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Mama-Feuerwehr – Notfallbetreuung von Kindern in München

Kind krank, Kita streikt? Was tun, wenn man zur Arbeit muss?

Anja Simon kennt das aus eigener Erfahrung. Sie war bis Anfang 2015 festangestellt und musste sich immer wieder mit der Situation auseinander setzen. Daraus erwuchs die Idee der Mama-Feuerwehr, einer zuverlässigen Kindernotfallbetreuung in München.

SHE works! hat Anja Simon mal nach der Entstehung befragt.

Wie kamen Sie auf die Idee die Mama-Feuerwehr ins Leben zu rufen?

Meinem Mann und mir ging es lange wie vielen Eltern: Was passiert, wenn das Kind krank wird und nicht in die Kita kann? Eine solche Ausnahmesituation ist eine große Herausforderung für arbeitende Eltern und es stresst sehr, wenn man in der Arbeit nicht schon wieder fehlen kann.


Aus dieser Situation heraus kam die Idee der Kindernotfallbetreuung. Nach einiger Recherche habe ich festgestellt, dass es vor allem mit spontaner Notbetreuung sehr schwierig ist und es hier noch kein Angebot in München gibt.

Gibt es bestimmte Vorkenntnisse bei Ihnen wie zum Beispiel eine entsprechende Ausbildung?

Ich selber komme aus dem Bereich Marketing und habe eher den betriebswirtschaftlichen Hintergrund.
Alle meine Mitarbeiterinnen haben entweder einen pädagogischen oder medizinischen Hintergrund oder umfangreiche Erfahrungen im Bereich Kinderbetreuung. Alle haben einen Erste Hilfe Kurs am Kind und ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Ich habe sie alle persönlich interviewt und kann sie wirklich wärmstens empfehlen. Sie können alle wunderbar mit Kindern umgehen.

Wie sind Sie die Umsetzung ihrer Gründungsidee angegangen?

Ich war bis zum wirklichen „ Start“ Anfang März in einem Angestelltenverhältnis im Bereich Marketing tätig. Ich habe also alles „nebenher“ angefangen und organisiert. Ich habe einen umfangreichen Businessplan geschrieben, Werbematerialien und die Webseite erstellt und dann die Mitarbeiter rekrutiert. Es war insgesamt alles sehr zeitaufwendig und anstrengend. Auf der anderen Seite hatte ich immer die finanzielle Sicherheit meiner Anstellung. Insgesamt hat meine Startphase dafür fast eineinhalb Jahre gedauert.

Wer kann Ihren Service in Anspruch nehmen?

Der Service richtet sich zum einen an Privatpersonen, also Familien mit Kindern , die in eine Notsituation bei der Kinderbetreuung kommen. Sei es, weil das Kind krank ist und ein wichtiger Termin ansteht, die Eltern neben dem Kind auch noch selber krank sind und einfach einmal ein paar Stunden Kinderbetreuung benötigen, oder aber weil der Babysitter kurzfristig abgesprungen ist. Wir kommen in jeder Art von Notfall.
Zum anderen können Unternehmen Ihren Mitarbeitern unseren Service anbieten und somit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Ein solches Angebot von Unternehmen an Ihre Mitarbeiter reduziert Fehlzeiten und bedeutet natürlich eine bessere Planbarkeit für alle Arbeitsabläufe. Ganz zu schweigen von der Mitarbeitermotivation und Bindung an das Unternehmen.

In welchen Fällen kann ich Feuerwehr-Mamas anfordern?

Wir kommen in jeder Art von Notfall. Nicht nur, wenn das Kind krank ist. Wir sehen seit dem Start, dass auch viele andere Formen von Notfällen eintreten können, wo die Eltern einfach kurzfristige Unterstützung benötigen

Gab es Vorbilder oder bereits ähnliche Einrichtungen, an denen Sie sich orientiert haben?

Es gibt natürlich schon Kindernotfallbetreuungen mit ganz verschiedenen Schwerpunkten. In München gibt es aktuell allerdings keine, die zeitlich so gut zu erreichen ist, innerhalb von 2 Stunden kommt und die in jeder Art von Notfall einspringt.

Die Gründung von Unternehmen ist meist ein langwieriger Prozess. Hatten Sie bei der Umsetzung Probleme?

Wie gesagt habe ich schon 1.5 Jahre gebraucht, um das ganze Projekt umzusetzen. Das hing auch damit zusammen, dass der Schritt in die Selbständigkeit einfach sehr groß ist und ich mir dies gründlich überlegen musste.
Eine besondere Herausforderung bei der Umsetzung war die Frage: „Was zuerst“: Erst Mitarbeiter einstellen oder erst werben. Das war die Henne – Ei Frage. Das ist und war ein Spagat.

Eine heikle oder auch persönliche Frage: Gab es eine finanzielle Unterstützung, einen Kredit oder eine Förderung, mit der Sie die erste Gründungsphase überbrücken konnten?

Die Mama-Feuerwehr ist komplett eigenfinanziert was die Investitionen angeht. In der Gründungsphase bekomme ich den Existenzgründerzuschuss vom Arbeitsamt, das ist natürlich eine enorme Erleichterung, auch wenn dieser ja nicht besonders lange gezahlt wird.

Haben Sie während der Gründung auf Coaches oder Berater zurück gegriffen?

Ich habe an einem Existenzgründerseminar teilgenommen und ein wirklich kleines Coaching für die Gründung in Anspruch genommen. Hierbei ging es vor allem um sehr konkrete Fragen, bei denen ich alleine nicht weitergekommen bin. Da brauchte ich jemanden, der einmal von außen darauf schaut.
Aktuell setze ich aber alles alleine um.

Mussten Sie Hürden bei der Gründung meistern?

Ich bin ja aktuell irgendwie noch in der Gründung, denn die Mama-Feuerwehr gib es ja erst seit 2 Monaten. Die Hürden, die jetzt genommen werden müssen sind vor allem, die Bekanntheit zu steigern und das Vertrauen der Eltern zu gewinnen.

Was können Sie anderen Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Irgendwann muss man den Schritt wagen und einfach starten.

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