Gründerinnen-Stories

Die erste Hochzeit wurde abgesagt – Melina Leibelt, HERZ-Blatt

Melina Leibelt – Foto: Christiane Neupert

Kurze Vorstellung der Person und der Unternehmungsidee

Ich bin Melina Leibelt (32), Grafikdesignerin und Illustratorin. Ich bin schon seit dem Studium nebenberuflich selbstständig. Nun bin ich Freiberufliche Grafikdesignerin, und betreibe in Hannover-Langenhagen die Hochzeitspapeterie HERZ-Blatt, online und offline! Im Online-Shop verkaufe ich Hochzeitskarten & Co. mit eigenen Designs und Illustrationen der Paare. Seit September bin ich außerdem Lehrerin für Gestaltung an Fachoberschule und Berufsgymnasium.

Was gab den Impuls sich selbstständig zu machen?

Hochzeitspapeterie von HERZ-Blatt – Foto: Christiane Neupert

Los ging es 2011 mit der Hochzeitskarte für eine Freundin. Traurig, aber wahr: Die Hochzeit wurde abgesagt. Ich habe die Karte dann leicht verändert bei Dawanda eingestellt. Das Interesse war riesig. Mit ein paar mehr Designs wurde daraus zunächst ein netter Nebenerwerb zur damaligen Festanstellung in einer Werbeagentur. 2013 habe ich selbst geheiratet und kam tiefer ins Thema. Was braucht man alles? Was für Dekorationen gibt es? Da habe ich gesehen, was Hochzeitspapeterie alles beinhalten muss und kann. Nach der Elternzeit mit Sohn Emil (2) bin ich nicht mehr zurück in die Agentur. Das war gut überlegt und durchgeplant.

Was sind die größten Hemmnisse bei der Gründung?

Die Selbstständigkeit ist ein Sprung ins kalte Wasser. Die „Sicherheit“ fehlt, man hat kein festes Einkommen muss sich selbst Krankenversichern und bis es richtig rund läuft auch kaum Urlaub. Ohne den vertrag als Lehrkraft hätte ich das alles nicht machen können den Hochzeiten sind ein saisonales Geschäft. Dann war der ganze Papierkram ein Graus für mich fristen abgaben zahlen Verklausulierungen und die Buchhaltung, alles nicht meins da muss mein Mann ran.

Wer oder was unterstützt Sie?

Ich habe für HERZ-Blatt Gründungszuschuss bekommen, hatte etwas gespart und 1.111 Euro bei einem Kreativwettbewerb gewonnen. Meine Jobs als freiberufliche Grafikdesignerin und mein Lehrerjob decken finanziell das nötigste ab. Einen wichtigen finanziellen Rückhalt gibt mir mein Mann, der eine feste Stelle hat. Und mein leider verstorbener Opa, der auch selbstständig war und meinen Weg wohlwollend verfolgte, hat schon mal die eine oder andere private unerfreuliche Rechnung übernommen.

Haben Sie Förderprogramme genutzt bzw. beantragt?

Ja ich habe meinen Businessplan für HERZ-Blatt geschrieben und bei der Agentur für Arbeit eingereicht, aber auch das war ein harter tränenreicher Weg, weil es seit 2011 den sogenannten Vermittlungsvorrang gibt. Ich denke man muss dort nur zeigen, dass man was auf den Kasten hat und, dass man das  wirklich will. Aber im ersten Moment dachte ich, ich bekomme die Förderung nicht.

Dann habe ich einen Gründerpreis gewonnen. Das sollte man auf jeden Fall versuchen. Man kann abgesehen von finanzieller Unterstützung auch Büroräume oder Coachings gewinnen – tolle Sache, wirklich.

Ihr Tipp für andere Gründerinnen

  1. Melina Leibelt von HERZ-Blatt – Foto: Christiane Neupert

    Das Homeoffice spart Zeit und Geld. Allerdings sollte es möglichst in einem abgeschlossenen Raum sein, dann kannst du die Tür zu machen, wenn Familie und Freizeit angesagt sind. Eine Arbeitsecke im Wohnzimmer oder Schlafzimmer guckt dich immer an. Stell wenigstens einen Paravent davor.

  2. Bau dir ein eigenes Netzwerk auf: Gut gepflegte Kontakte sind Gold wert. Auch professionelle Netzwerke sind sinnvoll. Wedding-Meet-ups und auch das Mompreneur-Meet-up sind für mich prima Gelegenheiten zum Austausch und um mal raus zu kommen. Mein eigenes Netzwerk habe ich über 10 Jahre aufgebaut. Da gibt es auch zuverlässige Kollegen, denen ich einen Job abgeben kann, wenn es Emil mal nicht gut geht.
  3. Besuche ein Gründerseminar! Ich hatte Glück und habe eins aus der hannoverschen Reihe der „Erfolgreich-Seminare“ beim Kreativ-Wettbewerb gewonnen. Aber auch wenn man Geld dafür ausgeben muss, lohnt sich das. Man bekommt wichtige Infos und Impulse und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch ist unbezahlbar. Außerdem kann man hier auch schon viel netzwerken.

SHE works! bedankt sich für das Interview!

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