständige Frauen betroffen, insbesondere wenn sie finanzielle Verluste erleiden. Bei selbstständigen nnern scheint die Pandemie hingegen kaum zusätzliche psychische Belastung auszulösen.



Wir riskieren, dass sich vor allem Frauen von der Selbstständigkeit abwenden, wenn sie von einem solchen systemischen Schock finanziell und psychisch so viel stärker betroffen sind besonders wenn sie sich zugleich durch politische Maßnahmen zu wenig unterstützt hlen“, fürchtet Studienautor Alexander Kritikos. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hatte sich die Bereitschaft von Frauen zur Aufnahme einer selbstständigen tigkeit positiv entwickelt. Ihr Anteil stieg von gut einem Viertel auf zuletzt 34 Prozent. Dieser Trend nnte sich nun umkehren – und vielen Frauen ihre finanzielle Unabhängigkeit nehmen.

Die Autoren fordern daher, ein einziges, fortlaufendes Hilfsinstrument Selbstständige, das in Monaten mit großen Umsatzverlusten eine verbindliche und verlässliche finanzielle Unterstützung gewährt. „Die derzeit existierende Vielzahl von Programmen empfinden viele Selbstständige als irritierend und unzureichend“, berichtet Studienautor Daniel Graeber. Die Hilfen werden ufig mit großer Verspätung gewährt, die Antragstellung erweist sich als zunehmend aufwendig und kostspielig. Außerdem sind die meisten Hilfen auf die Erstattung fixer Betriebskosten beschränkt, was die Einkommenseinbußen nicht abfedert. „Erforderlich re“, so Kritikos, „gerade die von den Eindämmungsmaßnahmen stark betroffenen Bereiche und damit viele selbstständige Frauen, eine verlässliche Hilfe, die auch einen Teil der Lebenshaltungskosten mitabdeckt.“

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