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Unternehmerinnenumfrage 2017: Kein Feierabend für Unternehmerinnen

Die Unternehmerinnen reagieren auf die digitale Arbeitswelt mit einem stärkeren Wandel in der Führungskultur. Das spiegelt die Unternehmerinnenumfrage 2017 wider, eine vergleichende Erhebung des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) und der Deutschen Bank, die seit 2012 jährlich von den Mitgliedern des Verbands und einer Vergleichsgruppe im Mittelstand beantwortet wird.

Das Anforderungsprofil an eine moderne Führungspersönlichkeit erweitert sich mehr und mehr um interaktive Eigenschaften wie Authentizität, das Wahrnehmen der Vorbildrolle und die Schaffung einer vertrauensvollen Arbeitsatmosphäre. Daneben gehört die Fähigkeit zum strategischen Denken für die Befragten zu den wichtigsten Führungseigenschaften.  „Ein Top-Down-Führungsstil ist in der Wirtschaft mehr und mehr überholt. Kommunikativ und authentisch sein ist für Chefinnen und Chefs heute wichtig: Die Mitarbeiter stehen im Fokus, es geht darum, sie möglichst langfristig an das eigene Unternehmen zu binden“, unterstreicht Stephanie Bschorr, Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen. „Und vielleicht haben wir Frauen hier einen Vorteil“.

Unternehmerinnen empfinden mehr Verantwortung

Die Studie zeigt deutlich: Unternehmerinnen empfinden mehr Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Für 40 Prozent der Unternehmerinnen ist das Verantwortungsbewusstsein einer Führungspersönlichkeit sehr wichtig, im Vergleich zu 26 Prozent bei den Entscheidern aus dem
Mittelstand. Für die ist die Fachkompetenz die wichtigste Führungsqualität. Unternehmerinnen zeigen ein hohes Maß an Fürsorge für ihre Beschäftigten. Das Vermeiden von Überstunden und die Einhaltung fester Pausen halten sie für wichtig. Vor allen anderen hat der achtsame Umgang mit beruflichen E-Mails außerhalb der Arbeitszeit hohe Priorität: 62 Prozent der Arbeitgeberinnen spricht sich gegen E-Mails an Mitarbeiter im Urlaub aus, 53 Prozent lehnen E-Mails nach Feierabend ab. Diese strikte Trennung von Arbeit und Privatem
setzen die Unternehmerinnen bei sich persönlich allerdings nicht um: hier stimmen nur 19 Prozent zu.

Treibende Kraft Digitalisierung

Generell ist die Digitalisierung in den Unternehmen in vollem Gang. Daraus resultiert für 71 Prozent der Unternehmerinnen ein massiv erhöhter Bedarf bei der Breitbandversorgung. „Die Digitalisierung macht ganz neue Geschäftsmodelle möglich. Nur wer strategisch denkt und durch eigenes Vorbild die Mitarbeiter motiviert, kann vom Wandel profitieren. Die Umfrage zeigt, dass die Unternehmerinnen diese Herausforderung als Chance verstehen“, sagt Martina Eich-Ehren, Managing Director bei der Deutschen Bank und für die Zusammenarbeit mit dem VdU verantwortlich.

Die befragten Arbeitgeberinnen äußerten sich auch zu ihren Erwartungen an die Politik im Wahljahr 2017. Die Unternehmerinnen setzen einen klaren Akzent bei der Steuerpolitik: 56 Prozent der Befragten fordern eine Vereinfachung und Entlastung, also „mehr netto vom
brutto“ für ihre Mitarbeiter und für die Leistungsträger aus der Mittelschicht. Als zweitwichtigste Forderung nennen 47 Prozent der Unternehmerinnen den Bürokratieabbau. Eine ähnlich hohe Zustimmung zeigen die befragten Entscheider aus dem Mittelstand. Deutliche Abweichungen zwischen den Vergleichsgruppen finden sich in der Familien- und Frauenpolitik. Hier votieren 23 Prozent der Unternehmerinnen für mehr Betreuungsangebote, aber nur 12 Prozent der Entscheider aus dem Mittelstand. Mehr Frauen in MINT-Berufen, Hochlohnbranchen und Führungspositionen fordern 18 Prozent der Unternehmerinnen, jedoch nur 5 Prozent der mittelständischen Entscheider.

Die gesamte Umfrage zum Nachlesen: Unternehmerinnenunmfrage 2017

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