Gründerinnen-Stories

lovelymama: Stillnachthemden mit dem speziellen Ausschnitt

Vom Fernsehen in die Selbstständigkeit, Nicole Noetzel hat genau das gemacht. Sie hat im Rahmen ihrer Elternzeit lovelymama gegründet, ein Unternehmen, das  Stillkleidung für die Nacht entwirft und verkauft.

  • Frau Noetzel, Sie haben das Unternehmen Lovelymama gegründet. Worum geht es?

Es geht ganz einfach gesagt um Schönes für Mamas, konkret um neu durchdachte, verbesserte Stillmode. Mein erstes Produkt ist ein Stillnachthemd, mit einem speziellen Ausschnitt, den es so auf dem Markt noch nicht gibt. Design und Schnitt für das Stillnachthemd „lovelydress“ sind beim Deutschen Patent und Markenamt (DPMA)geschützt.

  • Was gab den Impuls, sich selbstständig zu machen?

Der Impuls kam ganz einfach daher, anderen Müttern in einer besonderen Lebenssituation mit meinem Produkt zu helfen. Angefangen habe ich ja einfach nur, mir aus lauter Frust über die fehlenden Angebote auf dem Markt, selber ein Kleidungsstück zu nähen, dass mir beim Stillen hilft, mich warmhält und in dem ich mich einfach gut angezogen fühle. Jede stillende Mutter wird das kennen – in den ersten Wochen und Monaten ist man eine 24-Stunden- Milchbar. Bestimmte Bewegungen müssen zigmal am Tag ausgeführt werden, um das Baby zu füttern und dafür gab es einfach kein Kleidungsstück, das praktisch und schön zugleich ist. Als ich ein Jahr später bei Internetrecherchen immer noch nichts Gleichwertiges auf dem Markt gefunden habe, dachte ich: warum produziert das keiner, die Idee liegt doch auf der Hand? So gab es für mich nur zwei Möglichkeiten: entweder, eine Idee, die in der Schublade verstaubt, oder ein Produkt, das als Innovation auf den Markt kommt. Ich habe mich für die Innovation und das unternehmerische Risiko entschieden.

  • Was waren oder sind die größten Hemmnisse bei der Gründung Ihres Unternehmens?

Die größte Herausforderung für mich war das fehlende Knowhow. Ich komme nicht aus der Modebranche, ich hatte keine Ahnung, wie man etwas herstellt, welche Stoffe dafür in Frage kommen, wer einem helfen kann. Ich habe bei der Suche nach einem geeigneten Produzenten auch einige Niederlagen hinnehmen müssen und 2015 stand ich sogar kurz davor, alles hinzuschmeißen. Dann aber hat sich plötzlich alles gefügt – die richtigen Menschen, den passenden Hersteller, der perfekte Stoff aus Bambus und zertifizierter Biobaumwolle und so ist lovelymama tatsächlich geboren worden.

  • Allein mit Kind ein Start-up aufzubauen, ist nicht ganz einfach. Hatten Sie Unterstützung bei der Umsetzung Ihrer Geschäftsidee?

Unterstützung kam durch viele, viele Gespräche mit meinem Mann, Menschen aus der Modebranche, die ich bei meinen Recherchen kennen gelernt habe und letztlich ausschlaggebend waren tatsächlich zwei Schlüsselgespräche – eines mit meinem Steuerberater und eines mit einem Bankangestellten. Diese beiden Männer, die eigentlich überhaupt nicht meine Zielgruppe sind, konnte ich sehr schnell von meiner Produktidee und meiner Startupgründung überzeugen. Danach dachte ich, wenn die das gut finden, dann werde ich auch meine zukünftigen Kundinnen überzeugen können, bei mir zu kaufen.

  • Haben Sie Förderprogramme genutzt bzw. beantragt?

Nein, ich habe mein Startup aus privaten Ersparnissen gegründet.

  • Sie kommen beruflich aus einer ganz anderen Ecke, nämlich aus dem Journalismus. Wie kommt man denn vom Fernsehen zum Nähen?

Nähen ist eine meiner Leidenschaften: Maschine raus, Stoff rein und der Phantasie freien Lauf lassen – ich liebe diesen kreativen Prozess. Dabei kann ich alles um mich herum vergessen. Als Teenager habe ich mal bei einer Schulfreundin eine alte Nähmaschine auf dem Dachboden entdeckt: es war Liebe auf den ersten Blick. Früher habe ich Kostüme für Theateraufführungen genäht, dann kamen erste Abendkleider dazu und heute nähe ich gerne etwas für mein Kind.

  • Was würden Sie anderen gründungsinteressierten bzw. anderen Gründerinnen als Tipp mit auf den Weg geben?

Herzblut für die eigene Idee, Motivation, sie umzusetzen und das Durchsetzungsvermögen, alle nötigen Wege zu gehen –ich denke, diese drei Zutaten sind wichtig, um aus einer Idee im Kopf tatsächlich ein Unternehmen werden zu lassen. Nur, wer   wirklich überzeugt von sich und seiner Idee ist, kann auch andere überzeugen.

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1 Kommentar

  1. Carlotta Hessenfield
    24. März 2017 at 9:47

    Beeindruckend! Tolles Produkt! Geschichte inspiriert!

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