Unternehmerinnenwissen

Ich schaff das schon! – Wenn Frauen bei der Gründung alles selber machen

Wenn Frauen bei der Gründung eines Unternehmens vor komplett neuen Aufgaben stehen, hört man meistens „Ich schaff das schon!“. Und in den meisten Fällen ist das auch so. Doch sollten Frauen sich auch eingestehen können, dass man nicht alles können muss. Es ist völlig legitim und zum Teil wesentlich effektiver, sich Hilfe zu holen und zu leisten. Denn das Delegieren von Aufgaben ist mit eine der wichtigsten Aufgaben, wenn man als Unternehmerin erfolgreich sein möchte.

Das Kerngeschäft

In einem ersten Schritt sollten Gründerinnen sich klar werden, worin ihr Kerngeschäft besteht – und was alles noch dazu gehört. Denn wenn man sich das schriftlich vor Augen führt, wird man feststellen, dass zur Unternehmensgründung doch viel mehr gehört, als man sich eigentlich gedacht hat. Frauen müssen sich in der Geschäftswelt immer noch beweisen. Sie sollten sich deshalb genau überlegen, was sie selbst machen wollen oder können und wo ihre Kernkompetenzen liegen und bei welchen Aufgaben sie Unterstützung brauchen. Vor allem die Anfangshürden sind hoch. Hier sind einige Beispiele:

  • Wo und wie melde ich mein Unternehmen an?
  • Brauche ich geeignete Räume und wo finde ich diese?
  • Brauche ich spezielle Versicherungen?
  • Brauche ich Mitarbeiter und wo bekomme ich diese her?
  • Wo und wie erreiche ich potentielle Kunden und wie erreiche diese mein Unternehmen?

Zu all diesen Fragen, gibt es auch immer Experten, die sich damit auskennen. Für manche Fragen reicht auch der Austausch mit anderen Unternehmerinnen. Entsprechende Netzwerke gibt es mittlerweile in allen Regionen. Speziell zu Fragen zur Finanzierung, Versicherungen, Anmeldung des Unternehmens und zu Informationen zum Business Plan kann der Besuch eines Existenzgründungsseminares weiterhelfen.

Büro oder Homeoffice

Das Büro zu Hause ist schnell eingerichtet und so praktisch. Immer erreichbar, keine Kosten. Aber was, wenn man Kunden empfangen will? Oder wenn einem die eigene Decke irgendwann doch auf den Kopf fällt oder das Unternehmen gut läuft und wächst? Spätestens dann sollte man über ein externes Büro nachdenken.
Doch gerade am Anfang braucht man nicht gleich ein eigenes, selbst organisiertes Büro. Das kann gerade zu Beginn ein gewisses Risiko darstellen. Vor allem, was die Dauer des Mietvertrags und die Höhe der Miete anbelangt.
Gerade in größeren Städten haben Gründerinnen die Chance, ein modernes Business Center zu nutzen. So mieten sie sich ihr Büro oder einen Arbeitsplatz einfach in einem größeren Büro. Auch Coworking-Spaces bieten eine gute Möglichkeit. Der Vorteil ist, dass Privat und Beruf gut von einander getrennt sind. Die Konzentration auf das Wesentliche des eigenen Unternehmens ist im auswärtigen Büro um einiges höher. Außerdem bringt der Austausch mit den Mitmietern neue Ideen und Impulse und vor allem soziale Kontakte. In einem Business Center kann man auch kurzfristige Mietverträge abschließen. Meist lassen sich solche Büros ganz einfach online buchen. Und die Option, ein eigenes individuelles Büro zu mieten, steht der Gründerin immer noch offen. Vor allem aber findet man in einem Business-Center häufig weitere Existenzgründer, mit denen man ein Netzwerk bilden kann.

Aufgaben delegieren

Es ist die wichtigste Regel, die Existenzgründerinnen lernen müssen: Delegieren Sie!
Wie soll das denn gehen – in einem Ein-Frau-Unternehmen? Es geht! Denn viele der Aufgaben, die auf die angehende Unternehmerin warten, können auch von anderen erledigt werden. Bei einem Geschäftsmodell, in dem viel telefoniert wird oder Termine telefonisch geplant werden, kann man diese Aufgaben doch an einen professionellen Telefonservice abgeben. Man lässt sich nur noch die Telefonate durchstellen, die tatsächlich wichtig und für die Gründerin persönlich bestimmt sind.
Oder man bucht die Erledigung von Amtsterminen. Auch dafür gibt es mittlerweile Serviceangebote. Solche Investitionen machen sich auch am Anfang schon bezahlt. Denn so können Existenzgründerinnen sich auf das Kerngeschäft konzentrieren und das eigentliche Business voranbringen.

Am besten hilft eine Checkliste, welche Aufgaben einmalig und regelmäßig für die Existenzgründerin anstehen. Hier sollte man alle Aufgaben markieren, die man nicht so gerne übernimmt oder wo einem das entsprechende Know-how fehlt. Wählt man dann die Aufgaben aus, die man in Auftrag geben kann oder die leicht durch Dienstleistungen ersetzt werden können, hat man als Gründerin sogar schon den ersten Schritt zu einem intelligenten Zeitmanagement absolviert.

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