Familienmanagement

Meine Mama arbeitet – Kinderbetreuung für Notfallsituationen

Arbeiten gehen, sich mal um sich selbst kümmern, ohne gleich in logistische Schwierigkeiten zu geraten. Der Wunsch vieler Mütter. Karine Lober hat diese Situation eben auch erlebt und sich dann mit einer Idee selbstständig gemacht, die den Alltag für viele Eltern mächtig erleichtern kann. Sie hat eine mobile und flexible Kinderbetreuung „erfunden“: Meine Mama arbeitet. SHE works! sprach mit ihr über ihre Erfahrungen und der Idee für das eigene Unternehmen.

Frau Lober, Ihr Unternehmen kümmert sich um die Organisation der Betreuung von Kindern, wenn die Mütter und Väter aus beruflichen Gründen verhindert sind. Wie kann ich mir die Arbeit von „meine-mama-arbeitet.de“ vorstellen?

Nicht nur! Grundsätzlich sind wir in allen Notsituation für unsere Kunden da (Kind oder normale Kinderbetreuung sind krank, wichtige Konferenz am Abend usw…). Meine Mama arbeitet funktioniert also wie eine Vermittlungsagentur für Kinderbetreuung, wenn es brennt – in „Betreuungsnotfällen“ sozusagen. Gute, schnelle Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit unserer Betreuer sind das A und O.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen? Waren Sie selbst betroffen von der schlechten Betreuungssituation von Kindern?

Leider oft. Ich habe 14 Jahren lang als Abteilungsleiterin gearbeitet. Mit der Geburt meines Sohnes im Jahr 2008 wurde es komplizierter, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Als gebürtige Französin habe ich nach drei Monaten wieder Vollzeit gearbeitet, wie das bei uns normal ist – und schnell festgestellt, dass die Alltagsorganisation mit Kind oft schwierig ist, weil es hier weniger Betreuungsinfrastruktur gibt. Ich habe darunter gelitten, dass es in Deutschland keine (oder zu wenige) Betreuungsmöglichkeiten gibt, die Notfallsituationen abfedern (in Frankreich gibt es zum Beispiel eine Agentur für Kinderbetreuung, die mittlerweile über 70 Franchisenehmer hat). Schon in den Großstädten ist es sehr schwierig, außerhalb ist es eine Betreuungswüste. Deswegen liegt es mir sehr am Herzen, auch rund um Frankfurt, und insbesondere Im Taunus, der Wetterau und um Bad Nauheim aktiv zu sein. Da ist der Bedarf genau so groß, nur es gibt es gar kein Angebot.

Sie haben Ihr Unternehmen allein gegründet. Hatte das Vorteile oder hätten Sie lieber einen Partner an Ihrer Seite gehabt?

Schwierige Frage. Ich habe bis heute immer im Team gearbeitet. Austausch und Kontakt sind mir sehr wichtig. Daher fällt es mir manchmal schwer, alle Entscheidungen alleine zu treffen. Dafür ist mein Mann abends da, er sorgt dafür, dass ich trotz allem „Feedback“ bekomme, wenn ich es brauche. Neulich habe ich auch eine Facebook Gruppe entdeckt: MomPreneurs Diese Gruppe ist sehr professionell moderiert, aktiv und trifft sich regelmäßig. (Anmerkung: Hier ist auch SHE works! auf Karine Lobers Angebot aufmerksam geworden.)

Wie wurde der Betreuungsdienst bislang angenommen?

Gut! Und vor allem: die Kunden kommen wieder! Ansonsten gibt es selbstverständlich immer ein gewisses Zögern, wenn es darum geht, sein Kind jemand Fremden anzuvertrauen. Aber ich hatte es mir nicht anders vorgestellt. Und spätestens beim zweiten oder dritten Einsatz sind die Eltern dankbar und erleichtert!

„meine mama arbeitet. de“ gibt es in Frankfurt/M. und Umgebung. Ist eine Ausweitung angedacht? Vielleicht sogar als Franchise?

Meine Mama arbeitet existiert erst seit drei Monaten, daher ist es ein bisschen früh, darüber nachzudenken. Für mich ist – besonders in dieser Brache – der „Heimspiel Aspekt“ extrem wichtig, weil die Mund zu Mund Propaganda sehr gut funktioniert. Weiter als Hessen habe ich momentan nicht vor, aber Franchising, wer weiß…

Welche Fördermittel bzw. welche Art der Finanzierung haben Sie für die Umsetzung Ihres Unternehmens in Anspruch genommen?

Fördermittel? Wäre schön gewesen…Leider nicht. Die Finanzierung erfolgt durch meine Reserven.

Haben Sie die Hilfe von Coaches oder Beratern in Anspruch genommen?

Ich habe meinen Businessplan mit Hilfe einer Unternehmensberatung entwickelt.

Was ist Ihr persönlicher Tipp für Frauen, die sich mit der Idee einer Unternehmensgründung tragen?

Sein Konzept (mit Businessplan) zu schreiben (es sorgt für klare Gedanken und klare Ziele) und es immer wieder aus der Schublade rausnehmen, um zu sehen, wo man steht, und was noch zu erreichen ist. Immer neugierig bleiben, keine Vorurteile haben (dabei hat es mir sehr geholfen, dass ich den Sprung in eine komplett andere Branche gewagt habe) und wenn es nicht gleich klappt, nicht den Mut verlieren, aber offen genug sein, um alles zu hinterfragen und anzupassen.

Karine Lober – (c) Jemanda

 

 

 

Karine Lober
Meine Mama arbeitet GmbH
www.meine-mama-arbeitet.de
info@meine-mama-arbeitet.de

Vorheriger Beitrag

handwerk magazin sucht starke Frauen

Nächster Beitrag

Womenize! holt Frauen in den IT-Bereich - Interview mit Ruth Lemmen

kein Kommentar

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.