Warum viele geborene Unternehmerinnen hinwerfen …
… wenn der ganz große Erfolg anklopft.
Von Sabine Weiskopf
Es sollte mein großer, mein endgültiger Durchbruch in die Millionen sein. Es wurde die Pleite meines Lebens.
So hatte ich mir das freie Leben als spirituelle Unternehmerin nicht vorgestellt. Ich machte in kurzer Zeit hohe Umsätze und sammelte reichlich Erfahrung in Sachen Coachingmarkt und Unternehmensführung. Probierte neugierig alles aus und testete auf Machbarkeit in meinem speziellen Bereich. Es lief eine Weile grandios.
Bis plötzlich fast gar nichts mehr lief.
Mein schönes neues Business kurz vor der Stagnation
Das können wir ändern, dachte ich. Auf der Suche nach Begleitung begegnete mir eine Mentorin mit starkem und eindeutigem Branding. Im Angebot eine ‚millionaire’s mastermind‘. Es war die Rede von ‚high energy‘, exklusivem Raum, Insider-Business-Tipps und ‚sisterhood‘. Genau was ich brauchte. Das Preisschild im oberen fünfstelligen Bereich machbar, ihrem Auftreten nach zu schließen sogar ein Schnäppchen. Ich buchte also.
Nach wenigen Calls war klar: Ich bin hier völlig falsch.
Toxisches Feld für mich, keine echte Unterstützung, unmenschlicher Umgang. Das will ich gar nicht breittreten. Mir geht es um das, was danach passierte.
Es gab ein hässliches Ende. Mein Geld bekam ich nicht zurück. Ich entschied, nicht zu kämpfen an dieser Front. In mir keimte bereits die Hoffnung, daß ich damit meine Lektion gelernt hätte und es ab sofort wieder aufwärts gehen würde.
Weit gefehlt. Die Fehlbuchung war lediglich der Auftakt zu einem Tanz am Rande des Abgrunds.
Wenn wir die Lektion absehen können, dann ist es keine echte Lektion
Meine neuen Angebote liefen nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mein Umsatz ging mittlerweile drastisch zurück. Ich begann, Dinge zu tun, von denen ich öffentlich geschworen hatte, daß sie in meinem spirituell geprägten Unternehmen niemals eine Rolle spielen würden: Ein early bird Angebot. Ein verlockender Bonus. Ein Preis nach den Möglichkeiten der Kundinnen. Das alles, weil ich mich mehr und mehr in die Enge getrieben fühlte. Es funktionierte. Mäßig. Ich konnte mich über Wasser halten. Hin und wieder kurz durchatmen. Von einem starken GeldStrom, wie ich ihn vor dem Einbruch kannte, keine Spur mehr.
Ich hatte geglaubt, eine von ‚den Großen‘ könnte mir den Weg weisen. Massiv überfordert mit der bitteren Enttäuschung und der wachsenden finanziellen Lücke auf sämtlichen Konten, zweifelte ich alles an. Meinen Verstand. Mein Unternehmen. Meinen Weg als HeilerIkone. Mein weibliches Wesen. Mein MenschSein.
Sollte ich wirklich am Ende sein? Aufgeben müssen, wo ich grad erst begonnen hatte, Erfolg für mich zu definieren und zu genießen? Ich weiß nicht, wie oft ich überlegt habe, mein Team zu entlassen und hinzuwerfen.
Es gab einen letzten, einen seidenen Faden, an dem mein SelbstWert hing.
Es gab ein hauchdünnes Momentum, in dem ich diesen Faden losließ.
Ich hatte nichts mehr zu verlieren.
Ich fiel komplett auf mich selbst zurück.
Ich fiel hinein in meine wahre Autorität.
Weil es niemanden mehr gab, der mir helfen konnte, konnten endlich meine ureigenen Antworten auftauchen
So begann ich, mich sehr offen mit meiner Geschichte zu zeigen. Nicht als Urteil über die Mentorin. Nicht als Warnung für andere. Mitten aus meinen erschütterten Grundfesten. Aus meiner tiefsten Dunkelheit. Verletzt. Heilend. Wachsend.
Plötzl
Ich begann, ein Muster zu erkennen.
Es zeichnet einen Weg abseits bekannter BusinessModelle.
Business als Weg der Verkörperung. Persönliche Themen als Katalysator.
Durch die Fehlbuchung wurde der Pfad der Transformation deutlich sichtbar. Ebenso die Warnzeichen, die ich inzwischen eindeutig identifizieren kann. Die Themen, die auf diesem Weg gewandelt werden, sind individuell unterschiedlich. Bei mir geht es zum Beispiel immer wieder ums Geld. Bei anderen steht mehr der Bereich Beziehung oder Gesundheit im Vordergrund.
Diese drei markanten Eckpfeiler sind gültige Schlüssel für alle:
Autorität | SelbstWert | Überforderung
Und so läuft es ab:
Im Leben einer Unternehmerin kommt der Punkt, an dem sie bereit ist für next level. Ob es ihr bewusst ist oder nicht. Die Transformation auf die neue Ebene beginnt damit, daß alles wegbricht, was zum Neuen nicht passt. Kunden bleiben weg. Umsätze brechen ein. Neue Ideen machen sich rar. Unruhe und schlechte Nächte werden zum neuen Normal. Exakt hier haben wir die Wahl:
1. Wir sagen ‚Nein, Danke.‘ zum Wachstum. Umsätze. Größe. Corporate Identity. Alles bleibt, wie es ist. Auch die UnternehmerPersönlichkeit. Es sind oft die tief empathischen und sensiblen Frauen, die hier anfällig sind. Sie fühlen sich schnell überfordert mit der Aussicht auf wachsende Komplexität und Sichtbarkeit.
2. Wir stürzen uns hinein. Rudern und rackern. Tun mehr vom Bekannten, um die bekannten Erfolge zu halten. Das wird sehr schnell sehr anstrengend. Es sind oft die Frauen mit gebrochenem SelbstWert, die hierfür anfällig sind. Dann fragen sie alle anderen. Begegnen Experten und Autoritäten, die es wissen müssen. Kommen dennoch keinen Millimeter weiter, nur tiefer in den Schlamassel, weil sie an diesem Punkt viel Geld ausgeben für Unterstützung bei gleichzeitig rasant schwindenden Umsätzen. Viele Frauen werden dabei zutiefst müde. Die meisten geben hier auf. Wenn sie nicht irgendwann die wahre Er_Lösung erkennen:
3. Wir geben uns hin. Wir lassen los, was wir kennen. Und zwar alles und gründlich. Wir lassen uns fallen in die Leere. Ins NichtWissen. In Dunkelheit. Erdend. Weiblich.
Aus reichlich Erfahrung will ich sagen: Letzteres klingt fast schon romantisch verlockend. Ein bißchen Rückzug und Dunkle Göttin, und alles wird gut. Leider nicht. Es ist definitiv nicht der leichte Weg.
Verheißungsvoll fühlt er sich deshalb an, weil er jeder Frau zellulär zutiefst vertraut ist.
Dafür sind wir als weibliche Wesen gemacht. Wir haben es nur vergessen, weil die Welt von Wirtschaft und Unternehmen nach wie vor überwiegend männlich geprägt ist. Verständlich also, daß wir uns verleiten lassen, uns panisch zu orientieren an Schablonen und Fakten, Zahlen, Machen, wenn alles zusammenzubrechen droht.
In der Leere jedoch wird ein tieferer Instinkt wach. Der urweibliche Instinkt. Er gibt Tropfen um Tropfen die Informationen frei, die wir brauchen für die neue Ebene. NUR in dieser Leere kommen wir an die relevanten Impulse. Deswegen bricht alles weg. Das zu erlauben. Das zu halten. Das ist die hohe Kunst, die das Fundament bereitet für den nächstgrößeren Erfolg.
Es gibt hier kein Ziehen und Beschleunigen.
Es gibt nur Rhythmus und Tiefe. Weich.
Es ist der Leib, der weiß. Aus der Ruhe.
Gesundes Wachstum entsteht dort, wo wir uns in der Tiefe selbst begegnen.
Ich bin meiner MastermindAffäre heute sehr dankbar. Im ungemütlichsten Abgrund fingen elementare Puzzleteile meiner Arbeit an, gleißend hell zu strahlen: Wahre Weiblichkeit. Business als Verkörperung. Spiritualität als irdischer Anker für mein Unternehmen.
Ich habe Transformation neu und tiefer lieben gelernt.
Ich habe erlebt, daß es viele gibt, denen Ähnliches widerfahren ist wie mir. Daß ich nicht allein bin. Daß es akut neue Wegweiser braucht für stabiles Unternehmertum auf weibliche Art. Daß wir als Frauen genau dafür geboren sind.
Kein Grund also, sich als aufstrebende Unternehmerin selbst zu sabotieren.
Vor dem sichtbaren, oft glamourösen Erfolg liegt auf dem Weg der Verkörperung ein abgrundtiefer, innerer Wendepunkt. Ein Plot Twist für Unternehmen und Leben. Wer dieses kosmische Muster kennt, weiß: Dann, wenn es abwärts geht, holen wir in Wahrheit mächtig Schwung für den Quantensprung. Das kann man genießen lernen.
Pleite meines Lebens?
Vielleicht. Ich bin bereit für mehr.
Denn: Nichts stärkt den SelbstWert mehr, als das eigene Wachstum bewusst mitzuerleben. Knochentiefe Stabilität ist das Ergebnis. Außerdem eine tiefe Ruhe und Klarheit, die sich durch nichts erschüttern lässt. Ich glaube das wird in den kommenden Jahren extrem gefragt sein, wenn wir als Unternehmerinnen im globalen Wandel aufrecht stehen wollen.
Verbunden mit dem eigenen Leib.
Verbunden mit Erde.
Das hat Tiefe und Aroma.
Das berührt und bleibt in Erinnerung.
Natürlich und ohne aufgesetzte Business Schablone.
Unangepasst. Verwurzelt in Dir selbst. Frei.
Das ist der wahre Erfolg. Oder?
Am Abgrund? So überlebst Du:
1. VISION
Hast Du eine? Wenn ja: Fabelhaft.
Fang an, sie neu zu schreiben. Umzuschreiben. Anzupassen. Dein Traum will jetzt wachsen, damit Du wieder Lust hast, ihm zu folgen.
Wenn nein: Höchste Zeit. Vision ist elementar. Du brauchst eine Richtung für Deinen Strom.
Fang an, sie zu entwerfen. In den schönsten Farben und Formen. Du allein entscheidest, was darin Platz hat und was nicht. Es ist Dein Weg. Es ist Deine Lust. Es ist Dein Leben.
2. Schüttel Dich.
Ich nutze gern das Schütteln als Verkörperungstool: Du wählst ein Thema, das Dich stresst. Nichts Großes für den Anfang. Zum Beispiel der nächste Brief vom Finanzamt. Dein Gefühl dazu, Angst, Wut, was auch immer es ist, bewegst Du. Musik an und den ganzen Körper schütteln. Bis in die Finger- und Haarspitzen. Wie ein Hund, der aus dem Wasser kommt.
Es nicht darum, etwas abzuschütteln oder wegzumachen.
Es geht darum, IM GEFÜHL lebendig zu sein. Das schreibt Deine Resonanz um und ändert Dein Handeln.
Wichtig: Schütteln ist nicht gleich Verkörperung. Es ist ein mögliches Werkzeug.
Verkörperung ist, wenn Du in Deinem Leben konkret neu handelst und neues Erleben erschaffst.
3. Immer schön atmen.
Bevor Du handelst, erlaub Dir, langsam zu werden. Von innen zu schauen.
Wird es eng in Dir? Dann warte. Atme. Erwarte den sicheren Instinkt.
Wird es weit in Dir? Dann mach.
Dein Leib weiß. Immer.
Sabine Weiskopf …
… ist Bewusstseinslehrerin. Als Expertin für Frequenzarbeit unterstützt sie Frauen, ihre weibliche Urkraft zu leben und weibliches Unternehmertum neu zu definieren. Die ehemalige Übersetzerin und Englischlehrerin hat eine humanistische Bildung als irdisches Fundament und arbeitet auf der energetischen Ebene.
Weitere Infos: https://sabineweiskopf.com
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