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Frauen-Studie von Viking: 58% empfinden Muttersein wirkt sich negative auf die Karriere aus

Viking hat eine Studie über die Zufriedenheit von Frauen im Beruf in Auftrag gegeben.

Durch das Hashtag #metoo ist die Debatte über Sexismus und die generelle Ungleichbehandlung von Männern und Frauen derzeit in aller Munde. Die aktuelle Viking-Studie trifft genau den aktuellen Nerv. „Wir wollten wissen wo sich Frauen in der Arbeitswelt sehen, ob sie sich im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen anders oder gar ungerecht behandelt fühlen“, so Viking. Mit Hilfe des Meinungsforschungsinstituts OnePoll hat das Unternehmen eine Studie mit dem Schwerpunkt auf erlebte Geschlechterdiskriminierung durchgeführt. Dazu wurden im Oktober 2017 in ganz Deutschland 1.000 berufstätige Frauen im Mindestalter von 18 Jahren befragt, die einer Bürotätigkeit im weitesten Sinne nachgehen. Gepaart mit aktuellen europäischen Statistiken haben wir recherchiert, wo sich die deutschen Arbeitnehmerinnen in Europa in Bezug auf verschieden wichtige Themen rund um den Job befinden und welche Länder die besten bzw. die schlechtesten Konditionen für berufstätige Frauen haben. Außerdem haben wir zwei Expertinnen um Hintergrundinformationen gebeten.

Gefühlt unterbezahlt

Die Mehrheit der an der Viking-Umfrage teilnehmenden Frauen (75,1 Prozent) gaben an, dass sie am Arbeitsplatz bereits das Gefühl hatten unterbezahlt zu sein. Die Lohnlücke in Deutschland, auch als Gender Pay Gap bekannt, wurde vom Statistischen Bundesamt mit ganzen 21 Prozent für das Jahr 2016 berechnet. Wir haben eine Heatmap für den Verdienstunterschied in Europa erstellt.

In unserer Umfrage gab jede fünfte Befragte an, dass sie vermutet, dass das geschlechtsspezifische Lohngefälle niemals verschwinden wird. Immerhin gaben 40% der Frauen an, dass sie davon ausgehen, dass sich die Lohnlücke innerhalb von 11 bis 50 Jahren schließen wird. Dass es jedoch ganze 217 Jahre, also bis zum Jahr 2234 dauern wird bis das Gender Pay Gap geschlossen wird, wie vom World Economic Forum aus Genf kürzlich berechnet wurde, ist dann doch überraschend.

„Woran liegt es, dass Frauen für eine vergleichbare Tätigkeit im Schnitt ganze 21% weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen“, fragten wir Dr. Katharina Wrohlich die zum Thema Gender Pay Gap am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung forscht. „Eine wichtige Ursache sind die familienbedingten Erwerbsunterbrechungen, die fast nur Frauen betreffen. Auch lange Zeiten von Teilzeit-Erwerbstätigkeit haben negative Auswirkungen auf die Stundenlöhne“, erzählt sie uns. „Beides, Erwerbsunterbrechungen und Teilzeittätigkeiten verringern zudem die Chancen von Frauen, Führungspositionen zu erlangen – auch dies ist eine Ursache für den Gender Pay Gap.“

Dass das klassische Modell des Mannes als Familienernährer immer noch nicht ausgedient hat, bestätigt leider auch unsere Umfrage. 42,4 Prozent der befragten Frauen sagten, dass die größte Herausforderung im Beruf gegenüber ihren männlichen Kollegen der geringere Verdienst sein. Dicht gefolgt von 37 Prozent die angaben, dass die größte Hürde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei und 24,4 Prozent berichteten, dass sie das Gefühl haben im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen nur begrenzte Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung haben.

Kinder werden als negativer Einfluss auf Karriere gesehen

Mehr als die Hälfte der befragten Frauen (56,4 Prozent) empfinden, dass Kinder einen negativen Einfluss auf die Karriere haben. Dreiviertel der befragten Frauen, die Kinder haben (74,42 Prozent) sagten, dass sie die Umstände ihrer Arbeit ändern mussten seit sie Mutter geworden sind und 68 Prozent der Mamas wechselten nach dem Wiedereinstieg in den Beruf in die Teilzeit.

Sexismus im Berufsleben beginnt oftmals bereits im Vorstellungsgespräch. Mehr als der Hälfte aller Frauen (52,6 Prozent) wurden während eines solchen Gespräches bereits eine oder mehrere „unzulässige Fragen“ gestellt. Jeder dritten Frau in der Altersgruppe 24 bis 35 Jahre wurde im Bewerbungsgespräch die Frage nach der Familienplanung gestellt. Am Arbeitsplatz haben bereits 38 Prozent der Frauen, die an unserer Umfrage teilgenommen haben an, Sexismus erlebt.

Dass das klassische Modell des Mannes als Familienernährer immer noch nicht ausgedient hat, bestätigt leider auch unsere Umfrage. 42,4 Prozent der befragten Frauen sagten, dass die größte Herausforderung im Beruf gegenüber ihren männlichen Kollegen der geringere Verdienst sein. Dicht gefolgt von 37 Prozent die angaben, dass die größte Hürde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei und 24,4 Prozent berichteten, dass sie das Gefühl haben im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen nur begrenzte Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung haben.

Mehr als die Hälfte der befragten Frauen (56,4 Prozent) empfinden, dass Kinder einen negativen Einfluss auf die Karriere haben. Dreiviertel der befragten Frauen, die Kinder haben (74,42 Prozent) sagten, dass sie die Umstände ihrer Arbeit ändern mussten seit sie Mutter geworden sind und 68 Prozent der Mamas wechselten nach dem Wiedereinstieg in den Beruf in die Teilzeit.

Sexismus im Vorstellungsgespräch

Sexismus im Berufsleben beginnt oftmals bereits im Vorstellungsgespräch. Mehr als der Hälfte aller Frauen (52,6 Prozent) wurden während eines solchen Gespräches bereits eine oder mehrere „unzulässige Fragen“ gestellt. Jeder dritten Frau in der Altersgruppe 24 bis 35 Jahre wurde im Bewerbungsgespräch die Frage nach der Familienplanung gestellt. Am Arbeitsplatz haben bereits 38 Prozent der Frauen, die an unserer Umfrage teilgenommen haben an, Sexismus erlebt.

Welche Maßnahmen sind zur besseren Gleichstellung von Frauen und Männer nötig fragten wir unsere beiden Expertinnen. „Politische Rahmenbedingungen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhöhen, sind wichtig, damit familienbedingte Erwerbsunterbrechungen kürzer werden“ antwortete Katharina Wrohlich, und ergänzt „Auch die stärkere Einbeziehung von Vätern in die Familienarbeit wäre ein Schritt in die richtige Richtung.“

„Wir alle müssen die Klischees in unseren Köpfen, die überholten Rollenbilder und Stereotypen hinterfragen“, meint Henrike von Platen. „Dazu brauchen wir keine Präsenz- sondern eine Ergebniskultur, flexible Arbeitszeitmodelle, die 32-Stundenwoche als neue Vollzeit, mehr Frauen in Führung und auch sonst mehr Diversität in Entscheidungspositionen.“ Die Expertin ist überzeugt: „Lohngerechtigkeit selbst ist einfach umzusetzen – wenn alle sie wollten, wäre sie schon morgen möglich“.

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