Gründerinnen im Porträt

Naditum: Nachhaltige Lederwaren

Naditum ist spezialisiert auf luxuriöse Lederwaren, die traditionelles Handwerk und innovative Technik vereinen. Transparenz und Nachhaltigkeit sind die Leitlinien in jedem Abschnitt der Produktion. Gegründet wurde das Brand von Malin Bernreuther. Die Idee von Naditum entstand zum ersten Mal im Jahr 2015, auf den Markt kamen die Produkte 2018.

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?

Naditum ist ein nachhaltiges Brand, welches luxuriös gefertigte Taschen und Lederwaren zu einem fairen Preis anbietet. Transparenz zählt zu unseren Kernwerten, so werden alle Taschen aus pflanzlich gegerbtem Leder in liebevoller Handarbeit in Portugal hergestellt. Um die Fertigung und das Design aufzuschlüsseln, kann man sich über die gesamte Fertigungskette auf unserer Webseite informieren und so die einzelnen Herstellungsprozesse nachvollziehen.

Der altbabylonische Begriff „Naditum“ beschreibt eine Gemeinschaft von Frauen, die durch gegenseitige Unterstützung gemeinsam viel erreichen. Dieser Leitgedanke steckt in jedem einzelnen Produkt. Naditum stärkt Frauen, ermutigt sie sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam ihren individuellen Weg zu bestreiten. Naditum glaubt an die Magie und Kraft, die entsteht, wenn Frauen sich verbinden und gegenseitig unterstützen. Das spiegelt sich auch in unserem Logo wider: Inspiriert von einer altbabylonischen Statue einer Gottheit, die selbstbewusst ihre Brüste hält. Daher tragen auch die einzelnen Serien die Namen von starken, weiblichen Gottheiten, die die Trägerinnen stärken und unterstützen sollen.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Ich bin wahrscheinlich selbst meine größte Kritikerin, daher bin ich schnell unzufrieden und kann so manche Zwischenerfolge nur schwer feiern, weil ich in Gedanken dann schon oft beim nächsten Schritt bin.  Kürzlich hatte ich zum Beispiel meine erste Bestellung aus den USA, obwohl dies derzeit gar nicht auf unserer Webseite angeboten wird. Das hat mich riesig gefreut und extrem motiviert. Zudem habe ich gerade Sue Giers von dem Hamburger Blogzine und Onlineshop „SoSue“ als Fan von Naditum gewinnen können, dies bietet mir die Möglichkeit meine Taschen noch auf weiteren Plattformen anzubieten und nicht nur im eigenen Onlineshop.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Nachdem ich mein Modedesign Studium an verschiedenen Kunsthochschulen u.a. in Antwerpen und Berlin abgeschlossen habe, durchlief ich mehrere Designstationen bei der LVMH Gruppe in Paris. Jedoch hat es mich daraufhin wieder nach Berlin gezogen, wo ich freiberuflich für verschiedene Firmen im Design und Produktmanagement tätig war. Anschließend folgten Tätigkeiten als verantwortliche Designerin im Bereich Womenswear bei Aigner sowie Iris von Arnim. In dieser Zeit habe ich mich auch zur Gründung von Naditum entschlossen und das Brand neben meiner Haupttätigkeit gelauncht.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Einen bestimmten Auslöser gab es nicht. Als Typ „Macherin“, probiere ich gerne Neues aus und fordere mich selbst immer wieder heraus. Dies hat in mir den Wunsch geweckt, etwas Eigenes zu kreieren und mich schließlich zur Gründung von Naditum bewegt.

Während meiner Tätigkeit für zahlreiche Luxusunternehmen im Fashionbereich, ist mir zunehmend aufgefallen, dass Nachhaltigkeit und Transparenz leider nur eine sehr kleine Rolle spielen und oftmals green washing betrieben wird. Mein Ziel war es deshalb, eine echte Alternative zu schaffen und ein Produkt auf den Markt zu bringen, welches in puncto Ästhetik und Handwerk einer gängigen Luxustasche in nichts nachsteht, aber trotzdem nachhaltig und transparent ist und das alles zu einem fairen Preis.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

Es war viel „learning by doing”. Design- und Produktionswissen hatte ich bereits durch meine vorherigen Tätigkeiten im Luxusfashionbereich, den Rest habe ich mir zum Teil selbst angeeignet. Grundsätzlich versuche ich den Austausch mit Gleichgesinnten zu suchen und schätze mich glücklich ein Netzwerk an unterstützenden Frauen hinter mir stehen zu haben. Eine kleine Naditum-Community sozusagen. In manchen Punkten habe ich mich auch durch externe Beratung weiterbilden können, was aber auch immer über mein bereits vorhandenes Netzwerk angestoßen wurde.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Die größte Herausforderung bestand darin gute, verlässliche Lieferanten zu finden, die Lust auf die Zusammenarbeit mit einem kleinen Label haben und trotz kleinster Stückzahlen höchste Qualität anbieten. Das Sourcing in u.a. vier verschiedenen Ländern und der Austausch mit einer Vielzahl von Betrieben war kompliziert, ein sehr langwieriger Prozess und hat viel mehr Zeit in Anspruch genommen als erwartet, insbesondere weil ich jede Taschenkomponente persönlich auswähle. Das hat jedoch den großen Vorteil, dass ich eine transparente Übersicht der Produktionsstätte habe.

So hat jede Phase ihre eigenen Herausforderungen: Gerade beschäftige ich mich intensiv mit der Markensichtbarkeit und dem Kundenkontakt. Das ist für mich gerade mindestens eine genauso große Herausforderung wie es die Produktion am Anfang war. Es wird also nie langweilig 😉

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Die meisten Produkte verkaufe ich durch persönliche Empfehlungen, zudem ist Naditum aktuell in einem kleine Pop-up Store in München vertreten. Außerdem bin ich auf Social Media sehr aktiv und arbeite gerne mit Influencerinnen zusammen.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

Naditum steht für female empowerment und den Leitsatz #welovewomen. Daher arbeite ich gerne mit Frauen zusammen, die sich gegenseitig unterstützen möchten und diese Werte teilen. Ich glaube ganz stark an die Kraft, die entstehen kann, wenn Frauen sich verbinden und mit diesem Gedanken vermarkte ich auch Naditum.Holvi - Einfach. Sicher. Papierlos.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Die Finanzierung erfolgte durch meine eigenen Ersparnisse, die ich während meiner Zeit im Angestelltenverhältnis beiseitelegen konnte. Zudem bin ich nebenberuflich weiterhin für diverse Firmen als Creative Consultant tätig.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Ich habe noch sehr viele Träume und Visionen. Naditum ist grundsätzlich ein nachhaltiges Taschenlabel, aber ich sehe darin noch viel mehr Potential und die Chance etwas Großes zu kreieren. Sehr gerne würde ich Naditum zu einem richtigen Frauennetzwerk ausbauen, in dem sich Frauen gegenseitig unterstützen und voneinander profitieren können.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Mutig sein und nicht so viel zweifeln. Anfangen, probieren und daraus lernen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Hier geht es direkt zur Homepage von Naditum.

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