Unternehmerinnenwissen

Raus aus dem Hamsterrad?

Wie Nadine Conserière Karriere und Familie neu zusammengedacht hat

Karriere oder Familie, Sicherheit oder Selbstständigkeit: Für viele Frauen werden berufliche Entscheidungen noch immer entlang solcher Gegensätze verhandelt. Nadine Conserière hat sich gegen diese Logik entschieden. „Sie müssen sich nicht entscheiden“, sagt die Unternehmerin, die nach einer internationalen Managementkarriere in den Direktvertrieb wechselte und heute bei VICTORIA ein großes Netzwerk führt.

Dabei begann ihr Wechsel denkbar riskant: Sie kündigte ihren sicheren Managementjob, zwei Wochen später kam der Lockdown. Statt zurückzurudern, stellte sie ihr Geschäft auf online um und stand sechs Wochen später weltweit an der Spitze der Salesleaderinnen. Wie sie das geschafft hat, was sie am Direktvertrieb überzeugt und warum sie dessen schlechtem Ruf entschieden widerspricht.

Wie haben Sie die Entscheidung für sich getroffen, gerade als Mutter von damals bereits zwei Kindern? Gab es einen konkreten Moment, der den Wandel ausgelöst hat?

Ehrlich gesagt braucht es für diesen Schritt gar keinen großen Wandel – und genau das ist das Schöne an Network-Marketing und Direktvertrieb. Man kann neben dem ganz normalen Job und neben dem ganz normalen Alltag anfangen, sich etwas aufzubauen. Ob daraus ein Nebenverdienst oder ein Hauptberuf wird, entscheidet am Ende nur die Energie und die Zeit, die man hineinsteckt. Die Chance selbst hat wirklich jede.

Dass meine Entscheidung für Victoria dann so schnell fiel, hatte zwei Gründe. Der erste ist ein sehr praktischer: Victoria stellt seinen Vertriebspartnerinnen das komplette Arbeitssortiment kostenlos zur Verfügung – und damit meine ich auch den Schmuck für die Präsentationen. Das ist in dieser Branche keineswegs selbstverständlich und bedeutet: Ich konnte starten, ohne vorher zu investieren.

Der zweite Grund war meine damalige Situation. Ich war International Sales Director und ständig unterwegs – Paris, Mailand, Florenz, die USA, sogar Asien. Das hieß auch, dass ich manchmal ein bis zwei Wochen am Stück von meinen Kindern getrennt war. Als mir Victoria über die Einladung eines Familienmitglieds begegnete, habe ich sofort die Chance gesehen, mir hier etwas aufzubauen, das in Zukunft meine Hauptbeschäftigung sein kann.

Mich hat also der Gedanke des Entrepreneurships gereizt – aber eben nicht ganz allein, wie in einer klassischen Selbstständigkeit, sondern mit einem starken Partner an meiner Seite. Victoria hat 30 Jahre Erfahrung damit, wie Frauen daraus ein Millionenbusiness aufbauen und eben nicht nur einen kleinen Nebenjob.

Wie sah der Einstieg konkret aus und was war die größte Umstellung im Vergleich zu Ihrem vorherigen Job?

Der Einstieg selbst war ein ganz kleiner Schritt: Ich musste eigentlich nur Ja sagen. Danach konnte ich sofort durchstarten – mit meiner eigenen Schmuckkollektion und mit ganz viel Euphorie und Vorfreude auf alles, was kommt.

Die größte Umstellung kam später, beim Netzwerkaufbau und beim Erreichen hoher Umsätze. In der Vertriebsleitung hatte ich Mitarbeiter, denen man ein Budget gibt, das sie dann erfüllen. Hier arbeite ich mit Frauen, die selbstständig sind. Es geht also viel weniger um Vorgaben als darum, Wünsche, Träume und Ziele in ihnen zu wecken, ihnen Mut zu geben, groß zu denken, und sie anschließend dabei zu begleiten, diese Ziele zu erreichen.

Das heißt: Obwohl es sich um eine vertriebliche Tätigkeit handelt, braucht es viel weniger verkäuferische Fähigkeiten, um diesen Job für sich zu entdecken, als Empathie, Intuition und die Freude daran, gemeinsam voranzukommen. Und genau das finde ich so schön daran – es ist etwas, das vielen Frauen ohnehin in die Wiege gelegt ist.

Was hat Sie in der Anfangsphase am meisten herausgefordert, und wie sind Sie damit umgegangen?

Herausfordernd war für mich in erster Linie die Feststellung, dass es überhaupt Herausforderungen gibt. Ich war schon immer sehr ehrgeizig und ambitioniert, ich wusste um meine Selbstdisziplin, um meine festen Arbeitszeiten und Routinen – das würde nie mein Problem sein. Genau das ist übrigens auch bei Vertriebspartnerinnen oft das Entscheidende: dranbleiben, auch wenn mal nichts passiert, und ein Business von Anfang an wie ein Business behandeln und nicht wie ein Hobby, in das man Energie steckt, wenn gerade nichts anderes ansteht.

Die erste echte Herausforderung war das Image der Branche. Noch immer fallen schnell Worte wie Schneeball- oder Pyramidensystem, und der Ruf der Branche ist an vielen Stellen bis heute nicht wirklich gut. Dabei ist es ganz einfach: Klassische Schneeballsysteme gibt es in Deutschland nicht mehr. Sie würden bedeuten, dass der Preis, den ein Vertriebspartner zahlt, oben in der Kette klein ist und nach unten immer größer wird – das ist heute nicht mehr gegeben. Und eine Pyramide hat, ganz ehrlich, jedes Unternehmen: oben der Chef, dann ein Managementteam, dann die Angestellten. Der einzige Unterschied ist, dass es hier selbstständige Partnerinnen sind und jede Einzelne ihr eigenes Business aufbaut. Das ist doch großartig.

Die zweite Herausforderung war die Erwartung an mich selbst. Ich dachte, es geht schneller. Ich musste erst lernen, dass auch in der Selbstständigkeit der Weg nicht immer nur nach oben führt. Es geht darum, vorwärtszugehen, Dinge auszuprobieren, sie hinterher zu reflektieren und das Business gemeinsam mit dem eigenen Netzwerk zu entwickeln.

Sie haben ein sicheres Gehalt gegen ein unternehmerisches Risiko eingetauscht. Wie sind Sie mit dieser finanziellen Unsicherheit in der Anfangsphase umgegangen?

Ich würde lügen, wenn ich sagte, diese Entscheidung sei mir leichtgefallen. Eine hoch dotierte Managerposition und einen vermeintlich sicheren Job aufzugeben und sich zu hundert Prozent in die Selbstständigkeit zu begeben, war mit Unsicherheiten und vor allem mit Nervosität verbunden. Für mich war das Risiko allerdings noch viel größer, an einen Job gebunden zu bleiben, in dem mir jemand anders meine Arbeitszeiten vorgibt und ich am Ende die Aufgaben meines Chefs ausführe. Ich wollte beides selbst gestalten: Beruf und Freizeit, Familie und Kinder. Das war der ausschlaggebende Grund, zu hundert Prozent für Victoria zu gehen.

Die größte Unsicherheit kam dann allerdings erst nach der Kündigung. Ich hatte Ende Februar gekündigt – und genau zwei Wochen später kam der große Lockdown. Für große Zweifel blieb keine Zeit. Mein Geschäft war damals noch zu hundert Prozent klassisch: Produktpräsentationen bei den Kundinnen zu Hause. Mit viel Energie, vielen Ideen und viel Zeit habe ich das innerhalb weniger Wochen für mich und meine Teams auf ein Onlinebusiness umgestellt und geschult, wie man online arbeitet und Kundinnen online berät.

Ich werde nie vergessen: Nur sechs Wochen später stand ich plötzlich auf Platz 1 der Salesleaderinnen bei Victoria weltweit. Viele Kolleginnen hatten abgewartet und waren im Schock vielleicht auch ein Stück weit erstarrt. Ich habe nach Lösungen gesucht, Ideen umgesetzt und bin vorwärtsgegangen. Das ist wahrscheinlich bis heute eine meiner größten Stärken in der Selbstständigkeit: Es gibt für alles eine Lösung.

Im Nachhinein betrachtet war dieser Lockdown vielleicht sogar meine größte Chance. Ich konnte als eine der Ersten in einem damals noch klassischen Direktvertrieb Frauen eine Tätigkeit anbieten, die nicht zwangsläufig daran gebunden ist, Produktpräsentationen vor Ort zu machen. Dieser Job lässt sich online, live vor Ort oder hybrid ausüben. Genau dieses hybride Jobkonzept ist heute übrigens eine der großen Stärken von Victoria, denn die allermeisten Direktvertriebs- und Network-Marketing-Unternehmen konzentrieren sich sehr stark auf das eine oder das andere.

Wie gelingt es Ihnen, Führungsverantwortung und Familie tatsächlich zu vereinbaren – ohne dass eines von beidem zu kurz kommt?

Die ehrliche Antwort: Mit vier Kindern gelingt das natürlich nicht jeden Tag perfekt. Und ich glaube, jede selbstständige Frau mit einem eigenen Business, die etwas anderes erzählt, beschönigt es ein wenig.

Der Unterschied zu früher ist, dass ich meine Zeit selbst gestalten kann. Ich kann jede Veranstaltung meiner Kinder besuchen, und wir brauchen in den Ferien keine Betreuung. Mein Arbeitstag hat heute mindestens acht Stunden – aber ich entscheide, wann genau am Tag ich diese Stunden arbeite, und kann sie perfekt mit den Kindern kombinieren.

Und, auch das ist wichtig: Ich bin nicht allein. Mit Victoria habe ich eine starke Partnerfirma, die mich unterstützt und die möchte, dass ich wachse. Im Direktvertrieb und Network-Marketing haben Sie mit Ihrer Partnerfirma jemanden an der Seite, der einen großen Teil von Marketing, Administration und vielem mehr für Sie übernimmt.

Vor allem aber habe ich gelernt, dass man als Führungskraft im Direktvertrieb niemals der Boss ist. Man braucht eine Gruppe ambitionierter Führungskräfte, die mit einem vorangehen. Und das ist das Schönste daran: Ich darf Unternehmerin sein und habe trotzdem ein starkes Team an meiner Seite – heute acht Leaderinnen bei Victoria, mit denen ich gemeinsam vorangehe und brainstorme, eine Community, die sich gegenseitig unterstützt und einander auch mal Arbeit abnimmt. Kurzum: Ich bin selbstständig, ich bin Entrepreneurin – aber allein bin ich niemals.

Was würden Sie Frauen raten, die eine ähnliche Entscheidung erwägen, aber noch zögern?

Als Erstes würde ich raten, diesen kleinen Schritt des Ausprobierens zu wagen. Es wäre doch schade, es nie versucht zu haben – Network-Marketing und Direktvertrieb bieten so viele Chancen. Und ja, ich persönlich würde immer Victoria empfehlen. Auch heute, zehn Jahre nach meinem Start, wäre das genau die Firma, für die ich mich wieder entscheiden würde: Produkte, hinter denen ich stehen kann, ein Unternehmen mit Werten – und jede Selbstständige hat aufs Neue die Möglichkeit, ohne finanzielles Risiko, aber mit einem großen Produktsortiment zu starten.

Zweitens: Betrachten Sie Ihr Business nach diesem ersten kleinen Schritt auch als Business und nicht als Hobby nebenher. Denn wer groß denkt, erreicht auch Großes.

Drittens: Schauen Sie genau, bei wem Sie einsteigen. Im Direktvertrieb und Network-Marketing ist es enorm wichtig, eine Upline zu haben, die Sie bei der Erreichung Ihrer Ziele unterstützt, die möchte, dass Sie groß werden – und die das nicht nur in Worten, sondern vor allem in Taten zeigt.

Für mich ist Network-Marketing und Direktvertrieb heute das schönste und ehrlichste Business, das ich mir vorstellen kann. Sie bekommen hier immer das zurück, was Sie geben. In meinem Fall ist daraus ein Business mit Millionenumsätzen und einem jährlichen Einkommen im sechsstelligen Bereich geworden – und ich weiß, es geht noch mehr. Denn wir wachsen gemeinsam: jede einzelne meiner Vertriebspartnerinnen und Führungskräfte wächst mit mir. Und das Schönste daran ist, dass wir das vor allem dadurch tun, dass wir anderen Frauen eine Chance geben und ihnen helfen, ein kleines bisschen Mut zu fassen, um ein so frei gestaltetes Business und Leben auch für sich zu entdecken.

Und ganz konkret: Network- und Direktvertrieb sind eine gute Wahl, wenn Sie einen Nebenjob suchen. Vor allem aber sind sie eine unglaublich schöne Chance für alle Frauen, die Karriere und Familie miteinander vereinbaren möchten – gerade auch für die, die heute in einer Managementposition im Konzern stehen und für sich feststellen, dass sie sich beides zugleich wünschen. Genau hier liegt die große Möglichkeit: Sie müssen sich nicht entscheiden. Sie können Ihre Karriere weiter ausbauen und sie gleichzeitig so gestalten, dass Ihre Familie den Platz bekommt, den Sie ihr geben möchten.

Ich glaube, das Wichtigste, was Frauen über Network-Marketing und Direktvertrieb wissen sollten, ist: Es ist nicht nur das Angebot eines Nebenjobs. Es ist eine echte Chance, etwas Großes daraus zu machen – Job und Familie zu vereinbaren, gleichzeitig Karriere zu machen und das eigene Leben selbst zu gestalten.

Über die Autorin:

Nadine Conserière ist Unternehmerin, Sales Leaderin im Network-Marketing und Mutter von vier Kindern (Bei Instagram zu finden!). Nach zehn Jahren im internationalen Vertrieb der Modebranche entschied sie sich während ihrer Elternzeit für die Selbstständigkeit und baute bei VICTORIA ein eigenes Vertriebsnetzwerk auf. Heute verbindet sie Direktvertrieb mit Führungsarbeit und Coaching und beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie sich unternehmerische Ambition, finanzielle Unabhängigkeit und Familienleben miteinander vereinbaren lassen.

https://www.nadineconseriere.de/

 

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