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Spitzenfrauen in Gremien

Das Steinbeis-Innovationszentrum macht es möglich mit einer speziell entwickelten Datenbank. SHE works! sprach mit Prof. Dr. Barbara Burkhardt-Reich und Prof. Dr. Elke Theobald, Geschäftsleitung Steinbeis-Innovationszentrum Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim, die die Projektleitung „Spitzenfrauen Baden-Württemberg“ innehaben.

Foto und Copyright: Winfried Reinhardt

Frau Burkhardt-Reich, Frau Theobald, das Steinbeis-Innovationszentrum bietet eine Datenbank, um Frauen in Aufsichtsgremien unterzubringen, der Name „Spitzenfrauen in Gremien!“. Habe ich das richtig zusammengefasst?

Das Steinbeis-Innovationszentrum bietet mit Unterstützung des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg im Rahmen eines ESF-Projektes eine Datenbank mit weit über 200 qualifizierten Frauen, die von baden-württembergischen Unternehmen zur Besetzung von Gremienmandaten wie z.B. Aufsichtsrat, Beirat oder Kuratorium genutzt werden kann.

Was war der Anlass, diese Datenbank einzurichten?

Bei der Besetzung von Gremienpositionen trifft man immer wieder auf die Aussage, dass man ja gerne Frauen in das Gremium berufen würde, aber keine geeignete Kandidatin gefunden habe. Hier kann die Datenbank konkrete Abhilfe schaffen. Wir bieten ein kriteriengestütztes Vermittlungsverfahren an, d.h. die Unternehmen definieren das gewünschte Profil der Mandatsinhaberin. Das können zum Beispiel spezifische Branchen-oder Fachexpertisen sein. Anschließend starten wir den Suchprozess auf Basis dieser Informationen und suchen passende Kandidatinnen.

Wie ist die Nachfrage von Frauenseite und von Unternehmensseite? Wie viele erfolgreiche Vermittlungen gab es bislang?

Die Nachfrage von Frauenseite ist eindeutig stärker. Es gibt viele hoch qualifizierte Frauen in Baden-Württemberg, die bereit sind eine Gremienposition zu übernehmen. Deutlich verhaltener ist das Interesse auf Unternehmensseite. Da viele der angefragten Positionen aktuell noch im Besetzungsverfahren sind, können wir noch keine endgültige Zahl der Vermittlungen nennen.

Was muss eine Frau bzw. ein Unternehmen mitbringen, um sich in der Datenbank registrieren zu können?

Voraussetzungen um als Kandidatin in die Datenbank Spitzenfrauen in Gremien! aufgenommen zu werden, sind Führungserfahrung, Budgetverantwortung oder eine sonstige Qualifikation z.B. eine hohe Fachexpertise, Mandatserfahrung oder ein hohes politisches Amt. Verpflichtend für alle Kandidatinnen ist die Nennung von zwei nachvollziehbaren Referenzen. Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg können über die Datenbank Kandidatinnen für ihren Aufsichtsrat, Beirat, ihre Kuratorien oder andere Unternehmensgremien finden. Dazu wird online ein Profil erstellt, das die spezifischen Anforderungen an die Mandatsträgerin beinhaltet. Diesen Prozess unterstützen wir auch durch ein persönliches Beratungsangebot.

Und wie läuft das Prozedere dann ab, wenn man auf Ihrer Datenbank nach einer passenden Kandidatin sucht?

Zugriff auf die Daten in der Datenbank hat nur eine kleine Zahl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Nachdem das Unternehmen sein Anforderungsprofil in die Datenbank eingegeben hat, wird ein kriteriengestütztes Matchingverfahren angestoßen, das passende Kandidatinnen aus der Datenbank auswählt. In Rücksprache mit den vorgeschlagenen Frauen, erhält das Unternehmen die entsprechenden Kandidatinnen-Profile und deren Kontaktdaten. Sobald wir den Kontakt zwischen der Kandidatin und dem Unternehmen hergestellt haben, erfolgen die Verhandlungen der Details und die Abstimmung des weiteren Vorgehens direkt zwischen beiden Parteien.

Was kostet die Registrierung in der Datenbank?

Die Datenbank wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfond (ESF) und des Landes Baden-Württemberg finanziert. Damit ist der Service für Frauen und für Unternehmen in Baden-Württemberg kostenfrei.

Hat es eigentlich mit der Verabschiedung der Frauenquote eine Veränderung bezüglich der Angebote und Nachfragen auf Ihrer Webseite gegeben?

Aktuell stellen wir (noch) keine Steigerung der Nachfrage nach Verabschiedung der Frauenquote fest. In der Regel gibt es für Neubesetzungen einen gewissen Turnus. Deshalb müssen wir uns hier wohl auf eine längere Vorlaufzeit einstellen. Wir sind jedoch dafür gewappnet, falls es doch noch einen deutlichen Schub durch die Gesetzesänderung geben sollte.

Sie sitzen in Baden-Württemberg und sind auch nur für Unternehmen und Frauen in Baden-Württemberg zuständig. Gibt es dieses Angebot auch in anderen Bundesländern?

Baden-Württemberg ist hier Vorreiter und das einzige Bundesland, das eine solche Datenbank auf Initiative der Landesregierung aufgebaut hat.

Nähere Informationen über das Steinbeis-Institut und die Datenbank der Spitzenfrauen unter http://www.spitzenfrauen-bw.de/

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