Gründerinnen im Porträt

ONE DAY BABY: Lässig-luxuriöse Produkte für Beauty, Bed & Body

Die One Day Baby GmbH sitzt in Hamburg und wurde im November 2019 von Sabine Enders gegründet. Das Start-up steht für Chill & Sleep Loungewear Kollektion mit passenden Living Accessoires sowie für Handpflegeprodukte aus erlesenen Inhaltsstoffen mit wunderschönen Düften, Postkarten und Stickern.

Was ist die Besonderheit Ihres Start-ups?

Wir verstehen uns weniger als Start-up, sondern eher als zukünftiges Familienunternehmen. Das bedeutet, dass wir aktuell nicht an externen Investoren oder einem Verkauf interessiert sind, sondern nachhaltig wachsen und eine Brand mit Zukunft aufbauen möchten. Wir sind eine Lifestyle-Brand für hochwertige Produkte aus den Bereichen Beauty, Bed & Body (z.B. Handpflege, Loungewear und Heimtextilien). Wir entwickeln alle unsere Produkte selbst und lassen sie bei Partnern in Deutschland und Europa fair, nachhaltig und in bester Qualität produzieren. Unsere Produkte findet man in unserem eigenen Onlineshop, in Fashion- und Concept-Stores, sowie Wäsche- oder auch Interior-Boutiquen.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Wir arbeiten inzwischen mit diversen Vertriebsagenturen im In- und Ausland zusammen und unser eigener Shop hat im vergangenen Jahr eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen. Dennoch hat Corona unsere Wachstumspläne massiv durchkreuzt und wir wären gerne schon sehr viel weiter.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Ich bin Textilingenieurin mit Designschwerpunkt und habe an der Hochschule in Reutlingen und in London am Central St. Martins College studiert. Nach ersten Stationen in der Industrie, bin ich relativ schnell auf die Konzernseite gewechselt und habe dort sowohl Einkaufs- wie auch sehr viel Produktentwicklungserfahrung gesammelt, etwas später kam dann auch noch die Verantwortung für den gesamten Marketingpart hinzu. Bei einem großen Hamburger Unternehmen habe ich eine recht klassische (wenn auch für Frauen und insbesondere Mütter – zumal 3-fache so wie mich – leider immer noch viel zu seltene) Karriere mit stetig wachsendem Verantwortungs- und Führungsbereich gemacht. Zuletzt war ich als Geschäftsführerin eines Lifestyle-Onlinehändlers beschäftigt, bevor ich Ende 2019 mein eigenes Label gegründet habe.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Nach der Trennung von meinem letzten Arbeitgeber hatte ich sehr schnell wieder ein Angebot für einen hochkarätigen Job auf dem Tisch. Das war zunächst natürlich sehr angenehm für mein Ego! Nachdem ich dann aber das erste Gespräch geführt hatte, wurde mir bewusst, dass ich nicht mehr auf diese Weise arbeiten möchte. Mit dieser recht klaren Entscheidung gegen etwas, habe ich mir – erstmalig in meinem Leben – eine 6-monatige Arbeitspause auferlegt. In dieser Zeit versuchte ich zur Ruhe zu kommen, mich zu sammeln und wieder zu mir selbst zu finden; ich habe es außerdem sehr genossen mehr Zeit für meine Familie zu haben und auch einige Zeit für mich allein verbringen zu können.

Die Auszeit zuzulassen und dann auch zu genießen, viel mir nach den Jahren auf der Überholspur recht schwer, aber es funktionierte immer besser und die Idee für Onedaybaby reifte in mir. Ich wusste irgendwann, dass ich gründen würde und auch, dass ich es jetzt machen müsste, weil das Zeitfenster dafür sonst vorüber wäre. So ist im Übrigen auch der Name Onedaybaby entstanden: ganz im Sinne des Songs „One day baby we’ll be old.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

An erster Stelle meine Schwester. Sie hat immer schon gesagt, dass ich gründen sollte und mir das Female Founders Buch schon vor Jahren geschenkt – lange bevor ich überhaupt darüber nachgedacht habe, etwas Eigenes zu machen. Dann auf jeden Fall mein Mann und einige langjährige und wirklich gute Freunde – einer davon hat mich bei der Business Planung so gut, intensiv und nachhaltig unterstützt, dass ich auf ewig in seiner Schuld stehen werde!
Ein Mentor, der mich mittlerweile seit über 25 Jahren begleitet, war mein Chef in meiner ersten Position nach dem Studium. Damals war er Inhaber eines Textilunternehmens und heute ist er ein immer noch sehr engagierter feiner Mann, der zahlreiche Ehrenämter ausübt.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Wir arbeiten mit einer PR-Agentur zusammen, sind sehr aktiv auf Sozial Media und schalten Werbung dort, wo sie unsere Zielgruppe erreicht.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Sehr konservativ – mit viel Eigenkapital und einer Bank.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Da gibt es so ein paar Trigger – auf Unternehmensseite neben dem ganz nüchternen Erreichen der Planzahlen, wäre es zum Beispiel auch die Platzierung bei einem meiner Wunschhandelspartner. Langfristig gedacht, könnte es die Internationalisierung der Brand sein.

Privat wünsche ich mir, dass ich meine Tätigkeit mit Spaß und Freude, solange ich möchte und Lust dazu habe ausüben kann. Danach möchte ich gemeinsam mit meinem Mann in einem luxuriös ausgebauten Campingbus durch Europa reisen und überall anhalten und bleiben, wo es uns gefällt.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Man braucht gute Berater und Freunde, die einem unbedingt die Wahrheit sagen. Es ist wichtig fleißig zu sein und einen wirklich langen Atem zu haben. Außerdem sollte man belastbar und widerstandsfähig sein, selbstbewusst und sehr von der Idee und den eigenen Fähigkeiten überzeugt.

Es braucht Mut, Begeisterung, Ideenreichtum und auch Resilienz. Man sollte sich nicht unterkriegen lassen – der Glaube an sich selbst und an die Sache hilft enorm!

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Hier geht es direkt zur Homepage von ONE DAY BABY.

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