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Umfrage: Männer und Frauen verlieren Lust auf Führungsaufgaben

Die Deutschen verlieren die Lust, Führungsverantwortung zu übernehmen. Nur noch 40 Prozent der Männer und 33,7 Prozent der Frauen in Deutschland sind bereit, eine Führungsposition im Unternehmen zu übernehmen. Das ergab eine repräsentative Civey-Umfrage der Initiative Chefsache. Im September 2019 wurden dafür 5000 Berufstätige und Studierende in Deutschland befragt. Seit Anfang 2018 untersucht die Initiative Chefsache Karriereabsichten der Deutschen. Damals hegten noch 45,1 Prozent der Männer und 37,5 Prozent der Frauen den Wunsch, im Laufe ihrer Karriere eine oder eine weitere Führungsposition zu erreichen.

Frauen fühlen sich in Wunsch nach Karriere mehr unterstützt

Die gute Nachricht: Für Frauen haben sich die Bedingungen, in Deutschland Karriere zu machen, verbessert. 29,3 Prozent der Frauen sagen, dass sie sich in ihrem beruflichen Umfeld in ihren Karrierewünschen unterstützt fühlen – im Februar 2018 waren es noch 25,8 Prozent. Bei den Männern sagen das 30,9 Prozent. 45,3 Prozent der Frauen geben an, dass ihr Arbeitgeber sie dabei unterstützt, ohne Nachteile zeitlich und räumlich flexibel zu arbeiten – der höchste Wert seit Start der Befragung. Übrigens auch bei den Männern, bei denen das 49,8 Prozent sagen. Nur noch 18,7 Prozent der Frauen sehen sich im Berufsleben mit Vorurteilen aufgrund ihres Geschlechts konfrontiert. Vor sechs Monaten sagten das noch 23,7 Prozent.

Zuversicht, einmal eine Führungsposition zu übernehmen, sinkt

Trotz der verbesserten Rahmenbedingungen geht auch die Zuversicht, jemals eine Führungsposition zu übernehmen, zurück: Nur 34,2 Prozent der Frauen glauben, dass ihr Wunsch nach einer Führungsposition in Erfüllung geht, Anfang 2018 waren es noch 39,9 Prozent. Auch bei den Männern ging im gleichen Zeitraum die Zuversicht zurück: Glaubten Anfang 2018 noch 48,5 Prozent der Männer daran, eine Führungsposition zu übernehmen, sind es jetzt 46,1 Prozent.

„In Zeiten in denen der Innovationsdruck stetig steigt und sich Branchen in einem permanenten Umbruch befinden, sind exzellente Führungspersönlichkeiten gefragter denn je: Neben klassischen Stärken sind neue beispielsweise emotionale Fähigkeiten notwendig, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein“, sagt Dr. Eike Böhm, Vorstandsmitglied der KION GROUP AG und Chefsache-Mitglied.

„Einerseits sprechen wir über dezentrale Teams, Agilität und Co, so dass der Eindruck entstehen könnte, dass der Bedarf an Führung und demzufolge auch an Führungskräften zurückgeht. Andererseits herrscht in vielen Unternehmen ein veraltetes Bild von Führung vor, was offenbar dazu führt, dass die Führungsaufgabe an sich für viele Männer und Frauen in Deutschland an Attraktivität verliert. Unsere Aufgabe nun muss es sein, genau hinzuhören, was die Gründe dafür sind“, sagt Angelique Renkhoff-Mücke, Vorstandsvorsitzende der Warema Renkhoff SE und Chefsache-Mitglied.

Hintergrund zur Initiative Chefsache
Die Initiative Chefsache ist ein Netzwerk zur Förderung eines ausgewogenen Verhältnisses von Frauen und Männern in Führungspositionen. Schirmherrin der Initiative Chefsache ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Treibende Kräfte sind Geschäftsführungsmitglieder und Vorstände von Unternehmen sowie Leiterinnen und Leiter wissenschaftlicher, sozialwirtschaftlicher und öffentlicher Einrichtungen. Mit neuen Ideen und Konzepten will die 2015 gegründete Initiative ein Umdenken in der Arbeitswelt herbeiführen. Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis und zeitgemäße Rollenbilder nützen allen gleichermaßen – Frauen, Männern und der Gesellschaft.

Die Mitglieder des Netzwerks sind: Airbus, Aktion Mensch, Allianz, BASF, Bayer, Bundesministerium der Verteidigung, Lufthansa Group, Deutsche Post DHL Group, Deutsche Telekom, EnBW, Evonik, Fraunhofer-Gesellschaft, Google, Hensoldt, IBM, innogy, Kion Group, Landesbank Baden-Württemberg, Max-Planck-Gesellschaft, McKinsey & Company, NDR, RWE, Siemens, TÜV Rheinland, Volkswagen, WAREMA Renkhoff und DIE ZEIT.

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