Finanzen

Gesetzliche vs. private Krankenversicherung: Eine Entscheidungshilfe

Von Dana Rotter

Deutschland ist das einzige Land weltweit mit einem dualen Krankenversicherungssystem. Neben der gesetzlichen (GKV) gibt es auch die private Krankenversicherung (PKV).

Die PKV kann nur von bestimmten Personengruppen in Anspruch genommen werden: Beamt*innen, Selbstständige, Studierende und Angestellte mit einem Gehalt das über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. 2021 sind das 64.350 Euro brutto.

Die gesetzliche Krankenversicherung bildet zusammen mit der Renten-, Arbeitslosen-, Unfall- und Pflegeversicherung das deutsche Sozialversicherungssystem.

Gesetzliche oder private Krankenversicherung: Für wen eignet sich was?

Hier heißt es durchrechnen und vergleichen.

Ist ein regelmäßiges und langfristig gutes Einkommen gesichert, dann lohnt sich eine PKV. Soll es eine private KV werden, wird als nächster Schritt die Suche nach der passenden Versicherung und dem passenden Tarif anfallen. Dieser richtet sich nach Alter und Gesundheitszustand.
Fällt die Wahl auf eine GKV ist es ebenso wichtig, die Krankenversicherung zu finden, die mit Service, Beitrag und Zusatzleistungen zu einem passt.

Selbstständige

Wer hauptberuflich selbstständig tätig ist, kann wählen, ob es die private oder die gesetzliche Krankenversicherung sein soll. In diesem Fall ist die Wahl der Versicherung nicht an einen Jahresverdienst gebunden. Bei künstlerischen oder publizistischen Berufen greift unter Umständen die Versicherungspflicht durch die Künstlersozialkasse. Für Selbstständige ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht entscheidend wie das Beispiel ottonova zeigt.

Angestellte

Normalerweise ist man als Angestellter automatisch in der GKV. Der Wechsel zur PKV wird dann möglich, wenn das Bruttoeinkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt.
Beamtin
Ist man verbeamtet, hat man grundsätzlich die Wahl, ob man sich privat oder gesetzlich versichern möchte. Der Dienstherr leistet bei der PKV eine Beihilfe von mindestens 50 Prozent.

Studierende

Zu Beginn des Studiums kann man sich für eine PKV entscheiden. Wer sich direkt nach dem Studium selbstständig macht, muss in der PKV bleiben, auch wenn der Verdienst sehr gering ist.

Was sind die Vorteile einer privaten Krankenversicherung?

Wer einen Vertrag mit einer PKV abschließt, hat die Sicherheit eines stabilen Beitrags, da dieser unabhängig vom demografischen Wandel berechnet wird.

Auch das Leistungsspektrum wird vertraglich festgelegt und kann nicht vonseiten der Versicherung schnell und einseitig geändert werden. Außerdem umfassen die Versicherungsleistungen ein breiteres Spektrum, da sie die Vorsorge mit einschließen, eine schnelle und direkte Terminvergabe beim Facharzt sowie das Profitieren von medizinischen Innovationen.

Viele PKV bieten eine Art Baukasten, mit dem man sich nach eigenen Vorstellungen einen Leistungskatalog zusammenstellen kann.

Frauen und die private Krankenversicherung

Noch sind Frauen in der PKV in der Minderheit. Weniger als ein Drittel der PKV-Versicherten sind Frauen, die meisten von ihnen sind Beamtinnen oder mit einem Beamten verheiratet.
Dass so wenig angestellte Frauen in die private Krankenversicherung wechseln, liegt wohl immer noch an ihrem deutlich geringeren Jahreseinkommen.

Auch selbstständige Frauen sind noch deutlich seltener anzutreffen als ihre männlichen Kollegen. Die Tendenz ist aber steigend.

Die PKV ottonova bietet beispielsweise Unternehmerinnen ein eigenes Leistungspaket an: erstklassige medizinische Versorgung, umfangreiche Vorsorgeleistungen wie einen Krebsfrüherkennungscheck, eine zeitsparende Abwicklung bei Versicherungsfragen in Echtzeit via App. Für Frauen besonders vorteilhaft: Es gibt Krankentagegeld für Selbstständige im Mutterschutz.

JETZT HEIßT ES: ÜBERLEGEN!

Es will gut überlegt sein, ob der Beitritt in eine PKV sinnvoll ist. Denn wer sich für die private Krankenversicherung entscheidet, muss wissen, dass der Wechsel in eine GKV nicht leicht ist. Und ab einem Alter über 55 kaum möglich.

Deswegen im Vorfeld die Pros und Contras genau abwägen und durchrechnen. Denn bei einem Eintritt in eine PKV müssen die Beiträge langfristig geleistet werden – auch im Alter.
Möglich ist ein Tarifwechsel innerhalb der Versicherung. Auch der Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung ist machbar. Allerdings kann man durch den Wechsel einen Teil der bereits gezahlten Altersrückstellungen verlieren.

Sofern man sich für eine PKV entscheidet, wird man bis ins Alter von dem Top-Leistungspaket profitieren.

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