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Personalberater platzieren mehr Frauen und digitale Kandidaten

Die deutschen Personalberater haben bei ihren Kunden aus Wirtschaft und Verwaltung im Jahr 2018 mehr Frauen und Kandidaten für digitale Positionen als im Vorjahr präsentiert und auch platziert. Das zeigt die aktuelle Branchenstudie „Personalberatung in Deutschland 2019“ des Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU).

Der Anteil weiblicher Kandidaten bei der finalen Platzierung in den Such- und Auswahlprojekten stieg auf 27,5 Prozent (Anteil 2017: 26 %). Der Anteil von Kandidaten mit direktem digitalen Bezug – zum Beispiel Chief Digital Officer (CDO) – legte auf 13,5 Prozent zu. (Anteil: 2017: 11 %). Der Umsatz der Personalberatungsbranche ist im Jahr 2018 um 7,5 Prozent auf insgesamt 2,36 Milliarden Euro gestiegen. Auch für das laufende Jahr 2019 bleiben die Headhunter trotz Unsicherheiten – zum Beispiel durch die weltweiten Handelskonflikte und den noch ausstehenden Brexit – optimistisch.

Grundstimmung bleibt optimistisch

Aus der Einschätzung der Marktteilnehmer ergibt sich für das laufende Geschäftsjahr eine Wachstumsprognose von + 6,7 Prozent. BDU-Vize-Präsident Wolfram Tröger: „Wir sehen weiterhin eine gute Nachfrage unserer Kunden. Die Kandidatenmärkte sind in vielen Branchen und für viele Positionen eng. Da müssen Unternehmen sowohl kräftig in die Bildung einer starken Arbeitgebermarke als auch in die Unterstützung durch qualifizierte Personalberater investieren, um offene Positionen erfolgreich besetzen zu können.“

Die Prognose der Marktteilnehmer für die Geschäftsentwicklung 2019 fällt zwar verhaltener aus als noch im Vorjahr, aber die Grundstimmung bleibt optimistisch. 61 Prozent (2018: 70 %) der Marktteilnehmer haben in der Studienbefragung eine positive Wachstumsprognose abgegeben. Bei den großen Personalberatungen beträgt der Anteil mit positiver Umsatzprognose 80 Prozent. Die insgesamt weiterhin gute Kundennachfrage soll vor allem aus Branchen mit traditionell starker Nachfrage wie der Konsumgüterindustrie (Prognose für 2019: + 7,2 %) oder dem Maschinenbau (Prognose für 2019: + 7,1 %) kommen. Überdurchschnittliche Wachstumsraten von über acht Prozent erwarten die Personalberater im Jahr 2019 in den Branchen Professional Services (Marktanteil 2018: 7,0 %) und TIMES (Marktanteil 2018: 11,1 %).

Persönlicher Kontakt bleibt sehr wichtig

Trotz sich stetig weiterentwickelnden digitalen Kommunikationsmöglichkeiten und täglich neu am Markt erscheinender HR-Tools setzen die Personalberater sowohl in der Beziehungspflege als auch bei der Beurteilung der Kandidaten weiterhin auf bewährte, analoge Wege. In der Trendbefragung, die Bestandteil der jährlichen BDU-Branchenstudie ist, gaben 99 Prozent der Marktteilnehmer an, dass der persönliche Kontakt weiterhin als wichtiges Element der Personalberater-Tätigkeit an erster Stelle steht. 97 Prozent sind sich sicher, dass die persönliche Beurteilung der Kandidaten ihre bisherige Bedeutung behält. Weiterhin sind nur 37 Prozent der Personalberater davon überzeugt, dass reine Softwarelösungen die Kandidatensuche und -auswahl deutlich objektiver macht. „Trotz Algorithmen und Künstlicher Intelligenz: Der unmittelbare Eindruck des Personalberaters im persönlichen Gespräch und das Beurteilungsvermögen aufgrund langjähriger Personalauswahlerfahrung bleiben bei der Personalsuche und Kandidatenbeurteilung enorm wichtig“, zieht Karl-Josef Mondorf, Vorsitzender BDU-Fachverband Personalberatung, ein Fazit der diesjährigen Trendbefragung.

Durchschnittliches Honorar der Personalberater gestiegen

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 72.000 Positionen in Deutschland mit Unterstützung durch Headhunter besetzt. Neben dem Hauptgeschäftstreiber „Suche, Auswahl & Gewinnung von Führungskräften und Experten“ wurden die Personalberater 2018 von den Kunden verstärkt mit der Suche nach Interim-Managern (Umsatzanteil am Gesamtmarkt 2,8 %) für deren zeitlich begrenzte Aufgaben – beispielsweise in Krisensituationen oder bei Kapazitätsengpässen – beauftragt. Das durchschnittliche Honorar (ohne Reisekosten, Spesen etc.) der Personalberater ist im Jahr 2018 nach 2016 und 2017 nochmals leicht gestiegen. Die Abrechnung orientiert sich überwiegend am Zieleinkommen des Kandidaten (Anteil des Honorarmodells 2018: knapp 60 %) und wird hieran aktuell mit 26,4 Prozent (2017: 26,0 % // 2016: 25,6 %) bemessen. Der Maschinenbau (+ 9,6 %), die Chemiebranche (+ 9,6 %) sowie der Handel (+ 8,8 %) zeigten 2018 gemäß der Studienbefragung den stärksten Personalbedarf. Wie bereits 2017 bildete der Fahrzeugbau (+ 3,0 %) das Schlusslicht der analysierten Kundensegmente.

Kennzahlen und Studienmethodik
2018 arbeiteten in Deutschland rund 7.600 Personalberater (+ 2,3 %) sowie etwa 4.100 festangestellte Researcher (+ 5,8 %) in etwa 2.000 Beratungsunternehmen. Insgesamt waren rund 15.100 Mitarbeiter (+ 3,0 %) in der Personalberatungsbranche beschäftigt. Die Umsatzanteile der zwei größten Beratungsfelder lagen 2018 bei: Personalsuche: Umsatzanteil 81,3 Prozent und 1,92 Mrd. Euro Umsatz I Managementdiagnostik: Umsatzanteil 7,0 Prozent und 165,2 Mio. Euro Umsatz. An der BDU-Branchenstudie „Personalberatung in Deutschland 2019“ haben sich von März bis April 2019 rund 200 Personalberatungen aller Größenklassen aus dem Gesamtmarkt beteiligt.

 

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