Gründerinnen im Porträt

femtasy: sinnliche Hörgeschichten für Frauen

Mit femtasy hat Gründerin Nina Julie Lepique eine Online-Plattform mit erotischen Inhalten speziell für Frauen geschaffen. Dort findest Du die größte deutschsprachige Auswahl an erotischen Audio-Aufnahmen für Frauen mit über 100 intimen Fantasien. Wir sind weder ein typisches Erotikportal noch eine Plattform für typische Hörbücher. Bei femtasy gibt es weder Nacktheit noch Werbung, aber dennoch geht es um Sinnlichkeit und Erotik.

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?

Wir haben mit femtasy ein neuartiges Konzept auf den Markt gebracht: Erotische Hörgeschichten für Frauen auf Abruf zum Streamen. Wir verpacken weibliche Erotik in unserer Marke neu und enttabuisieren das Thema in der Gesellschaft. Als ganz besonders empfinde ich die Tatsache, dass es sich bei femtasy um ein Produkt von Frauen für Frauen handelt, denn ein Großteil unserer Geschichten werden ursprünglich von weiblichen Autorinnen verfasst und wir beschäftigen uns kontinuierlich mit dem Feedback unserer Nutzer*innen, um femtasy noch mehr auf ihre Wünsche anzupassen.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Einer der wichtigsten Meilensteine in unserer noch jungen Geschichte und für mich persönlich ist sicher, dass wir in 2017 binnen kürzester Zeit namhafte Investoren von unserem Konzept überzeugt haben und so femtasy im Juli 2018 ins Leben rufen konnten. Basis dieses Erfolges war eine erfolgreiche und aussagekräftige Marktforschung mit über 1.500 Frauen zu ihrer Sexualität, die wir im Jahr 2017 im Deutschsprachigen Raum umgesetzt haben.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Nach meinem Studienabschluss in Business Administration bin ich bei XING ins Corporate Development eingestiegen und habe dort noch knappe zwei Jahre gearbeitet. Im Kopf hat sich die Idee der Gründung immer stärker intensiviert, sodass ich dann im Rahmen einer Studie 1500 Frauen befragt habe, ob es auf dem gesamten Erotikmarkt nichts gäbe, das besonders auf die weiblichen Bedürfnisse ausgerichtet ist. Das hat mich darin bestätigt, einen Raum für die freie Entfaltung der weiblichen Sexualität zu schaffen. Viel mehr noch ist Jede/r bei uns willkommen, um seine Lust zu entdecken, sich besser kennenzulernen und genießen.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Während meines vorherigen Jobs habe ich den Erotikmarkt auch beruflich genauer betrachtet und Business Models in dieser Branche untersucht. Auch im privaten Umfeld in Gesprächen mit Freundinnen habe ich oft eine Art Frustration bemerkt, wenn das Thema aufkam. Warum sollten die meisten Inhalte auf dem Markt also nur Männer ansprechen. Gleichzeitig war (und bin) ich natürlich auch eine junge Frau, die schon immer begeistert von der Kraft des Female Empowerments war und gerne auch ein Teil davon sein wollte.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

Der wichtigste Ansprechpartner ist mit Sicherheit mein Mitgründer Michael, wir haben uns von Anfang an intensiv ausgetauscht und coachen uns heute weiterhin. Ich tausche mich außerdem intensiv und regelmäßig mit anderen Unternehmer*innen aus um von ihnen zu lernen und mich stetig weiterzuentwickeln. Wenig gibt mir so viel Energie, wie der Austausch mit Gleichgesinnten. Ich bin sicher, dass meine Probleme schon von anderen gelöst wurden – und genau so, habe ich vielleicht schon eine Nuss geknackt, die ein/e andere/r noch vor sich hat.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Die größte Herausforderung war ganz bestimmt ein Produkt von „Null“ zu starten, es gab und gibt bis heute kein bestehendes Öko System im Bereich „female pleasure“. Gründer in anderen Industrien können auf bestehende Wertschöpfung, Vertriebswege, Erfahrungswerte etc. zurückgreifen, in unserem Fall kreieren wir den Markt und unsere Industrie selbst mit. Wir meistern diese Situation indem wir unser Produkt Daten-basiert und Nutzer*innen-zentriert gestalten. Solange wir auf die Stimme aus unserer Nutzerschaft hören, können wir nicht falsch liegen.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Speziell in der Branche möchten wir ein starkes Vertrauensverhältnis zu unseren Nutzer*Innen schaffen. Das gelingt uns besonders gut in Zusammenarbeit mit Influencerinnen, die selbst Fans unserer Plattform sind und so authentisch davon erzählen können, warum sie femtasy nutzen und was sie an uns begeistert. Das schafft eine sehr persönliche Vertrautheit, die es braucht, um ein neuartiges Produkt zu erklären. Natürlich nutzen wir aber auch ganz klassische PR-Kanäle, um noch mehr Frauen von unserer Plattform begeistern zu können. Zudem nehmen wir regelmäßig an Bewerbungen für Wettbewerbe und Programmen teil, so wie z.B. dem Kreativ-und Kulturpiloten Programm, bei dem wir zu den Nominierten gehören.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

Es gibt für uns nicht „die eine Vermarktungsidee“, wir bauen die Kampagnen rund um unsere definierten Markenwerte auf. Mit unserem Produkt wissen wir aber, dass insbesondere Kampagnen mit persönlichem und authentischen Empfehlungscharakter und einer klaren Botschaft besonders gut funktionieren. Natürlich macht es für uns auch Sinn mit unseren Stimmen und Audios zu arbeiten und diese in die Werbeformate zu integrieren, um den Nutzern das Produkt direkt nahe zu bringen.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Wir konnten nach intensiver Marktforschung zur weiblichen Sexualität und dem Marktbedürfnis in 2017 bereits erste Business Angel Investoren von uns überzeugen, seitdem unterstützen uns diese und einige weitere auf unserer Reise. Unsere Umsätze würde uns ein profitables Wachsen erlauben. Allerdings verfolgen wir den Plan femtasy zu einer führenden internationalen Frauenmarke auszubauen, somit sind wir um die Finanzierung durch unsere Investoren sehr dankbar.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Ich möchte mit femtasy echten Impact erzeugen und nachhaltig die Gesellschaft und die Wahrnehmung zu Frauen in der Gesellschaft, insbesondere im Zusammenhang mit der weiblichen Lust, verändert haben. Ich träume davon, dass Frauen auf der ganzen Welt mit femtasy T-Shirts durch die Straßen laufen und stolz darauf sind ihre Sexualität nach ihren Wünschen auszuleben und daran Spaß haben.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Eine Gruppe Gleichgesinnter früh finden! Ein Unternehmen aufzubauen ist nicht einfach – es ist in der Tat wie eine Achterbahnfahrt. Es war für mich entscheidend, eine Gruppe von Menschen zu finden, denen ich vertraue und die ähnliche Erfahrungen machen (die lustigen und die nicht so lustigen), dass ich meine Gedanken, Ideen, Erfolge und Herausforderungen teilen kann.

Hier geht es direkt zur Homepage: www.femtasy.com

Das Projekt femtasy ist für die Kultur- und Kreativpiloten 2020 nominiert.

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