Selbstvermarktung

Was mit Medien machen

Es scheint ja alles so einfach. Mal eben was mit Medien machen: einen Podcast aufnehmen, ein paar Blogartikel schreiben, täglich ein Youtube-Video oder einfach die besten Themen des Tages sammeln – und schon ist man Medienunternehmer. Aber ist es wirklich ein Kinderspiel?

 

Im Deutschen Startup Monitor (DSM) von 2016 gaben 3,6% der Startups an, in der Medien- und Kreativbranche tätig zu sein. Noch viel höher liegt der Anteil an Solopreneuren in diesem Bereich. Aber ist wirklich jeder Blogger oder auch Vlogger, der damit Geld verdient schon ein Medienunternehmer? Im Grunde schon. Denn die Digitalisierung und die weltweite Vernetzung schaffen unendliche Möglichkeiten, Nachrichten und Informationen zu verbreiten.

Neue Betätigungsfelder in den Medien

BloggerInnen

 

Egal ob Kochen, Backen, Garten, Kinder, Autotuning oder Angeln – es gibt kein Thema, über das nicht gebloggt wird. Erfolgreiche BloggerInnen bringen eine gelungene Kombination aus Fachwissen und Schreibstil mit, der die Leserinnen und Leser anspricht. Noch eine gute Portion Wissen über Suchmaschinenoptimierung und die Vernetzung über soziale Medien und der Karriere steht nichts im Weg. Aber wie verdient man damit eigentlich Geld? Viele Leser bringen viele Seitenaufrufe. Das wiederum lockt Firmen, die immer wieder gern Produkte testen lassen und Rezensionen dafür bekommen. Werbeanzeigen und Affiliateprogramme sind eine weitere Einnahmequelle. Durch den Einsatz von Adblockern hat die klassische Bannerwerbung jedoch an Attraktivität eingebüßt. Manche BloggerInnen verkaufen ihre Inhalte auch an die Leser, ähnlich wie einige Onlineportale von Zeitungen und Zeitschriften. Einen umfassenden Überblick gibt es auf Karrierbibel.de

 

Youtube oder WebTV

 

Manche filmen sich beim Kochen und Backen, andere nehmen auf, wie sie Videospiele spielen wieder andere veröffentlichen Schminktutorials und und dann gibt es noch Leute, die produzieren ganze Sendungen für ihren Youtube-Kanal. Das Beispiel von unternehmerinnen.tv haben wir bereits ausführlich vorgestellt.  Aber das ganze ist keine Eintagsfliege. Wie auch beim Blog wollen die Abonnenten der Kanäle neue Inhalte. Im Fernsehen schaut man ja auch nicht täglich den gleichen “Tatort” (obwohl das schon fast möglich wäre, bei der Wiederholungsquote im TV). Das bringt schon eine hohen Erwartungsdruck und ein gewisses Stresslevel mit sich. Schließlich erwartet der Zuschauer eine gewisse Qualität. Wie auch bei den Bloggern gibt es mehrere Möglichkeiten der Monetarisierung: Einblendung von Werbebannern, Produktplatzierungen, AdSense von Google.

 

Curating-Dienste

 

Content Curation ist das Sammeln von themenspezifischen Inhalten, die man nicht selbst erstellt hat. Diese bereitet man übersichtlich auf und stellt sie den Lesern zur Verfügung. Man bietet der Leserschaft also eine gewisse Orientierung im Informationsdschungel des www.  Bekannte Dienste sind scoop.it und paper.li. Dabei geht es nicht darum sich mit fremden Federn zu schmücken. Der Leser erfährt einen Mehrwert, einen Pressespiegel zu seinem Wunschthema. Es werden lange nicht alle Themen abgedeckt, so dass sich hier auch immer Nischenthemen finden, die man aufbereiten kann. Für diesen Dienst zahlt der geneigte Leser. Häufig im Abo-System.

 

Podcasts

 

Es gibt etliche Menschen, die lieber zuhören als selbst lesen. Schließlich kann man hören mit anderen Aktivitäten koppeln. Besonders gut geeignet: Laufen, Joggen, Autofahren, Kochen.

Podcasts können vielfältig sein: motivierende Reden, vorgelesene Texte, Interviews, Gedankenaustausch mit mehreren Personen. Viele fangen klein an und sitzen mit ihrem Headset vor dem Laptop. Ein entsprechendes Schneideprogramm gleicht kleine Fehler aus. Dann noch bei den entsprechenden Plattformen anmelden und los gehts.

Und auch hier verdienen die erfolgreichen Podcaster Geld mit Produktplatzierungen, dem Verkauf ihrer eigenen Produkte (Webinare, Tutorials etc.) oder sie suchen sich Sponsoren für die Podcasts. Doch Achtung: Werbeunterbrechungen während der Podcasts werden sehr häufig als überaus störend empfunden.

Klassische Medien-Bereiche

Und was ist mit Büchern, Magazinen, Zeitschriften?

 

Ja, auch in der Offline-Welt sind Medien präsent. Die Haptik beim Lesen ist für viele noch sehr wichtig. Egal ob Taschenbuch oder Hochglanzmagazin: ein Blick in die Regale der Buchhandlungen und Bahnhofskioske zeigt, dass der Markt nicht verschwunden ist. Auch wenn manche Erzeugnisse mit sinkenden Auflagen zu kämpfen oder oder zum Teil ganz verschwinden, kommen auch immer wieder neue Angebote auf den Markt. Aufschluss, ob man den Nerv der Leserschaft trifft, gibt ein Testlauf. Bevor man also eine riesige Auflage drucken lässt, kann man  eine gewisse Anzahl Probeexemplare in der Zielgruppe verteilen und um Feedback bitten. Für kleine Auflagen eignen sich die Angebote für Zeitschriften von Cewe. Die Online-Druckerei hat hier sogar mehrere Formate zur Auswahl. Wer eine Druckerei bei sich vor Ort hat, sollte auch dort einmal fragen. Eine fundierte Beratung hilft oft, Fehler von vornherein zu vermeiden.
Wer gleich ein ganzes Buch veröffentlichen möchte, muss heute nicht mal mehr einen Verlag finden. E-Books lassen sich im Selbstverlag über den Internet-Riesen Amazon vermarkten. Aber E-Book ist nicht Papier. Wer dahin möchte, sollte sich schon einen Verlag suchen.

 

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