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Sind Frauen die besseren Investoren?

Auch wenn es viele Außenstehende nicht glauben wollen, doch Frauen sind an der Börse weitaus erfolgreicher als Männer. Mehrere Studienergebnisse haben gezeigt, dass den Männern die „Männlichkeit“ im Weg ist.

Studienergebnisse zeigen: Frauen sind erfolgreicher

Seit dem Jahr 2001 ist es amtlich: Frauen sind bessere Investoren. Schlussendlich konnten die Damen die Männer um rund 95 Basispunkte übertreffen – pro Jahr! Nach einem sechsjährigen Beobachtungszeitraum gingen die Frauen sogar um mehr als 700 Basispunkte in Führung. Die Beratungsfirma „Rothstein Kass“ hat mit den Studienergebnissen also eindrucksvoll belegen können, dass die Frauen, wenn es um die Börse geht, weitaus erfolgreicher als die Männer sind. Im Zuge der Studie schuf das Unternehmen einen Index, in dem sich Fonds befanden, die ausschließlich von Frauen gemanagt wurden.

Es waren insgesamt 82 Fonds, die pro Jahr um rund 6 Prozent zulegen konnten. Im selben Zeitraum brachte es der S&P 500 Aktienfonds auf gerade einmal auf ein Plus von 4,2 Prozent/Jahr. Der Index HFRX global musste hingegen sogar ein Minus von 1,1 Prozent/Jahr hinnehmen. Das heißt aber nicht, dass Frauen, die noch keine Erfahrungen gesammelt haben, nun ihr Geld in Aktien investieren sollten. Zu Beginn lohnt sich ein Trading Simulator, sodass man mitunter ein Gefühl für die Börse bekommt – nur dann, wenn man die Risiken kennt und auch weiß, wie der Markt reagieren kann, sollte man sein Geld in Aktien investieren.

 Männern steht die Männlichkeit im Weg

Doch warum sind die Frauen die besseren Investoren? Den Männern steht in der Regel die Männlichkeit im Weg. Vorwiegend geht es um das Testosteron. Das männliche Sexualhormon leitet nämlich das Gehirn auf Abwege und lässt Männer schnellere Entschlüsse fassen, wobei etwaige Zweifel außer Acht gelassen werden. Im Zuge einer Studie erhielten mehrere Anleger Testosteron, andere Anleger hingegen nur Placebos. Die Ergebnisse waren eindeutig: Jene Gruppe, die Testosteron erhielt, neigte zu Selbstüberschätzung und viel weitaus schneller auf etwaige Fangfragen hinein. Ein klassisches Beispiel: Der Baseball-Schläger und der Baseball kosten 1 US Dollar und 10 Cents – der Schläger kostet um 1 US Dollar mehr als der Baseball, wie viel muss man also für den Ball bezahlen? Wer hier nicht auf 5 Cent kommt, der kann das Testosteron verantwortlich machen.

Die Gruppe, die Placebos erhielt, konnte am Ende deutlich mehr Fragen als jene Gruppe beantworten, die Testosteron verabreicht bekam. Das Hormon würde „das instinktive Gefühl vermitteln, dass man recht haben wird“, so die Wissenschaftler. Entscheidungen werden also weniger überdacht, da weniger nachgerechnet wird. Berücksichtigt man in diesem Fall den Umstand, dass das Hormon in den Hoden produziert wird, so kann sehr wohl der Schluss gezogen werden, dass sich die Männer tatsächlich vom Geschlecht leiten (und auch verleiten) lassen.

Hohes Selbstvertrauen garantiert noch lange keine hohen Gewinne

Männer mögen zwar die Investoren mit einem extrem hohen Selbstvertrauen sein, Frauen können hingegen aber besser mit Geld umgehen und sind somit die besseren Investoren. So auch, wenn es um das allgemeine Sparverhalten geht. Folgt man einer Studie von „Fidelity“, so legen Frauen rund 8,3 Prozent des Einkommens zur Seite, Männer hingegen nur 7,9 Prozent. Schon Warren Buffett hat gewusst, dass man kein Genie sein muss, wenn man sein Geld in Aktien investieren will. Am Ende ist es nur einfache Mathematik, die sehr wohl für den Erfolg sorgen kann – und natürlich auch der Weitblick, den wohl scheinbar mehr die Frauen als die Männer haben.

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