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Eltern als Unternehmer: Geschlechtergefälle hinsichtlich Finanzierung und Kinderbetreuung

Elternschaft sowie ein eigenes Unternehmen gehören zu den herausforderndsten und bereicherndsten Dingen, die man erleben kann. Eine kürzlich von der Kreativ-Plattform 99designs unter rund 1.900 Unternehmern weltweit durchgeführte Umfrage zeigt jedoch, dass Frauen mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert werden, wenn es darum geht, Elternschaft und Unternehmertum miteinander zu verbinden.

Demnach gründen Mütter in der Regel mit weitaus weniger finanziellen Mitteln als Väter: 47% der befragten Väter gaben an, rund 45.000€ Fremdkapital für ihren Unternehmensstart eingesammelt zu haben, verglichen mit nur 28% der befragten Mütter. Diese sind in 54 Prozent der Fälle auch noch primäre Kinderbetreuer in ihrer jeweiligen Familie. Nur 37% der männlichen Teilnehmer schreiben sich diese Rolle zu. Das hat zur Folge, dass fast ein Drittel der befragten Gründerinnen mehr als 50 Stunden pro Woche für die Kinderbetreuung aufbringt – und das zusätzlich zur Führung eines eigenen Businesses. Im Vergleich dazu investieren lediglich 10% der gründenden Väter 50 Stunden und mehr pro Woche in die Kinderbetreuung.

Großteil der Betreuungsverantwortung liegt bei den Frauen

Hinzu kommt, dass Gründerinnen mit Kindern nicht nur häufiger als ihre männlichen Kollegen, sondern auch als jede andere Gruppe regelmäßig Zeit für gemeinnützige Organisationen und Wohltätigkeitsorganisationen aufbringen (78% gegenüber 62% der befragten Väter, die ihr eigenes Unternehmen führen).

„Unternehmer zu sein ist hart, aber als Elternteil – und insbesondere als Mutter – ist es sogar noch schwieriger“, sagt Patrick Llewellyn, CEO von 99designs. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Großteil der Betreuungsverantwortung bei den Frauen liegt, was letztlich sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Arbeit selbst zu einer Benachteiligung führt. Durch die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Designern wissen wir, dass das Ausbalancieren der Rollen des Unternehmers und der Mutter beziehungsweise des Vaters einem Drahtseilakt gleicht. Daher halten wir es für wichtig, darauf aufmerksam zu machen, was es bedeutet, ein Unternehmen erfolgreich zu führen – sowohl im Büro als auch zu Hause.“

Weitere Ergebnisse:

Die Finanzierungslücke zwischen gründenden Müttern und Vätern spiegelt sich in allen Phasen des Unternehmenswachstums wider:

  • 11% der Gründer mit Kindern haben zwischen 45.000 und 90.000 Euro Kapital eingesammelt, dies gilt aber nur für 6% der Gründerinnen mit Kindern.
  • 36% der befragten Väter haben sogar mehr als 90.000 Euro eingesammelt, demgegenüber ist dies nur 22% der gründenden Mütter gelungen.

Tatsächlich arbeitet rund die Hälfte der Mütter aufgrund der Kinderbetreuung in doppelter Vollzeit:

  • 30% der Mompreneure verbringen jede Woche zusätzlich zu ihren Jobs noch über 50 Stunden mit der Betreuung ihrer Kinder, verglichen mit nur 10% der selbständigen Väter.
  • Weitere 21% der Gründerinnen verbringen wöchentlich 31-49 Stunden für die Kinderbetreuung, demgegenüber stehen nur 12% der männlichen Gründer.

Gründerinnen sind mit ihrer Zeit großzügiger, wenn es um die Gemeinschaft geht:

  • Insgesamt sind 71% der Unternehmerinnen (Eltern und Nichteltern) ehrenamtlich tätig, während es bei den männlichen Unternehmern 61% sind (Eltern und Nichteltern).
  • Mütter in dieser Gruppe wenden sogar noch mehr Zeit auf: 78% unterstützen regelmäßig gemeinnützige Organisationen, jedoch nur 62% der befragten Väter.
  • 69% der befragten Alleinerziehenden betätigen sich ehrenamtlich.

Die Einstellung der Eltern zum Unternehmertum verändert sich mit den Generationen:

  • 43% der Umfragenteilnehmer hatten mindestens einen Elternteil, der ebenfalls selbstständig tätig war.
  • Allerdings wurden die meisten Gründer (72%) in ihrer Jugend nicht dazu ermutigt, die Selbstständigkeit als gute Karrieremöglichkeit zu betrachten.
  • Nur 21% der Frauen wurden von ihren Eltern dazu ermutigt, ein eigenes Unternehmen zu gründen, verglichen mit 31% der Männer.
  • Das ändert sich: 82% aller Befragten mit Kindern würden ihren eigenen Nachwuchs aktiv zum Unternehmertum ermutigen.
  • Nur 2% gaben an, dass sie ihre Kinder von einer Gründung abhalten würden.
  • Interessanterweise neigen vor allem alleinerziehende Unternehmer (89%) dazu, ihre Kinder aktiv zum Unternehmertum zu ermutigen.

Eltern sind zuversichtlich und glauben an den Erfolg ihrer Unternehmen:

  • 77% der Mütter erwarten, dass ihre Geschäftserlöse 2019 steigen werden, verglichen mit 82% der gründenden Väter.
  • 53% der gründenden Mütter sind Solopreneure, 40% haben 2-10 Mitarbeiter.
  • 40% der befragten Väter sind Solopreneure, 49% haben zwischen 2 und 10 Beschäftigten.

Methodik:
Die Umfrage wurde von 99designs via Email zwischen März und April 2019 durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.889 Unternehmer/-innen aus den folgenden Regionen teil: Nordamerika (673), Europa (671), Wirtschaftsraum Asien-Pazifik (195), Südamerika (61), Unbekannt (287). 1.136 Teilnehmer waren männlich, 753 weiblich. 903 Teilnehmer gaben an, minderjährige Familienmitglieder zu haben oder sich um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern. Alle Dollar-Beträge wurden nach aktuellem Kurs (Stand 07. Mai 2019) in Euro umgerechnet.

Über 99designs:
99designs ist die globale Plattform, die es Designern und Kunden leicht macht, gemeinsam eindrucksvolle Designs zu erarbeiten. Seit 2008 hat sich 99designs von einem kleinen Online-Forum in eine globale Community talentierter Designern entwickelt. Die Kreativ-Plattform ist Anlaufstelle für Unternehmen, Agenturen und Personen, die Grafikdesign benötigen. Ihr Hauptsitz liegt in Melbourne, Australien, weitere Büros in Oakland, Kalifornien und Berlin, Deutschland.
Besuchen Sie www.99designs.de für weitere Informationen.

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