Aktuelles

Der Gender Pay Gap oder die Entgeltlücke

Trauriger Fakt in der EU ist nach wie vor, dass Frauen leider nicht das gleiche Geld verdienen wie Männer. Noch immer gibt es eine sogenannte Entgeltlücke oder den Gender Pay Gap. Was das überhaupt ist und die Entgeltlücke berechnet wird, hat der DGB zusammengetragen.

Was ist eigentlich die Entgeltlücke?

Die Entgeltlücke – auch geschlechtsspezifisches Lohngefälle, Gender Pay Gap, Geschlechter-Einkommenslücke, etc. genannt – bezeichnet den Unterschied in den Bruttostundenlöhnen zwischen Frauen und Männern. Dabei werden die Löhne und Gehälter aller in Deutschland Beschäftigten in die Berechnung einbezogen.

Wie hoch ist die Entgeltlücke?

EU-weit verdienen Frauen rund 16% weniger pro Stunde als Männer. Dabei unterscheiden sich die Länder der EU deutlich voneinander: Von ca. 3% in Slowenien bis knapp 30% in Estland reicht die Spannweite des Lohngefälles (Eurostat 2013). Deutschland liegt mit rund 22% im oberen und sehr bedenklichen Bereich. In den letzten Jahren ist zwar eine stete Verbesserung zu sehen, jedoch beträgt diese nur rund ein Prozent.

Wie wird die Entgeltlücke berechnet?

Wieviel Prozent des Einkommens von Männern beträgt das Einkommen von Frauen? Diese Frage liegt der Berechnung auf Basis der sogenannten Verdienststrukturerhebung (VSE) zugrunde. Als geschlechtsspezifisches Lohngefälle wird dabei der Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttolohn/Stunde von männlichen und weiblichen Arbeitnehmern betrachtet.

Nicht einbezogen werden Unterschiede in Arbeitszeiten, Erfahrungen, Arten der Tätigkeit oder Ausbildung, weshalb die Ergebnisse oft als „unbereinigt“ bezeichnet werden. Sonderzahlungen, Boni oder ähnliche unregelmäßige Zahlungsleistungen fließen jedoch in die Erhebung ein, was wiederum die eigentliche Höhe des Bruttostundenlohns verzerren kann. Die Entgeltlücke ist somit ein Richtwert, der in bestimmten Zusammenhängen genauer bestimmt werden muss.

Welche Folgen hat die Entgeltlücke für Frauen?

Wer über längere Zeit weniger verdient, erhält eine geringere Rente oder Pension. Einige Frauen haben in ihrem Leben so wenig verdient, dass sie im Alter verarmen. Das Risiko der Altersarmut ist nicht zur verachten: Für Männer liegt dieses bei rund 16%, Frauen sind zu knapp 22% betroffen. Armut im Alter bedroht demnach beinahe jede vierte Frau.

 

Vorheriger Beitrag

Gründerzeit für Existenzgründung durch freie Berufe erschienen

Nächster Beitrag

Engagementstrategie des Bundesfamilienministeriums setzt neue Schwerpunkte

kein Kommentar

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.