Aktuelles

Erfolgsfaktor Familie: Der Kulturcheck im Überblick

Die Kulturstudie des Familienministeriums zeigt, dass sich knapp die Hälfte der Unternehmen als familienfreundlich einschätzen, jedoch nur ein Viertel der Beschäftigten diese Ansicht teilen. Oft gibt es eine grundlegende Familienfreundlichkeit in deutschen Unternehmen, aber es fehlt noch an konkreten Maßnahmen, um den Angestellten den Balanceakt zwischen Beruf und Familie zu erleichtern.

Der Kulturcheck des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ des Familienministeriums ermöglicht es Personalverantwortlichen, mittels weniger Fragen auszuloten, wo die eigene Firma in Sachen Familienfreundlichkeit steht, und erhalten aus dem Ergebnis direkt Handlungsempfehlungen. Dieses Online-Tool steht kostenfrei zur Verfügung.

Schneller Überblick über die Lage

Der Kulturcheck, der vom Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“ in Kooperation mit dem Bundesverband der Personalmanager (BPM) entwickelt wurde, ermöglicht mit Hilfe eines Online-Tests einen einfachen und schnellen Überblick über die bestehende Unternehmenskultur.

Zunächst bewerten die Unternehmen die Familienfreundlichkeit ihrer Unternehmenskultur in einer intuitiven Ersteinschätzung in fünf Kulturkategorien:

  • Unternehmensziele und -werte
  • Interne und externe Kommunikation
  • Familienfreundliche Arbeitsbedingungen
  • Neue Zielgruppen und Lebensphasenorientierung
  • Führungsverhalten und Management

In allen Kategorien folgen Detailfragen, mit denen die Kultur detaillierter beurteilt werden kann. Aus den Ergebnissen werden individuelle Entwicklungspotenziale und Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Checken Sie Ihre Unternehmenskultur!

Nur wenn die Unternehmenskultur familienfreundlich ist, kann Vereinbarkeit in einem Unternehmen von allen Beschäftigten gelebt werden. Finden Sie jetzt unkompliziert heraus, wie familienfreundlich Ihre Unternehmenskultur ist.

Hier geht’s zum Kulturcheck 

Zwischenauswertung

Bis heute haben über 1.000 Unternehmen am Kulturcheck teilgenommen. Dies zeigt, dass viele Unternehmen die Relevanz einer familienfreundlichen Unternehmenskultur bereits erkannt haben.

Alle Teilnehmenden haben bereits eine individuelle Auswertung und Handlungsempfehlung erhalten – um einen Vergleich zu ermöglichen, wird hier die Gesamtauswertung dargestellt.

Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, aber bilden einen guten Querschnitt der Unternehmenslandschaft in Deutschland ab – Unternehmen aller Größenordnungen und verschiedener Branchen haben sich beteiligt.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

Familienfreundlichkeit ist wichtig – darüber sind sich inzwischen Dreiviertel (74 Prozent) der deutschen Unternehmen einig. Doch wie spiegelt sich diese Einstellung in der Unternehmenskultur wider?

Durchschnittlich wurde ein Wert von 2,11 von maximal 5 erzielt.

Das bedeutet, dass in der Breite gute Ansätze einer familienfreundlichen Kultur vorhanden sind, aber auch noch viel Optimierungspotenzial besteht.

Unternehmen schätzen sich zu positiv ein.

Die Einschätzung der Unternehmen zeigt: Sie schätzen sich familienfreundlicher ein als sie es auf der Basis ihrer Antworten bei den einzelnen Kultur-Kriterien sind. Die größte Differenz zwischen dieser intuitiven Ersteinschätzung und den Detailantworten betrifft den Bereich „Unternehmensziele und -werte“.

Die Ausprägung der Familienfreundlichkeit unterscheidet sich.

Familienfreundlichkeit in der Unternehmenskultur unterscheidet sich bei KMUs und großen Unternehmen. Während bei kleineren oftmals deutlich mehr individuelle und eher informellere Vereinbarkeitsmodelle angeboten werden, ist Vereinbarkeit bei den großen Unternehmen eher standardisiert und in Leitbildern verankert.

Unternehmen lassen sich anhand ihrer Kultur in drei Typen einteilen.

„Die Champions“, „Die Soliden“ und „Die Nachzügler“. Diese unterscheiden sich insgesamt sowie in einzelnen Aspekten bezüglich der Familienfreundlichkeit ihrer Unternehmenskultur. Die drei Typen und ihre Charakteristika zeigten sich hier genauso wie in einer kürzlich erfolgten repräsentativen Befragung deutscher Unternehmen, der Kulturstudie. Die Mehrheit der Champions sind dabei Großunternehmen.

Der Weg zu mehr Familienfreundlichkeit

Der Kurzkulturcheck zeigt den teilnehmenden Unternehmen, wie familienfreundlich sie aktuell sind. Er zeigt – auf die eigenen Antworten bezogen – individuelle Entwicklungspotenziale auf, um einen nachhaltigen Kulturwandel weiter voranzutreiben.

Zusätzliche Hinweise ergeben sich aus der Gesamtbetrachtung im Sinne von „Lernen von den Besten“: Die „Champions“ zeigen, was ergänzend dazu auf dem Weg zu einer familienfreundlichen Unternehmenskultur hilfreich sein kann:

Verbindliche Vereinbarkeitsziele setzen

Fassbare Aspekte wie z. B. Leitlinien oder Kulturverträge prägen eine familienfreundliche Kultur. Sie zeigen intern und extern, dass Familienfreundlichkeit im Fokus des Unternehmens steht. In KMUs mit einer eher individuellen und informellen Kultur ist diese Verankerung abkömmlich. Der persönliche Dialog ersetzt hier die Formalisierung.

Vereinbarkeit aktiv kommunizieren

Familienfreundlichkeit wird in hohem Maße durch offene Kommunikation zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten gefördert. Individuelle Gespräche mit der Führungskraft oder die Darstellung von Best-Practice-Modellen im Intranet sind potenzielle Möglichkeiten.

Familienfreundlichkeit leben

Vereinbarkeitsfördernde Angebote sollten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genutzt werden können, ohne dass sie Nachteile befürchten müssen. Die Führungskräfte als Vorbilder spielen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle: Diese sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Selbst bei den äußerst familienfreundlichen „Champions“ besteht hier noch Handlungsbedarf – die vermehrte Durchführung individueller Beratungen besonders in großen Unternehmen hilft Beschäftigten, Vereinbarkeit zu leben.

Familienfreundlichkeit kontinuierlich evaluieren

Unternehmenskultur unterliegt einem stetigen Wandel. Fit für die Zukunft wird sie durch eine systematische und kontinuierliche Kontrolle und Anpassung an veränderte Bedarfe. Möglichkeiten dazu bieten Reviews und Kennzahlenprüfungen sowie standardisierte Abfragen unter Einbezug der Beschäftigten. In kleineren Unternehmen funktioniert eine Prüfung der Realkultur oft auch durch den bewussten persönlichen Kontakt.

 

Vorheriger Beitrag

Sondierungsgespräche: Gleichstellungspolitik darf nicht auf zwei Zeilen reduziert werden

Nächster Beitrag

Ich bin geflasht! - Gründerinnen am Gründerinnentag in Göttingen

kein Kommentar

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.