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Internationales Frauenforum: „Wir haben nur einen Stock in den Boden gesteckt und plötzlich ist ein ganzer Garten entstanden“

In Minsk fand das Internationale Frauenforum für soziales Unternehmertum statt. Dies war die Abschlussveranstaltung des gleichnamigen Projekts, das im Mai dieses Jahres gestartet hat. Das Programm umfasste Präsentationen gemeinsamer internationaler Projekte, Vorträge zu rechtlichen und steuerlichen Feinheiten des Sozialunternehmertums sowie Meisterkurse zu Themen, die für die Sozialunternehmerinnen relevant sind.
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Mehr als 200 Teilnehmerinnen haben sich für das Forum registriert, von denen die meisten COVID-19-bedingt nicht nach Belarus kommen konnten und online teilnahmen. Die Veranstaltung wurde also in einer Hybrid-Form angeboten, die eine deutliche Umstrukturierung erforderte. In Zukunft werden die Organisatoren ein neues Protokoll für solche Foren entwickeln müssen, das die technischen und sonstigen Besonderheiten der virtuellen Kommunikation berücksichtigt. Es war dieses nicht standardisierte Format der Veranstaltung, das ihre Grenzen ernsthaft erweiterte – nicht nur Frauen aus Russland, Belarus und Deutschland, wie ursprünglich geplant, sondern auch aus Lettland, Litauen und der Ukraine schlossen sich der Online-Teilnahme an.

Internationales Frauenforum mit praktischen Übungen und Business-Rollenspielen

Der zweite Tag des Forums war ausschließlich Meisterkursen mit praktischen Übungen und Business-Rollenspielen gewidmet. Alena Yaskevich (Minsk) verstand nach einem Meisterkurs über die Finanzierungen der sozialen Projekte, wie man es angeht und wo man anfangen soll: „Die Informationen wurden sehr logisch und klar präsentiert, wir haben sie in Gruppen erarbeitet. Ich habe verstanden, dass auch, wenn man nie nach Geld für die eigenen Projekte gesucht und nie Zuschüsse beantragt hat, es nicht bedeutet, dass es keine Chance gibt, eine Finanzierung zu bekommen.“

Anzhelika Matskevich (Minsk) war erstaunt über den Umfang und das Niveau des Forums – alles wurde verantwortlich und gefühlvoll organisiert. Es war die Herzlichkeit und die nette Atmosphäre der von Frauen geschaffenen Veranstaltung, die von vielen Teilnehmerinnen des Forums bemerkt wurde. Die Organisatoren bewiesen erneut, dass eine derart weibliche Herangehensweise ihre Vorteile hat: in einer entspannten, freundlichen, nicht offiziellen Atmosphäre ohne Pathos beginnen die Menschen frei und kreativ zu kommunizieren.

„Ich hatte das Gefühl, wir hätten nur einen Stock in die Erde gesteckt und plötzlich wuchs ein ganzer Garten auf. Was für ein erstaunliches Ergebnis – in nur zwei Tagen haben wir starke Kontakte geknüpft, neues Wissen gewonnen, gemeinsame Projekte geplant und bereits begonnen, sie umzusetzen. Ich war selbst über die Wirkung erstaunt. Wenn man kreative und leidenschaftliche Frauen zusammenbringt, werden sie gemeinsam die Welt zum Besseren verändern“, schloss die Organisatorin des Forums Anna Leonenko (Berlin).

Projektorganisatoren: Mediaost Events und Kommunikation GmbH (Berlin), Werkstatt für unternehmerische Fähigkeiten und effektive Praktiken der nachhaltigen Regionalentwicklung (Minsk) und das Ressourcenzentrum für soziale Initiativen (Moskau). Das Projekt wird unterstützt durch das Auswärtige Amt im Rahmen des Programms „Östliche Partnerschaft und Russland“.

Über Mediaost

Die Mediaost Events und Kommunikation GmbH wurde Anfang 2014 gegründet und ist auf die Organisation von Kulturveranstaltungen, Programme für Expertenaustausch und Bildungsprojekte, vornehmlich im osteuropäischen Raum, spezialisiert. Mediaost konzipierte und realisierte ebenfalls bereits Kunstwerkstätten, europaweite Kulturwettbewerbe und Jugendprojekte. Zu den Projekten der Mediaost GmbH gehören: der russische Theaterfrühling, der im Frühjahr 2015 erstmalig stattfand und vom Hauptstadtkulturfonds gefördert wurde, die jährlich stattfindende Russische Filmwoche in Berlin (seit 2005) und in Paris (2010), die Koordination des offiziellen Kulturprogramms der Berliner Tage in Moskau und der Moskauer Tage in Berlin (2011) sowie die Organisation der deutsch-russischen Studentenfilmtage in Moskau und Berlin im Rahmen des offiziellen Programms des Deutschlandjahres in Russland und des Russlandjahres in Deutschland (2012). Zu den kürzlich abgeschlossenen Erasmus+ Projekten der Mediaost gehören die Online-Sprachlernplattformen „deutsch.info“ und „russky.info“, für welche Mediaost neben dem Inhalt auch das Marketing und die Pressearbeit realisierte. Beide Projekte sollen die europäische Mehrsprachigkeit vorantreiben und wurden mit Mitteln der Europäischen Kommission gefördert. Zu den jüngsten Projekten zählt außerdem das deutsch-russische Theaterprojekt Generic Space, das anlässlich der 25-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Moskau und Berlin initiiert und vom Auswärtigen Amt und der Lotto-Stiftung Berlin gefördert wurde, sowie weitere Projekte im Rahmen des ÖPR-Programms: „No border Integration“ (2018), „Fußball im Film“ (2018), „Sozialpädagogik für Integration“ (2019). Im Jahr 2020 ist Mediaost in einem Projekt der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten zum 75-jährigen Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück beteiligt.

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