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Aus Alsterloge wird nushu

400 Anmeldungen und nur 100 Plätze. Die Alsterloge, die Melanie Schütze 2015 ins Leben rief, war viel zu schnell viel zu klein geworden. 350 Absagen zu verschicken, sagte der gebürtigen Münchnerin nicht zu. Und so schloss sie die Alsterloge und gründete nushu:

Frau Schütze, von der Alsterloge zu nushu. Warum haben Sie die Alsterloge eingestellt?

Ich war und bin stolz darauf, dass die ALSTERLOGE so schnell gewachsen ist, zuletzt waren wir rund 1.400 Frauen. Doch es gab auch ein paar Dinge, die ich nicht gut fand: Ich musste mit zunehmender Größe des Netzwerkes erkennen, dass ich der limitierende Faktor der ALSTERLOGE wurde. Mangels einer digitalen Plattform liefen alle coolen Jobs, Projekte etc. immer über meinen Schreibtisch. Mein Kopf platzte regelmäßig, denn ich hatte so viele vertrauliche Infos im Kopf und tat stets alles, um zu verbinden, was aus meiner Sicht zusammengehörte: Jobs und Kandidatinnen, Gründerin und Gründungsinteressierte und so weiter. Bei den Events hatte ich bis zu 450 Anmeldungen vorliegen und nur 100 Plätze zu vergeben. Ich wusste mir nicht anders zu helfen, als sie der Fairness halber zu verlosen. Es ist nicht schön, 350 Absagen zu verschicken. Denn meistens ist es ja so, dass Frau sich vor allem dann vernetzen möchte, wenn sie akut Inspiration sucht, vielleicht sogar weil sie sich beruflich verändern möchte. Da rafft man sich also auf, meldet sich an und dann kommt eine Absage. Doof!

Auf der Website ist zu lesen: nushu, der coolste Businessclub Deutschlands. Was ist nushu?

Unser Name erklärt sich wie folgt: In chinesischen Dörfern hatten Frauen jahrhundertelang kaum Rechte. Ihre Füße wurden in jungen Jahren gebunden, die Zwangsheirat trennte sie von Familie und Freundinnen und die verkrüppelten Füße ketteten sie an das Haus ihres Ehemanns. Doch in einer männlich dominierten Welt fanden sie einen Weg den Austausch mit ihren Vertrauten weiterzuführen. Sie entwickelten eine Geheimschrift, die nur Frauen geläufig war: nǚshū. Ein Synonym für die Kraft weiblicher Netze. Wir sehen das nämlich so: Hinter jeder erfolgreichen Frau stehen starke Frauen, die sie unterstützen! Kurzum: Der coolste Club Deutschlands. Female Business only ;).

Sie werben damit, dass nushu der Gegenentwurf zum Old-Boys-Network ist. Was machen Sie anders?

Bei uns muss man nicht etabliert sein, um sich zu etablieren. In vielen klassischen Clubs ist es nämlich so, dass man beispielsweise Bürgen braucht, um selbst Mitglied werden zu können. Das ist aber schwierig, gerade wenn man jung ist. Wir sind sozusagen der Young-Ladies-Club. Junge, ambitionierte Frauen treffen bei uns aufeinander, Frauen, die noch nicht ganz oben auf der Karriereleiter angekommen sind, aber auf dem besten Weg dorthin sind.

Und welche Dienstleistungen bietet nushu an?

Bei uns findet man in Zukunft alles, was Frau braucht um richtig durchzustarten! Wir ziehen die Fäden im Hintergrund, vernetzen mit Frauen und Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und liefern authentische Einblicke und Tiefgang durch inspirierende Webinare und locker- leichte Events. Und noch viel mehr, aber das ist noch geheim;)!

Die Alsterloge zeichnete sich vor allem durch ihre innovativen Netzwerktreffen aus. Wird es diese denn weiterhin geben?

Auf jeden Fall! Zusätzlich haben wir ein weiteres Format entwickelt, nushu breaky. Da laden wir einen kleinere Runde zu einem kurzen, intensiven Frühstück ein. Es gibt einen fachlichen Impuls von einem nushu member, man kann sich also fortbilden und gleichzeitig Kontakte pflegen. Das ist auch für Mamas gut, für die unsere Abendveranstaltungen nicht immer zeitlich passen. In Hamburg finden jeden Monat zwei Events statt, ab Herbst dann auch in München.

Sie bauen mit nushu auch eine Community auf. Was erwartet die Mitglieder und wer darf denn alles mitmachen?

Mitmachen dürfen ambitionierte Frauen, die Spaß am Austausch haben. Wir sind junge Akademikerinnen aus ganz unterschiedlichen Branchen und Positionen. Man kann sich bei uns mit einem Link zum beruflichen Profil ganz einfach vorstellen, wenn es passt, vereinbaren wir ein gemeinsames Kaffeedate. Sollten sich beide Seiten im Gespräch wohlfühlen, freuen wir uns über ein weiteres member im Team nushu! Wir achten dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den einzelnen Branchen und Positionen, um Vielfalt abbilden zu können.

Was sind Ihre Ziele für die kommenden Jahre?

Wir haben einen traumhaften Start hingelegt und möchten das natürlich weiterhin so fortführen. Wir werden von Anfragen potentieller Member überhäuft und haben zudem starke Partner gewonnen: Unilever, Accenture und die Deutsche Bahn zum Beispiel. Sie haben großes Vertrauen in unser junges Unternehmen gesetzt, das macht uns sehr glücklich. Wir möchten natürlich weiter so wachsen und nushu deutschlandweit etablieren. Denn wir finden, es ist an der Zeit für eine starke Vernetzung unter starken und jungen Frauen!

Vielen Dank für das Gespräch!

Und hier geht es zu nushu: www.teamnushu.de

 

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