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Heger und Sammler: Wildkräuter wieder erlebbar machen

Isabel Fischer ist Kommunikationdesignerin, ausgebildete Kräuterfrau und Gründerin des Start-Ups Heger und Sammler – ihr absolutes Herzensprojekt!
Sie bietet in Kiel und Umgebung alle möglichen Events zu Wildkräutern und Heilpflanzen an, von Kräuterworkshops über Kräuterwanderungen bis hin zu Kräuterwochenenden. Zusätzlich kreiert sie leidenschaftlich gerne Printprodukte wie beispielsweise Kalender und Poster und verkauft diese hauptsächlich über ihre Website. Fischer liebt es, die vielfältigen Formen und Farben von Wildpflanzen in Bildern festzuhalten und so das wertvolle Wissen um fast vergessene Pflanzen wieder zugänglich zu machen.

Was ist die Besonderheit Ihres Start-ups?

Bei meinem Start-Up wird die Wildkräuter- und Designwelt miteinander kombiniert. Das wertvolle Wissen um Heilwirkungen, Pflanzenbestimmung und Co ist fast verloren gegangen und es gibt nur noch wenige Kräuterfrauen, die diesen Beruf hauptberuflich ausüben. Mit meinen Skills als Designerin kann ich all meine Ideen Pflanzen in ein neues Licht zu rücken, perfekt umsetzen. Und so das Interesse der Menschen wieder zu wecken. Pflanzen sind so wunderbar und wertvoll!

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Mein erster Erfolg war der Verkauf meines jährlich erscheinenden saisonalen Sammel-Wandkalenders. Für 2023 arbeite ich bereits an der dritten Serie, welche dieses Mal deutschlandweit in verschiedenen Läden verkauft werden soll. Mit diesem Projekt startete ich damals in meine Berufung. Darüber hinaus konnte ich über die letzten zwei Jahre eine wunderbare Wildkräuter-Community auf Instagram zusammenbringen.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Wegen einer etwas stärker ausgeprägten Legasthenie hat mein Werdegang mit einem Hauptschulabschluss begonnen. Schritt für Schritt habe ich mich weiterentwickelt und schließlich meinen Bachelor of Arts in Kommunikationsdesign abgeschlossen. Während des Studiums und nach meinem Abschluss habe ich mich intensiv mit Fotografie beschäftigt.
Das Interesse an Pflanzen und ganz besonders an Wildkräutern hat mich dann nach längerem Zögern und einer drei Jahre langen Weltreise dazu gebracht, Heger und Sammler ins Leben zu rufen. Seitdem habe ich eine Ausbildung als Heilpflanzenkundlerin absolviert und obendrein mache ich derzeit noch eine Ausbildung als Wildkräuterpädagogin. Ich bin direkt in die Selbstständigkeit eingetaucht ohne vorher festangestellt gewesen zu sein.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Ich arbeite unglaublich gerne an vielfältigen Projekten, entwickle gerne neue Konzepte und steck all mein Herzblut in meine Arbeit. Diese Kraft und Zeit wollte ich unbedingt in mein eigenes Unternehmen fließen lassen und es immer mehr wachsen sehen.
Auch die Freiheit, entscheiden zu können, wann und wie ich arbeite, war ein sehr wichtiger Punkt für mich. Im Fotostudio arbeite ich beispielsweise sehr gerne abends, wenn andere schon lange Feierabend haben. Ich bin sozusagen ein fleißiger Freigeist.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

Mein wichtigster Mentor und Unterstützer ist definitiv mein Partner. Wenn es Momente des Zweifelns gab, und davon gab es im ersten Jahr so einige, hat er mir immer wieder meine Vision aufgezeigt und mir Mut gemacht. Wenn große Entscheidungen anstehen, kann ich immer auf seinen weitsichtigen Rat zählen. Dazu kommt, dass er geschlagene zwei Jahre lang all meine Texte lektoriert hat, bis ich schließlich fast fehlerfrei geschrieben habe. Dafür bin ich sehr dankbar!

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Meine größte Herausforderung war definitiv der Start. Ich war mir ziemlich unsicher, ob ich mit diesem Nischenthema jemals Erfolg haben könnte, da ich zu diesem Zeitpunkt keine einzige Kräuterfrau kannte. Diverse Stimmen haben mir zusätzlich davon abgeraten mich selbstständig zu machen. Ich habe die Gründung also drei Jahre lang immer und immer wieder aufgeschoben.

Aber ich habe meine Visionen nie verloren! Und so habe ich durch verschiedene Anreize schlussendlich entschieden: Jetzt oder nie! Es war wirklich eine große Hürde, aber ich bin so unglaublich froh sie überwunden zu haben. Und so begann die wilde „Kräuterreise“.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Hauptsächlich über Instagram, meine Website und Flyer.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

Meine Arbeit als Fotografin und Designerin. Alles, was ich produziere und veröffentliche, ist auf das große Ganze meines Start-Ups abgestimmt und es steckt viel Liebe im Detail. Ich glaube, dass spüren die Menschen.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Ich habe ein paar Ersparnisse von meiner Reise mitgebracht und die Unterstützung des Jobcenters für Selbstständige beantragt. Sie haben mir einen wertvollen Businesskurs für den optimalen Start finanziert. Dabei konnte ich viel lernen und für meine berufliche Laufbahn mitnehmen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Die Liste ist ziemlich lang. Ein paar meiner Visionen sind zum Beispiel einen Onlinekurs zu entwickeln, ein Buch über Wildkräuter zu schreiben und später einen eigenen Kräuter-Seminarort mit großem Heilpflanzengarten zu gründen. Als nächstes steht außerdem die Vermarktung von Wildkräuterprodukten wie Kräutersalze, Essige und Liköre auf meiner Liste. Darauf freue ich mich schon sehr.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Der erste Schritt ist am schwierigsten! Ich hoffe, du findest den Mut loszulaufen! Das Zitat „Fange an, bevor du bereit bist“ hat mich damals sehr motiviert. Richtig bereit fühlt man sich nie so wirklich.

Noch ein anderer Tipp: Es wird immer wieder neue Aufgaben und auch Hindernisse geben! Genieße also den Weg und warte nicht nur auf das eine Glücksgefühl, dass mit dem Erreichen eines Zieles kommt. Das Abenteuer soll ja schließlich auch Spaß bringen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Hier geht es direkt zur Homepage von Heger und Sammler.

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