Gründerinnen im Porträt

Main(e) Familienagentur: Alltags- und Freizeitorganisation für berufstätige Eltern

Fotos: Anja Waegele, www.amw-photography.de

Für zugezogene, berufstätige oder werdende Eltern übernimmt Main(e) Familienagentur die Alltagsorganisation und Freizeitgestaltung – direkt oder im Auftrag des Arbeitgebers: Gründerin Sandra Hinrichs verschafft Eltern dadurch mehr Zeit für Quality time als Familie und für die Karriere.

Was ist die Besonderheit Ihres Start-ups?

Einen individuellen Familienservice dieser Art gibt es bisher nicht. Als Mutter von drei Kindern habe ich ein großes Netzwerk in der Stadt und kann meine eigenen Erfahrungen bei der Beratung und Vermittlung einbringen, konkrete Empfehlungen aussprechen und die Organisation und Anmeldung von sämtlichen Terminen, Kursen etc. übernehmen. Als berufstätige Mutter lebe ich Vereinbarkeit und möchte auch andere Eltern und gerade Mütter unterstützen sich nicht zwischen Familie und Beruf/Karriere entscheiden zu müssen, sondern beides glücklich und erfolgreich zu erleben. Ich trage dieses Thema in die Unternehmen und möchte sie dazu animieren mehr für ihre mitarbeitenden Eltern zu tun und sie auch beim Thema Elternschaft zu unterstützen.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Ein Elternverein mit mehreren hundert Mitgliedern ist auf mich zugekommen und hat mich gebeten, Workshops und Beratungen zu unterschiedlichen Themen rund um das Thema Elternschaft anzubieten. Des Weiteren freut es mich immer wieder schwangere Mütter (hauptsächlich Erstgebärende) zu begleiten und ihnen ruhige Nächte zu bescheren.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Nach einer kaufmännischen Ausbildung und einem einjährigen Auslandsaufenthalt in den USA (Chicago) habe ich in verschiedenen Positionen bei McKinsey in Düsseldorf gearbeitet. Nach meinem berufsbegleitendem Abendstudium der BWL bin ich nach Frankfurt umgezogen und habe dort zuletzt in der Personalentwicklung weiterhin bei McKinsey gearbeitet.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

2012 bin ich das erste Mal Mutter geworden und nach einem guten Jahr wieder in meinen alten Job zurückgekehrt, nach meinem zweiten Kind bin ich ebenfalls wieder in Teilzeit zurückgekehrt und habe bemerkt, wie schwierig es ist dem Job aber auch der Familie und auch den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Nachdem mein drittes Kind zur Welt gekommen war, wollte ich die Chance nutzen etwas zu verändern, für mich und für Andere. Dann habe ich mich entschlossen Main(e) Familienagentur zu gründen.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?




Das ist Jumpp Frauenbetriebe e.V. – hier habe ich an verschiedenen Workshops und Projekten teilgenommen. Über Jumpp habe ich Erfolgsteams kennengelernt und bin Mitglieder verschiedener Teams in dem wir uns gegenseitig unterstützen. Aktuell nehme ich an dem Projekt Shape your Future teil und bin unglaublich dankbar für die hilfreiche Unterstützung von meiner Beraterin, Workshopleiterinnen und des Teams.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Als Mutter von 3 Kindern war ich stark von der Corona-Pandemie und den Schließungen der Kindertageseinrichtungen und Schulen betroffen. Mein gerade gegründetes Unternehmen musste hintenanstehen und ich habe mich hauptsächlich um die Betreuung der Kinder gekümmert. Die bis zur Pandemie auftretenden Erfolge sind leider verpufft, die Auftragslage gänzlich eingebrochen. Seither habe ich einige Blogartikel geschrieben und bin in den Sozialen Medien präsenter geworden und auch verschiedene Unternehmen konnte ich auf mich aufmerksam machen und vielversprechende Kontakte knüpfen.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Soziale Medien wie Instagram, Facebook und seit einigen Monaten auch über LinkedIn. Des Weiteren habe ich Flyer, die ich in den verschiedenen Institutionen etc. auslegen. Ich organisiere Events, über die es Pressemitteilungen gibt. Ein Radio-Auftritt im lokalen Sender ist für September geplant. Des Weiteren bin ich Teilnehmerin an einem Podcast, in dem ich über meinen Standpunkt zum Thema Vereinbarkeit sprechen werde.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?



Ich habe das Kinderwagen-Kino in Frankfurt ins Leben gerufen, das aber leider auf Grund der Pandemie bisher noch nicht stattfinden konnte. Des Weiteren wird es einen Familien-Cleanup Event, also eine Müllsammelaktion Anfang Oktober geben. Beide Events sind sehr beliebt.
Außerdem wird im lokalen Magazin für Kinder und Familien über mich und meinen Service ausführlich berichtet. (Frankfurt Journal Rhein Main mit Kindern, Ausgabe März 2020)

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Holt euch Beratung in einem Verein und sorgt für regelmäßigen Austausch mit Gleichgesinnten. Es ist immer hilfreich über Probleme, die es bei der Gründung gibt zu sprechen und sich Rat von Expert*innen oder auch anderen Gründer*innen einzuholen. Erfolge zu feiern ist auch wichtig und gemeinsam macht es einfach viel mehr Spaß!

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Hier geht es direkt zur Homepage der Main(e) Familienagentur.

Sandra Hinrichs ist Bewerberin beim Hessischen Gründerpreis 2021.

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