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Frauen in Führungspositionen steigern Leistung und Umsatz

Eine Studie der ILO zeigt, dass Unternehmen, die über 30 Prozent Frauen in Führungspositionen haben, ihren Gewinn steigern, berichtet die Edition F.

Chancengleichheit herrscht zwischen den Geschlechtern im Arbeitsalltag auch 2019 nicht. Das geht vom Gender-Pay-Gap bis hin zu Beförderungen in die Führungsetagen, für die Thomas weiterhin Thomas bevorzugt. Und gerade der Mangel an Frauen in einem Team ist kaum verständlich, wenn man sich Zahlen wie die der neuen Studie der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) anschaut. Denn mit mehr Frauen in Führungspositionen steigt auch die Leistung des Unternehmens. Das bedeutet: Unternehmen schaden sich selbst, wenn sie sich nicht bewegen – oder profitieren durch ein Umdenken. Und das schon ganz simpel rein ökonomisch.

Für die Studie „Women in Business und Management: The business case for change“ wurden 12.000 Firmen in 70 verschiedenen Ländern befragt. Knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen bestätigten, dass ausgeglichenere Geschlechterverhältnisse die Leistung steigerten. Das zeichnet sich beispielsweise dadurch ab, dass sie eine Gewinnsteigerung zwischen zehn und fünfzehn Prozent erzielten.

Mit Frauen kommen auch Verbesserungen

Die positiven Effekte setzen ein, sobald 30 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt sind. Unternehmen, in denen das der Fall ist, erzählen von Verbesserungen in Bereichen wie Kreativität, Innovation und Offenheit in der Unternehmenskultur. Zudem gaben über die Hälfte der befragten Firmen an, dass sie ihre Mitarbeiter*innen besser halten oder neue gewinnen können. Auch die Wirkung nach außen, wie zum Beispiel auf Kund*innen, sei gestiegen.

Die Studienleiter*innen ziehen aus den Ergebnissen folgendes Fazit: Unternehmen sollten konkrete Maßnahmen entwerfen, um freie Stellen mit Frauen zu besetzen. Zudem müssen Strategien entwickelt werden, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben beider Geschlechter fördern, sowie flexible Arbeitszeit und Elternzeitunterstützen.

Noch liegt beim Großteil der befragten Unternehmen der Anteil weiblicher Führungspositionen aktuell unter den 30 Prozent. Deborah Frane-Massin, Direktorin des ILO-Büros, zieht als Erkenntnis aus der Studie, dass Geschlechtervielfalt nicht mehr nur in der Personalabteilung Beachtung finden muss. Diversität müsse stattdessen ein fundamentales Unternehmensziel sein, von dem alle profitieren können. Ein ausgeglicheneres Geschlechterverhältnis kann da natürlich nur der Anfang sein.

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