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Snooze – Aus – Ganz Aus! Die Kunst des Abschaltens

Einen schönen guten Sommertag, die Herrschaften. Ich hoffe, die meisten von Ihnen erreiche ich in Ihrem wohlverdienten Urlaub, an einem wunderschönen Ort, wo es keine Drucker, Ablageordner und auch keine Kollegen gibt.

Es sei denn, Sie sind selbständig in der Kreativbranche tätig. Dann fallen Drucker, Ablageordner und Kollegen per se in den Bereich der Alltags-Raritäten. Und die Sonnenliege im wohlverdienten Urlaub, den man sich seit gefühlten Äonen von Jahren von der klapprigen Hüfte abgespeist hat, teilt man sich natürlich mit dem Schweinehund, denn der reist immer mit.

Mit Urlaub sei hier tatsächlich jene wundervolle Pause gemeint, in der es einzig und allein darum geht, Körper und Geist mit freudvollen Aktivitäten einzusalben und zu bespaßen, dem Glück des Nichtstuns auf der Luftmatratze hinterher zu plantschen und sich nicht von dem Gedanken die Siesta veröden zu lassen, dass man gerade keinen Cent verdient, sondern im Gegenteil viele unverdiente Cents zugunsten von Margaritas und frisch gegrilltem Fisch verschleudert.

Abschalten gehört in den Kalender

Doch es darf an dieser Stelle festgehalten werden: diese Negativ-Investition lohnt sich! Denn wenn schon die morgendliche Dusche als Quell von kreativen Geistesblitzen gefeiert wird, dann dürfte ein Bad im Wasserfall eine Funkorchester zwischen den Synapsen garantieren.

In einer Zeit, wo der Buchmarkt von Titeln geflutet wird, die sich mit der Herausforderung, Kreativität auszuhalten, oder dem ironischen Postulat, nicht zu arbeiten, befassen, muss man sich doch fragen, wann und warum wir selbständigen Schwachsinnigen die Notwendigkeit des Abschaltens aus unseren Kalendern gestrichen haben.

Ein kürzlich gestarteter Selbstversuch zeigt inzwischen, dass es zum Abschalten nicht notwendigerweise der Konsultation eines Zen-Meisters bedarf, um den Geist wieder aus dem Dienstleistungs-Keller der Deadlines zu lotsen, sondern dass schon ein paar Flugstunden in einen anderen Kulturraum ausreichen, um das Verhältnis von Leistungsdrang, Versagensangst und kreativer Brillanz wieder einigermaßen ins Gleichgewicht zu bringen.

 

Nachdenken über Arbeitweise

Es empfiehlt sich durchaus, in diesen kostbaren Stunden und Tagen der – gefühlt – absoluten Freiheit keineswegs zu arbeiten, sondern im Gegenteil über den eigenen Arbeitsmodus nachzudenken. Genauso, wie die Strukturlosigkeit der Urlaubsaktivitäten die ständig geknechtete, weil in Verruf geratene Impulsivität entfesseln kann, kann eine strukturierte Analyse des eigenen Arbeitsalltags zur Rückkehr hin die nächste Freiheitsstufe des Erfolgs sein.

Und dieser Erfolg definiert sich nicht nur über die kreativen Geistesblitze und ein optimales Leistungsportfolio; denn dafür brauchen wir ja meistens nur eine Runde Duschen oder Laufen zu gehen. Dieser Erfolg zeichnet sich eher durch eine längerfristige Strategie aus, wie wir konsequent und vor allem frequent das Abschalten in den eigenen Alltag integrieren können, damit wir nicht komplett verbrennen, sondern im Gegenteil die Lust an der Freude und am Wagnis wieder entfachen.

In diesem Sinne: Wenn der innere Schweinehund schon mit auf der Sonnenliege herumlungert, dann sollte man ihn abends mal zur gepflegten Diskussion auf besagte Margaritas einladen. Aber den Bewirtungsbeleg nicht vergessen!

julia-malzJulia Malz

zog es 2001 aus dem Rheinland an die Elbe. Im neuen Heimathafen Hamburg schreibt sie seit 2009 als freie Journalistin und Autorin für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsformate aller Couleur.
Das Berufsfeld des Freien Schreibens ist für sie Herausforderung und Inspiration zugleich. Die Etablierung der eigenen Person als Marke bei gleichbleibender Authentizität, Flexibilität und konsequenter Leistungssteigerung sieht sie als wichtige Pfeiler erfolgreicher Selbstständigkeit.

Der Text von Julia Malz ist ursprünglich auf  bilanz.de erschienen.

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