She!

Christina Storch: Meine Liebe und Leidenschaft gelten den Menschen

Christina Storch leitet gemeinsam mit ihrem Mann DAS JAMES in Flensburg. Ein High-Class-Hotel, das sie vor fünf Jahren – mitten im Corona-Lockdown – im Flensburger Hafenviertel Sonwik eröffnet haben. Geholfen hat ihnen dabei ihre langjährige Erfahrung im Hospitality-Business. Es ist bereits das fünfte Haus, das das Paar geeinsam leitet oder aus der Taufe gehoben hat. Innovativer Unternehmer:innen-Geist, Kreativität, ein Fokus auf Teambuilding-Maßnahmen sowie Herz und Hingabe sind für Christina Storch die wichtigsten Zutaten für ihr persönliches Erfolgsrezept. Im Interview mit SHE works! erzählt sie, was für sie eine gute Arbeit ist.

Frau Storch, wie definieren Sie Erfolg?

Erfolg ist für mich, wenn ich am Ende eines Tages mit einem guten Gefühl zurückblicken kann – weil ich mein Bestes gegeben und im Einklang mit meinen Werten gehandelt habe. Für den Erfolg als Team ist es wichtig zu wissen, wohin wir wollen und sich der Weg entwickeln darf um sich. Dieser Spirit – geprägt von gegenseitigem Vertrauen, gemeinsamer Verantwortung und echtem Engagement – ist entscheidend für ein kollektives Erfolgserlebnis. Er schafft die Grundlage dafür, dass alle an einem Strang ziehen, sich mit dem Ziel identifizieren und Erfolge nicht nur erreicht, sondern gemeinsam gefeiert werden. Besondere Freude empfinde ich, wenn Mitarbeitende – insbesondere Auszubildende – Erfolge erzielen, die wir als Führungsteam aktiv mitgestalten durften. Es erfüllt mich, ihre Entwicklung mitzuerleben, sie auf ihrem Weg zu begleiten und ihren Fortschritt zu fördern. Diese gemeinsamen Erfolge sind für mich ein zentraler Antrieb meiner Führungsarbeit. „Erfolg ist, einmal mehr aufzustehen, als man hingefallen ist.“ – Winston Churchill

Was zeichnet Sie aus?

Meine Liebe und Leidenschaft gelten den Menschen – sowohl unseren Gästen als auch unserem Team – sowie den Aufgaben, die ich mit Engagement übernehme.

Es bereitet mir große Freude, unseren Gästen volle Aufmerksamkeit zu schenken und ihnen ein herzliches, aufrichtiges Willkommen zu arrangieren. Tagtäglich entstehen wunderbare Begegnungen und inspirierende Gespräche mit Menschen aus aller Welt. Besonders bereichernd sind die langjährigen Beziehungen, die sich zu wiederkehrenden Gästen und treuen Stammgästen entwickeln – oft verbunden mit viel Herzlichkeit und gegenseitigem Vertrauen.

Die Hotellerie bietet eine einzigartige Bühne, auf der echte Gastfreundschaft nicht nur gelebt, sondern auch unmittelbar erlebt und wertgeschätzt wird. Das direkte Feedback unserer Gäste motiviert mich täglich aufs Neue, mit Hingabe und Begeisterung zu wirken.

Wer oder was ist Ihr Motor?

Lebensfreude und Dankbarkeit sind meine stärksten Antriebskräfte – sie begleiten mich seit frühester Kindheit und prägen meine Haltung bis heute.

Besonders erfüllend ist es für mich, gemeinsam mit meinem Mann die Herausforderung anzunehmen, ein Hotel von Grund auf mitzugestalten, zu eröffnen und zu leiten. In den vergangenen 30 Jahren durften wir gemeinsam bereits vier Häuser aufbauen – ein Weg voller Erfahrungen, Teamarbeit und tiefer Verbundenheit.

Alleine hätten wir diese Aufgaben nicht bewältigen können. Wir fühlen uns im Gottvertrauen getragen und gesegnet, und aus dieser inneren Stärke heraus leitet mich mein persönlicher Antrieb: „Ich gebe stets mein Bestes.“

Dieser Satz begleitet mich durch jede Herausforderung und ist der Motor, der mein Handeln täglich antreibt.

Straighter Weg oder Abzweigungen – wie verlief Ihr Berufsweg bisher?

Mein Berufsweg verlief tatsächlich ziemlich „straight“ – bewusst und zielgerichtet. Auch als Frau und zweifache Mutter durfte ich erleben, dass sich die richtigen Türen geöffnet haben, wenn der eigene Anspruch klar war.

Für mich war immer entscheidend: Ich wollte nicht „nur ein bisschen arbeiten“, sondern echte Verantwortung übernehmen. Dieser Anspruch an mich selbst hat meinen Weg geprägt – hin zu Führungspositionen, in denen ich gestalten, weiterentwickeln und Menschen fördern kann.

Gibt es Rollenbilder in Ihrem Alltag, denen Sie gern entkommen möchten?

Ich empfinde es als Privileg, mich nicht an starren Rollenbildern orientieren zu müssen, sondern im gegenseitigen Vertrauen mit meinem Team neue, individuelle Wege zu gehen.

Gleichzeitig beobachte ich, dass sich Rollenbilder und Erwartungen im Arbeitsalltag aktuell stark verändern – insbesondere in Bezug auf Verantwortungsbewusstsein und Leistungsbereitschaft. Die klassische Identifikation mit der eigenen Rolle und der Wunsch, wirklich etwas zu bewegen, stehen nicht mehr bei allen Mitarbeitenden im Vordergrund.

Genau darin sehe ich meine Führungsaufgabe und Herausforderung: das innere Feuer – die Freude an der eigenen Wirksamkeit – in Menschen neu zu entfachen und sie für ihre Rolle im Team zu begeistern.

Welche eigene Erfahrung geben Sie anderen Frauen als Tipp mit auf den Weg?

Wähle deinen Arbeitgeber mit Bedacht – und stelle dir ehrlich die Frage: Für wen arbeite ich eigentlich?

Es lohnt sich, genau hinzuschauen: Identifiziere ich mich mit der Aufgabe? Kann ich daran persönlich und fachlich wachsen? Nur wenn diese Basis stimmt, entsteht echte Motivation und Entwicklung.

Außerdem ist für mich klar: Ich sehe mich nie als Einzelkämpferin, sondern immer als Teil eines großen Ganzen. In der Luxus-Hotellerie funktioniert nichts ohne ein starkes, exzellentes Team. Deshalb handele ich bewusst aus der „Wir“-Rolle – denn echter Erfolg ist immer Teamarbeit.

Vielen Dank für das Gespräch!

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