Gründen

Gründerinnen stärken – Ein Gespräch mit Aline Pelzer von Gründungs.center

Gründen kann aufregend, erfüllend – aber auch ganz schön herausfordernd sein. Besonders für Frauen, die oft mit ganz eigenen Fragen und Hürden an den Start gehen. Genau hier setzt Aline Pelzer mit ihrem individuellen Gründungscoaching bei Gründungs.center an.

Mit viel Erfahrung, Empathie und einem klaren Blick für das, was Gründerinnen wirklich brauchen, begleitet sie Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit – von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Start.
Im Interview erzählt Aline Pelzer, warum sie sich gerade für Gründerinnen stark macht, welche Themen in ihren Coachings besonders oft aufkommen – und warum sie überzeugt ist: Jede gute Idee verdient eine echte Chance.

Logo von Gründungs.centerAline, was genau ist Gründungs.center – und wie bist du dazu gekommen?

Das Gründungs.center ist ein AZAV-zertifizierter Bildungsträger, der Frauen und natürlich auch Männer individuell auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. Unsere Coachings sind online, 1:1 und werden über AVGS oder BAFA gefördert. Wir bieten Gründungscoachings, Karrierecoachings und geförderte Unternehmensberatung an mit dem Ziel, Menschen in ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit zu begleiten.

Entstanden ist das Gründungs.center aus meiner Erfahrung als freie Dozentin bei verschiedenen Bildungsträgern. Nach meiner Zeit bei zwei großen Trägern wurde mir klar: Der dortige Qualitätsanspruch reicht mir nicht und vor allem fehlte mir die persönliche Begleitung. Alles war sehr standardisiert, wenig individuell.

Letztes Jahr habe ich dann gemeinsam mit meiner damaligen Geschäftspartnerin (die am 01.03. ausgeschieden ist) entschieden: Das können wir besser! Und ich denke, unser Erfolg gibt uns Recht.

Ich wollte ein Angebot schaffen, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Mut macht und Selbstzweifel entkräftet. Das Struktur gibt, aber Raum lässt für individuelle Lebenswege. Und vor allem: das Frauen ernst nimmt in ihren Lebensrealitäten ob mit Kindern, im Quereinstieg oder nach einem beruflichen Umbruch.

Heute arbeiten wir mit einem engagierten Team aus erfahrenen Coaches, Berater:innen, virtuellen Assistenzen und festen Mitarbeitenden. Wir dürfen jedes Jahr viele Gründer:innen auf ihrem Weg begleiten, das ist für mich jedes Mal eine echte Herzensaufgabe. Und es ist genau das, was meinem Tun Sinn verleiht.

Warum liegt dir gerade das Thema Gründerinnen so am Herzen?

Weil Frauen Gründung oft anders denken und genau das eine große Stärke ist. Sie bringen neue Perspektiven, soziale Verantwortung, kreative Ideen und ganzheitliche Ansätze in die Wirtschaft. Viele gründen aus Überzeugung, mit einem klaren Wertekompass und dem Wunsch, Sinn zu stiften, das beeindruckt mich immer wieder.

Ich erlebe in meinen Coachings eine enorme Vielfalt: Frauen mit brillanten Ideen, mit Mut zur Veränderung, mit einem starken inneren Antrieb. Was ihnen manchmal fehlt, ist nicht die Kompetenz sondern der passende Rahmen, um all das sichtbar und wirksam zu machen.

Genau hier setzt unsere Arbeit an. Ich möchte Gründerinnen begleiten, inspirieren und ihnen den Raum geben, den sie brauchen, um ihre Ideen professionell und selbstbewusst umzusetzen auf ihre Art, mit ihren Mitteln und in ihrem Tempo.

Denn: Wir brauchen mehr Unternehmen, die anders denken. Und wir brauchen mehr Gründerinnen, die diesen Wandel mitgestalten.

Was sind aus deiner Sicht die größten Herausforderungen für Frauen beim Gründen?

Viele Frauen starten mit einer großartigen Idee aber genau an dem Punkt setzt auch oft die erste Hürde an: Wie wird daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell? Genau da setzen wir im Coaching an. Wir helfen dabei, die Idee weiterzuentwickeln, sie wirtschaftlich durchdacht aufzustellen und ein solides Fundament zu schaffen, das trägt, finanziell persönlich und mit Authentizität.

Ein großes Thema ist auch die Selbstvermarktung: Viele Frauen haben großartige Fähigkeiten, aber der Schritt in die Sichtbarkeit fällt schwer. Es geht oft nicht darum, ob sie gut sind, sondern darum, ob sie sich trauen, das auch nach außen zu zeigen. Das betrifft auch das Thema Verkaufen. Da schwingt häufig noch der Gedanke mit: „Ich will nicht aufdringlich sein“ oder „Ich bin doch keine Verkäuferin“. Dabei ist Verkaufen nichts anderes, als den Wert der eigenen Arbeit klar zu kommunizieren, authentisch, auf Augenhöhe und mit Haltung.

Herausfordernd ist oft auch die Vereinbarkeit: Gründung muss häufig mit Familie, Care-Arbeit oder einem Teilzeitjob funktionieren. Das erfordert nicht nur Organisationstalent, sondern auch ein realistisches Zeit- und Energiemanagement.

Und dann ist da noch die Angst vorm Scheitern. Ein Thema, das bei Frauen oft stärker ausgeprägt ist als bei Männern. Viele wollen alles perfekt machen, bevor sie starten. Dabei gehört das Scheitern oder sagen wir: das Lernen aus Umwegen zur Gründung zwingend einfach dazu. Wir versuchen, diesen Druck rauszunehmen und stattdessen einen klaren, machbaren Weg aufzuzeigen, Schritt für Schritt. Ich musste auch lernen: Es gibt keine Niederlagen, nur wertvolle Erfahrungen und wenn sich die eine Tür schließt, öffnet sich eine neue!

drei Frauen, die gründen Gibt’s so eine typische „Gründerinnen-Blockade“, die du immer wieder siehst?

Ja, eine sehr häufige Blockade ist der Gedanke: „Ich bin doch noch kein richtiger Experte.“ Viele Frauen glauben, sie müssten erst noch eine weitere Ausbildung machen, ein Zertifikat erwerben oder zusätzliche Erfahrung sammeln, bevor sie sich wirklich als Expertin bezeichnen dürfen. Diese Haltung führt dazu, dass sie ihre vorhandenen Fähigkeiten und ihr Wissen oft unterschätzen und nicht ins richtige Tun kommen.

Dazu kommt der Gedanke: „Wenn ich mich selbstständig mache, fange ich bei null an.“ Das stimmt nicht. Alles, was du bisher gelernt und geleistet hast, bleibt – nur wendest du es jetzt für dich an und nicht mehr für einen Arbeitgeber. Genau diese Erfahrungen sind deine Basis und dein Kapital.

Auch eine der häufigsten Blockaden ist der Gedanke: „Ich muss erst noch etwas fertig machen, bevor ich starten kann.“ Das kann ein perfekter Businessplan sein, eine zusätzliche Qualifikation, ein besseres Logo oder mehr Klarheit über alle Eventualitäten. Dahinter steckt oft der Wunsch, perfekt vorbereitet zu sein – aber genau das hält viele Frauen davon ab, überhaupt loszugehen.

Im Coaching ist es oft ein entscheidender Moment, wenn Gründerinnen erkennen: Sie haben bereits alles in sich, um zu starten. Natürlich entwickeln wir das Geschäftsmodell weiter, aber der wichtigste Schritt ist, die eigenen Stärken zu sehen und selbstbewusst nach außen zu tragen. Perfektion ist nicht der Startpunkt – der Startpunkt ist das Losgehen.

Was unterscheidet Gründungs.center von anderen Gründungsberatungen?

Wir sehen den Menschen hinter der Gründung – mit all seinen Stärken, Ideen, Zielen und auch Zweifeln. Unsere Coachings sind nicht von der Stange, sondern individuell zugeschnitten auf die persönliche Situation, das Gründungsvorhaben und die Lebensrealität unserer Teilnehmer:innen.

Ein weiterer zentraler Unterschied ist unser hoher Qualitätsanspruch. Alle unsere Berater:innen werden intern von uns ausgebildet, absolvieren eine praxisnahe Schulung und schließen mit einer Prüfung ab, bevor sie bei uns als Gründungscoach arbeiten dürfen. So stellen wir sicher, dass alle nach unseren Werten sowie unserem hohen Qualitätsanspruch arbeiten.

Was uns ebenfalls besonders macht: Digitalisierung und Automatisierung sind bei uns keine Nebensache, sondern fester Bestandteil des Coachings. Wir vermitteln moderne Tools und zeigen, wie Gründer:innen effizient, digital und professionell arbeiten können, direkt vom Start weg.

Und wir lassen niemanden allein mit Formularen oder Behörden. Wir unterstützen bei der Beantragung von Förderungen wie AVGS oder BAFA, helfen bei Widersprüchen und begleiten auch durch spätere Phasen der Gründung.

Wie läuft ein Coaching bei dir ab – ganz grob?

Die Zusammenarbeit startet immer mit einem kostenlosen Kennenlerngespräch. Dabei schauen wir gemeinsam, wo die Gründerin steht, welche Förderung infrage kommt und welche Themen relevant sind. Wenn alles passt, unterstützen wir auch bei der Beantragung des AVGS oder der BAFA-Förderung.

Sobald der Gutschein vorliegt, geht es los mit dem eigentlichen Coaching – immer 1:1 und online, ganz flexibel abgestimmt auf den Alltag der Teilnehmerin. Die Inhalte richten sich nach dem individuellen Bedarf: von Ideenentwicklung über Geschäftsmodell, Finanzierung, Steuern und Buchhaltung und Marketing bis hin zu Sichtbarkeit und Positionierung. Bestandteil ist jedoch immer eine Ausarbeitung eines Business- und Finanzplanes, denn das ist die Grundlage jeder erfolgreichen Gründung.

Wir arbeiten praxisnah, strukturiert und mit viel Raum für persönliche Themen. Je nach Förderung kann das Coaching zwischen 20 und 120 Einheiten umfassen. Am Ende steht eine klare Gründungsstrategie, mit der die Teilnehmerin wirklich loslegen und oft einen Gründungszuschuss oder Gründerkredit beantragen kann.

Was ist dir bei der Arbeit mit Gründerinnen besonders wichtig?

Mir ist wichtig, dass jede Gründerin sich gesehen und ernst genommen fühlt, mit ihrer Idee, aber auch mit ihrer Lebensrealität und ihren Ängsten und Zweifeln. Ich möchte keine „Schema-F-Gründungen“ begleiten, sondern individuelle Wege, die wirklich zu den Menschen passen.

Dabei geht es nicht nur um Businesspläne und Zahlen, sondern auch um Mut, Klarheit und Selbstvertrauen. Ich wünsche mir, dass jede Frau in unseren Coachings erkennt: Ich darf das, ich kann das und ich muss mich nicht verbiegen, um erfolgreich zu sein, denn Authentizität steht bei uns im Mittelpunkt.

Ehrlichkeit und Augenhöhe sind mir besonders wichtig. Ich sage auch mal klar, wenn ich etwas kritisch sehe, dann fließen auch schonmal Tränen, aber immer lösungsorientiert und mit dem Ziel, dass die Gründerin ihren ganz eigenen, stimmigen Weg geht.

Und was mich wirklich antreibt: Wenn aus einer ersten Idee ein echtes, lebendiges Herzensbusiness wird und ich ein Stück auf diesem Weg begleiten durfte.

Gibt’s eine Erfolgsgeschichte, die dir besonders im Kopf geblieben ist?

Ja eine unser Kundinnen, hat ohne Zuschüsse als virtuelle Assistenz gegründet und es lief so gut, dass sie sogar den genehmigten Kredit nicht in Anspruch nehmen musste und nach den ersten 6 Monaten hat sie angefangen ein Team aufzubauen, das macht uns wirklich stolz und auch gerade bekomme ich Gänsehaut, wenn ich wieder daran denken.

Was wünschst du dir für die Zukunft von Gründerinnen in Deutschland?

Ich wünsche mir vor allem mehr individuelle Förderung nicht nur pauschale Programme, sondern Angebote, die wirklich zur Lebensrealität von Gründerinnen passen. Dazu gehören auch vereinfachte Zugänge zu Krediten und Fördermitteln, weniger Bürokratie und mehr echte Unterstützung auf Augenhöhe.

Außerdem wünsche ich mir, dass die Gründungsideen von Frauen ernster genommen werden in der Politik, bei Förderinstitutionen und auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Frauen gründen oft mit Weitblick, Sinn und Verantwortung. Das verdient nicht nur Respekt, sondern auch strukturelle Förderung.

Ein weiterer Punkt ist die Vernetzung: Wir brauchen mehr Räume und Veranstaltungen, in denen Gründerinnen sich austauschen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen können. Gründen darf kein einsamer Weg sein es sollte ein Teil einer lebendigen Community sein.

Und schließlich wünsche ich mir ein anderes gesellschaftliches Mindset. Deutschland ist leider kein echtes Gründungsland. Scheitern wird hier oft negativ bewertet. Dabei gehört es zur Gründung dazu. Ich wünsche mir eine Kultur, in der ein gescheiterter Versuch nicht als Niederlage gilt, sondern als Lernerfahrung. Wer einmal fällt, kann beim nächsten Mal doppelt so gut aufstehen genau das sollten wir fördern.

Und zum Schluss: Dein wichtigster Tipp für alle, die noch überlegen zu gründen?

Einfach machen! Natürlich nicht ohne Sinn und Verstand und natürlich nicht ohne einen Business- und Finanzplan, aber einfach trauen, denn das was am Ende am meisten bereut wird, ist es nicht versucht zu haben! Und was kann im schlimmsten Fall passieren? Ihr seid um eine Erfahrung reicher!

Vielen Dank für den spannenden Input!

gründungs.center

Das gründungs.center ist ein zertifizierter Bildungsträger, spezialisiert auf AVGS-Gründungscoaching, Businessplan-Erstellung und praxisnaher Unterstützung beim Start in die Selbstständigkeit. Ziel ist eine nachhaltige und tragfähige Existenzgründung – persönlich, strukturiert und alltagstauglich.

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