Gründerinnen im Porträt

THE PLANT BOX: Nachhaltige Balkonkästen inkl. Bepflanzung

Urbanität und Klimawandel sind zwei der größten Herausforderungen des aktuellen Lebens. Gleichzeitig mangelt es uns allen an Zeit. Viele von uns wünschen sich einen bunten und grünen Balkon, aber stehen aufgrund von Aufwand, Zeit und lediglich überschaubar grünem Daumen vor einer zu großen Hürde. THE PLANT BOX bietet ab sofort die Lösung: Nicht nur deine Laune und dein Auge werden sich daran erfreuen, sondern auch heimische Insekten und Vögel werden dankbar sein, einen Nistplatz und Futter auf deinem Balkon zu finden. Gegründet wurde das Unternehmen von Anne Baltes-Schlüter und Alice Sare Özserin.

Was ist die Besonderheit Ihres Start-ups?

Wir möchten mit unserem Produkt und Service den Weg zu einem bepflanzten Balkon revolutionieren. Mit unseren phantasievollen und fertigen Pflanzenkreationen schaffen wir es eine Zielgruppe anzusprechen, die wesentlich jünger ist, als der klassische Kunde beim Gartencenter oder Baumarkt. Durch unser D2C Modell verschaffen wir den Kunden einen neuen Zugang zu Balkonpflanzen. Sie können sich nun wie bereits aus dem Schnittblumenmarkt gelernt, online kreative Pflanzenkombinationen bestellen, die fertig geliefert ankommen – und das ohne Schmutz und Aufwand. Innerhalb zwei bis drei Minuten legt man die bepflanzte Socke aus Schafwolle in den eigenen Balkonkasten oder unsere mitgelieferte Plant Box ein und kann den blühenden Balkon genießen.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang

Anne: Ich bin internationale Betriebswirtin und habe nach meinem Studium bei einer großen Marketingagentur gearbeitet. Anschließend habe ich mich mit einer eigenen Kommunikationsagentur in München selbstständig gemacht, bevor ich dann nach 7 Jahren Selbständigkeit in das Familienunternehmen als Prokuristin eingestiegen bin. Dort habe ich mich vorrangig um Finanzen und HR gekümmert. Seit Oktober 2019 arbeite ich ausschließlich an der Idee für The Plant Box. Offiziell gegründet haben wir dann im Januar 2020.

Alice: Ich bin studierte Gartenbauwissenschaftlerin. Schon während des Studiums habe ich mich selbständig gemacht und Terrassen und Balkone für private und gewerbliche Kunden begrünt bis ich zusammen mit Anne The Plant Box gegründet habe.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Anne: Ich wusste schon immer, dass ich selbständig arbeiten möchte. Ich bin so aufgewachsen und komme aus einer Unternehmerfamilie. Früh habe ich gemerkt, dass mir diese Art zu arbeiten mehr liegt und Spaß macht. Ich habe gerne Verantwortung und liebe es Dinge voranzutreiben.

Alice: Mich hat immer angetrieben, selbständig in jeder Hinsicht sein zu können und dabei am besten meine Fähigkeiten mit meiner Leidenschaft zu verbinden: Hände in der Erde und Geist frei für kreative Ideen. Der tatsächliche Schritt, sich selbständig mit Anne zu machen, war allerdings ein Zufall – wie so oft im Leben. Anne rief mich an und sagte sie habe eine Idee: Menschen sollen eine schöne Balkonbepflanzung so einfach bekommen wie sie sich einen schönen Blumenstrauß im Laden um die Ecke kaufen. Ich war sofort überzeugt, weil ich aus eigener Erfahrung ja wusste, wie aufwendig eine Balkonbepflanzung sein kann und ähnliche Gedanken schon des Öfteren hatte.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

Anne: Ich habe mir über die Zeit oft Dinge, die mich bei Menschen, mit denen ich beruflich in Kontakt war und die mich begeistert und überzeugt haben, abgeschaut und versucht mir anzueignen. Mentor wäre daher vielleicht nicht das richtige Wort. Eher Vorbild. Zu meinen größten Kritikern und Motivatoren zählt mein Mann. Seine Skepsis ist ein großer Ansporn für mich.

Alice: Meine größte Mentorin ist meine Tochter. Kinder sind uns Erwachsenen die besten Lehrer, die Liebe zur Natur und die Freude am Entdecken wieder zu finden. Kinder sehen die Natur mit eigenen Augen, jede Pflanze hat ihre eigene Faszination. Diese ursprüngliche, ehrliche Begeisterung ein Stück weit wieder erlebbar zu machen – und sei es nur auf einem kleine Stück Balkon- ist mir Inspiration genug.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Anne/Alice: Die größte Herausforderung war am Anfang die Finanzierung unserer Vision. Es ist nicht zu unterschätzen, dass man gerade zu Beginn neben der Idee und dem Willen auch die entsprechenden liquiden Mittel benötigt. Wir haben selber viel investiert, konnten aber nach den ersten Monaten bereits die ersten Business Angel von unserer Idee überzeugen. Durch den frühen Support konnten wir auch die Entwicklung unserer Plant Box vorantreiben, die uns sehr wichtig war.

Wir waren schon immer davon überzeugt, dass es viele Menschen gibt, die die Anschaffung eines Balkonkasten scheuen und deshalb auch keinen bunten Balkon haben können. Unser Ziel war es von Anfang an den kompletten Service aus einer Hand zu bieten. Eine schöne, nachhaltige Box mit phantasievollen und kreativen Pflanzenkreationen. Wir sprechen mit THE PLANT BOX Kunden an, die den Aufwand, die Zeit und den Schmutz scheuen und es gerne schnell schön haben möchten.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Wir sind ein klassisches D2C Business, deshalb haben wir von Anfang an, viel Augenmerk auf die Social Media Werbung und klassische PR gelegt. Nach unserem ersten Jahr merken wir mittlerweile auch oft, dass Kunden uns weiterempfehlen. Das ist natürlich die beste PR.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

Mit The Plant Box bieten wir ein nachhaltiges, klimafreundliches Produkt an. Wir pflanzen unsere Kreationen in Schafwolle, die sich mit der Zeit zersetzt. Unsere Plant Box ist aus 100% recycelten Pflanzenölen und made in Germany. Wir sind davon überzeugt, dass man den Kunden mit solchen Argumenten aktuell im Hinblick auf Klimawandel besser überzeugen kann. Diese Aspekte nutzen wir natürlich in der Vermarktung genauso wie die bunten und schönen Fotos unserer Pflanzenkreationen.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Wir haben mit Eigenkapital angefangen und konnten relativ früh Business Angels gewinnen, die uns bei unserer Vision finanziell unterstützt haben. Oftmals wurde uns davon abgeraten zu viel in eine große Anschaffung – in unserem Fall die Spritzgussform für unsere eigene Plant Box- zu investieren. Wenn wir nun die Entwicklung am Rohstoff und Weltmarkt beobachten, war es genau die richtige Entscheidung. Jetzt würde die Umsetzung viel länger dauern und fast unmöglich sein.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Als wir angefangen haben, haben wir auf sehr begrenzten Raum begonnen. Es ist geplant unsere Flächen bis Januar auf 600qm zu erweitern. Da wir natürlich sehr viel Zeit im Büro und der Produktion verbringen, freuen wir uns sehr, dass wir nun die Flächen mitentwickeln dürfen. Wir haben ein sehr meditatives Arbeitsklima, das hören wir immer wieder von unseren Mitarbeitern in der Produktion und möchten wir unbedingt beibehalten. Unser Traum ist es weiterhin schnell zu wachsen und ganz viele von den 58 Mio. Menschen, die in Deutschland Zugang zu einem Balkon haben, mit unseren Pflanzenkreationen glücklich zu machen.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Unser Ziel war es relativ früh einen proof of concept zu erzielen. Wir sind mit unserem Produkt früh an den Markt gegangen ohne es zu „überoptimieren“. Für uns ist Qualität und Optimierung ein Prozess, der täglich hinterfragt werden sollte und nicht im Vorfeld kaputt geplant werden muss. Man bekommt am Anfang viele Tipps und Ratschläge. Man sollte darüber immer nachdenken, aber sich nicht alles zu Herzen nehmen oder sich gar von seinem Weg abbringen lassen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Hier geht es direkt zur Homepage von The Plant Box.

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