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Karriereziele: Männer unterscheiden sich hier stark von Frauen

Von der Stiftung Familienunternehmen

„Frauen und Männer unterscheiden sich nach wie vor deutlich in ihren Karrierezielen und Erwartungen an ihren Arbeitsplatz“. Das fasst Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, die Langzeitbefragung von hochqualifizierten Fach- und Führungskräften zusammen, die im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen von der TU München soeben vorgelegt wurde. Mit der Befragung von insgesamt 2.400 Teilnehmern an den „Karrieretagen Familienunternehmen“ gehört sie zu den umfangreichsten im deutschsprachigen Raum. Sie fand zwischen zwischen 2008 und 2015 statt.

Männer streben danach deutlich häufiger Positionen wie Führungskraft, Vorstandsmitglied oder eine berufliche Selbstständigkeit an. Knapp 19 Prozent der männlichen Befragten wollen Unternehmer werden, bei den Frauen sind es nur neun Prozent. Acht Prozent der Männer visieren eine Vorstandsposition an. Jedoch nur drei Prozent der Frauen, die signifikant öfter (22 Prozent) eine Projektleitung bevorzugen. „Frauen finden eine Fachlaufbahn attraktiver, da sie möglicherweise viel früher die Vereinbarkeit von bestimmten Positionen mit einer Familie antizipieren und sich selbst nach wie vor in erster Linie in der Pflicht sehen, beides miteinander zu vereinbaren“, kommentiert Studien-Autorin Prof. Alwine Mohnen.

Ausnahme bei Vergütung und Sozialleistungen

abb-10_karriereziele-maenner-frauen_e2Eine Ausnahme gibt es jedoch. „Attraktive Vergütung und Sozialleistungen“ war noch im Jahr 2008 nur für 12,7 Prozent der befragten weiblichen Bewerber eines der drei wichtigsten Merkmale bei der Arbeitgeberwahl. Im Jahr 2015 hat sich der Anteil auf 38,1 Prozent verdreifacht (Männer 46,4 Prozent). „Bei der Frage nach dem Stellenwert der Vergütung gleichen sich die Geschlechter an. Frauen werden seit Jahren in puncto Gehalt selbstbewusster. Darin spiegelt sich eine gewachsene Gleichberechtigung im Berufsleben wie auch die Notwendigkeit für viele Frauen, das Haushaltseinkommen ganz oder teilweise zu finanzieren“, erklärt Heidbreder. Für Männer steht beim gesuchten Jobprofil das Gehalt an erster Stelle, während Frauen eine gute Arbeitsatmosphäre am wichtigsten ist.

Gute Mitarbeiterführung bei Familienunternehmen wichtig

Die gute Mitarbeiterführung erwarten die Befragten eher bei Familienunternehmen als bei Nicht-Familienunternehmen. „Gute Arbeitsatmosphäre und Teamgeist“ erwarten aktuell 82,7 Prozent der Teilnehmer eher in Familienunternehmen, gefolgt von der „Möglichkeit zum eigenverantwortlichen Arbeiten“ (81,4 Prozent), „Flachen Hierarchien“ (78,4 Prozent) sowie einem „Kooperativen Führungsstil“ (72,9 Prozent). Insgesamt liegen sie bei elf von 14 abgefragten Kategorien vor den Nicht-Familienunteabb-6_vergleich-fu-vs-nfu-karrieretag_e1rnehmen. Nur in den Bereichen „Internationalität“, „Standort“ und „Vergütung“ werden die Nicht-Familienunternehmen als besser wahrgenommen. „Die Familienunternehmen besitzen eine gute Ausgangsposition, um die High Potentials zu erreichen. Die vielen Weltmarktführer unter ihnen sollten ihre internationale Einsatzmöglichkeiten und Karrierechancen künftig stärker herausstellen“. Das sagt Stefan Klemm, Inhaber des Entrepreneurs Clubs.

Wie hoch der Stellenwert von Familie und Partnerschaft übrigens für beide Geschlechter ist, zeigt das Ergebnis zur „Internationalität“. So ist es für 72 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer wichtig bis sehr wichtig, dass der Arbeitgeber bei Auslandsentsendungen sowohl bei der Arbeitssuche des Partners wie auch bei der Kinderbetreuung unterstützt.
Die Studie „Familienunternehmen als Arbeitgeber. Die Einstellungen und Erwartungen junger Fach- und Führungskräfte“ steht unter www.familienunternehmen.de als Download zur Verfügung.

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