Unternehmerinnenwissen

koen: „Mut bedeutet für uns: Beratung anders zu denken.“

Aus der Redaktion

Das lang bewährte Modell internationaler Top-Beratungen gerät unter Druck und muss sich neu erfinden. Der KI-Boom verschiebt Machtverhältnisse. Es profitieren spezialisierte Teams, die mit Nähe zum Kunden, Fachwissen und Umsetzungsstärke punkten. Und auch die Rolle der Berater:innen wird sich grundlegend ändern.
Johanna Koenen und Valeria Straub wollen der Beratung ein neues Gesicht geben und haben koen gegründet. Mit SHE works! sprachen sie über ihre Ideen und Vorstellungen.

Johanna Koenen ist Gründerin und Managing Partner bei koen. Nach Stationen bei Deloitte Digital und hy hat sie koen 2023 ins Leben gerufen, um Beratung praxisnäher, mutiger und wirkungsorientierter zu gestalten.  Valeria Straub ist Strategic Partner bei koen. Mit über 15 Jahren Erfahrung in Wachstums- und Transformationsprojekten bringt sie ihre Expertise an der Schnittstelle von Technologie, Innovation und Change ein.  Foto Mirjam Hagen – München

Johanna, du hast koen vor zwei Jahren in einer männerdominierten Beratungswelt gegründet. Was war deine Motivation?

Johanna: Nach vielen Jahren in großen Beratungen wollte ich nicht in einer Laufbahn enden, die sich nur noch um Sales dreht. Mich treibt es an, Veränderungen voranzutreiben und zu gestalten. Mit koen haben wir ein Modell geschaffen, das Beratung mutiger, praxisnäher und pragmatischer macht. Gerade der Mittelstand braucht keine Hochglanzstrategien, sondern Lösungen, die Orientierung schaffen und sofort umsetzbar sind.
Valeria: … und eben keine Beratung nach Schema F, sondern ein Modell, das klein, agil und flexibel bleibt. Gerade dadurch können wir innovativ arbeiten und nah an unseren Kund:innen bleiben.

Die Beratungswelt verändert sich gerade stark. Was ist euer Blick darauf? 

Johanna: Das stimmt, die Beratungsbranche steht an einem Wendepunkt. Klassische Pyramidensysteme geraten ins Wanken, weil Standardaufgaben durch KI zunehmend automatisiert werden. Stattdessen entstehen kleinere, erfahrene Teams, die näher am Kunden arbeiten und mehr Verantwortung übernehmen.
Valeria: Wir sind überzeugt, dass Beratung durch den Einsatz von KI letztlich menschlicher wird. Das klingt zunächst paradox, doch während KI vieles verändert, bleiben Vertrauen, Kontextverständnis und empathische Kommunikation die entscheidenden Faktoren. Unternehmen suchen Partner:innen, die nicht nur Analysen und Präsentationen liefern, sondern Ergebnisse so einordnen, dass sie im Unternehmen tatsächlich nutzbar sind.

Ein zentrales Thema ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Wie blickt ihr auf KI im Mittelstand?

Valeria: Sowohl in der Beratungswelt als auch in vielen deutschen Unternehmen wird klar: KI ist kein USP mehr, sondern entwickelt sich zum Standard. Wir begrüßen es sehr, dass sich immer mehr Unternehmen aktiv mit dem Thema befassen. Manche experimentieren bereits mit Use Cases, andere definieren gerade ihre Strategie, wieder andere beginnen, erste Programme zu skalieren.
Johanna: Was wir in Deutschland oft sehen, ist die berühmte „German Angst“. Die bringt niemanden weiter. Unternehmen müssen bewusst eine Haltung zu KI entwickeln und aktiv entscheiden, wie sie damit umgehen wollen. Nur so wird KI zum echten Werttreiber.

Wenn ihr nach vorne schaut – wie sieht Beratung von Morgen aus?

Johanna: Ergebnis statt Zeit. Kund:innen wollen messbare Resultate, keine stundenbasierten Abrechnungen. Beratung muss pragmatischer, ergebnisorientierter und enger mit den Kund:innen verzahnt sein.
Valeria: Und sie wird kollektiver. Beratung ist keine Einzelleistung mehr, sondern Teil eines Netzwerks. Allianzen, interdisziplinäre Teams und der gezielte Einsatz von Expertise – das macht für uns die Beratung von morgen aus.

Vielen Dank für das Gespräch! 

Mehr Einblicke und alle Ergebnisse findet ihr im koen Whitepaper „Beratung von Morgen“ – Hier zum Download verfügbar

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