Gründerinnen im Porträt

Goldblättchen: Health and Sustainability

Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Anastasija Epstein. Ich bin ausgebildete Bio-Gemüsegärtnerin und zur Zeit Studentin der Agrarwissenschaften in Göttingen. Fragen zum Umweltschutz und nachhaltigen Konsum sowie die Corona-Pandemie bilden die Grundlage für meine Startup-Idee im Bereich „Health and Sustainability.“

Mit GOLDBLÄTTCHEN möchte ich gesunde Ernährung und klimabewusste Konsumentscheidungen für den berufstätigen Kunden alltagstauglich machen.

Was ist die Besonderheit Ihrer Gründungsidee?

GOLDBLÄTTCHEN bietet nachhaltig produzierte und maßgeschneiderte Tagespakete. Diese enthalten drei Hauptmahlzeiten, gesunde Snacks und fermentierte Getränke für einen Wochentag oder mehr. Die Bestellung erfolgt über eine App, bei der unsere Kunden*innen Präferenzen und Abneigungen in einem persönlichen Profil angeben können. Das mindestens vegetarische Tagespaket lässt sich für einen Wochentag oder mehr buchen und wird jeweils am Vorabend geliefert. Es ist nachhaltig verpackt und enthält ausgewogene und mit Liebe zum Detail zubereitete Gerichte, die schnell und problemlos transportiert und am Arbeitsplatz verzehrt werden können.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Erste berufliche Erfolge sind nicht unbedingt monetärer Natur – besonders am Anfang der Entwicklung einer nachhaltigen Unternehmensidee zählt jedes beidseitig fruchtbare Gespräch zu Kund*innen, Lieferant*innen oder potenziellen Partner*innen zur Erfolgsgeschichte. Aktuell zählen bereits geschlossene Partnerschaften und erste Kundenkäufe zu den größten Erfolgen auf unserer GOLDBLÄTTCHEN-Liste.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Die Vision hinter GOLDBLÄTTCHEN ist gleichzeitig namensgebend: Wir sammeln Goldblättchen, indem wir unsere guten Vorsätze in die Tat umsetzen. Goldblättchen finden sich entlang der gesamten Produktionskette. Wir verwenden regionale und globale Rohstoffe, verarbeiten transparent und stehen für eine achtsame Unternehmensführung – immer wichtiger werdenden Kaufargumenten für Konsument*innen und für GOLDBLÄTTCHEN zentrale Thema unserer Unternehmensphilosophie. Klimaschutz und eine gesunde Lebensart war noch nie so wichtig und muss nicht kompliziert sein. Unsere Zeit ist wertvoll – erst recht für berufstätige Kund*innen. Bereits beim Bestellen des vegetarischen Tagespakets leistet der Kunde einen Beitrag zum Klimaschutz. Denn wer einen Wochentag fleischlos isst, spart bereits 100kg CO2 jährlich.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Schon während der Schulzeit wollte ich wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Ich interessierte mich für Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung und entschloss mich daher, vor dem Studium eine Ausbildung zur Gemüsegärtnerin zu absolvieren. Dabei sammelte ich Erfahrungen in Bio-Betrieben bei der Verarbeitung und Direktvermarktung sowie der Erzeugung von Gemüse und Feldfrüchten. Danach folgte das Studium der ökologischen Agrarwissenschaften mit einer Spezialisierung auf Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Was war / ist Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Die Größte Herausforderung bisher ist ein faires und nachhaltiges Ernährungs- und Lebensmittelsystem zu integrieren und gemeinsam zu gestalten. Die Bereitschaft der Konsument*innen ist da – oft braucht es bloß ein bisschen Hilfe im hektischen Berufsalltag. Denn Essen heißt Gemeinschaft und gutes Essen zu Genießen ist der Kitt unserer Gesellschaft. Man könnte GOLDBLÄTTCHEN als eine Dienstleistung für den persönlichen Klimaschutz begreifen, welches diesen als ein Kundenbedürfnis in einem Gesamtpaket abdeckt.

Welches sind aus Eurer Sicht die größten Herausforderungen von Start-ups aus den KUER Branchen (Klima, Umwelt, Energieeffizienz, Ressourcenschonung) generell?

Die KUER Branchen sind durch ihr übergeordnetes Nachhaltigkeitsziel verbunden. Man nimmt allgemein an, dass Klimaschutz einem modernen Leben mit seinem derzeitigen Konsumverhalten entgegensteht. Natürlich müssen wir ein paar Dinge ändern – Start-ups der KUER Branchen erarbeiten dazu ein ganzheitliches und akzeptables Konzept für unsere Gesellschaft. Die Herausforderung besteht darin, neue Wege zu finden und gemeinsam zu gehen.

Sie sind Teilnehmer im aktuellen KUER.NRW Businessplan Wettbewerb 2020: Warum haben Sie sich entschlossen, an dem Wettbewerb teilzunehmen?

Der KUER Businessplanwettbewerb bietet ein weites Netzwerk von über 100 Experten der KUER Branchen. Zudem ist die individuelle Betreuung durch die Mentor*innen und die Programmleiterin motivierend und inspirierend zugleich. Abgesehen ob man den Wettbewerb gewinnt oder nicht, bietet die Bewertung durch das Gremium die einzigartige Möglichkeit ein Feedback zum eigenen Businessplan zu erhalten.

Wie können wir uns die Zusammenarbeit vorstellen? Was nehmen Sie aus dem Mentoring mit?

Die Intensität der Zusammenarbeit zwischen Mentor*in und Team variiert. Es finden in regelmäßigen Abständen Seminartage statt, die verschiedene Abschnitte eines typischen Businessplans abdecken. Die Mentor*innen stehen den teilnehmenden Teams bei jedem Schritt mit hilfreichem Rat und Feedback zur Seite.

Wie wichtig sind für Sie Netzwerke wie das des KUER.NRW Gründungswettbewerbes?

Für mich als Späteinsteigerin zum Wettbewerb ist das Netzwerk von überragender Bedeutung. Es ist mir ein Herzensthema, mit Austausch eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten. Das KUER Netzwerk bietet dazu eine Plattform für aktives Networking mit weiteren Akteur*innen der Branche.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

GOLDBLÄTTCHEN vermarktet ein Rundumpaket: Mit unseren maßgeschneiderten Tagespaketen verbinden wir gesunde Ernährung, individuelle Fitnessziele und Klimaschutz. Über Social-Media-Plattformen kann die technikaffine Zielgruppe bei allen Schritten entlang der Wertschöpfungskette virtuell dabei sein. Diese direkten Einblicke in Erzeugung und Produktion schlagen eine Brücke zwischen urbanem und ländlichem Leben – Interaktion und spannende kurze Clips bringen die jeweiligen individuellen Bedürfnisse direkt in den Alltag.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

GOLDBLÄTTCHEN befindet sich noch in der ersten Phase der Gründung. Ein Testdurchlauf mit überschaubarer Kundenzahl soll eine gleichbleibend hohe Qualität vom ersten Tagespaket an gewährleisten. So können wir durch ein anfänglich limitiertes Angebot die Einhaltung unserer Nachhaltigkeitsziele garantieren. Die Testphase wird im Rahmen meiner Bachelorarbeit durch die agrarwissenschaftliche Fakultät der Universität und die Teilnahme am KUER Businessplanwettbewerb realisiert.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

GOLDBLÄTTCHEN ist für mich ein Schritt zu einer Ernährungsform innerhalb der planetaren Grenzen – dazu modern, einfach und alltagstauglich. Die Vernetzung zwischen ländlichen, stadtnahen und städtischen Regionen soll zeigen, dass Goldblättchen an vielen Stellen gesammelt werden und Klimaschutz auch Spaß machen darf. Überhaupt bildet eine nachhaltige Ernährungsweise keinen Gegensatz zum modernen Leben, denn sonst ist die Nachhaltigkeit nicht authentisch. Im hektischen Alltag brauchen wir Zusammenhalt und Unterstützung – so wird das Sammeln von Goldblättchen zum Kinderspiel.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Eine persönliche Goldblättchenliste anzulegen, ist motivierend und hilft uns, unsere Erfolge wahrzunehmen. Sie ist das Gegenteil einer To-Do-Liste oder „Gute-Vorsätze-Liste“: Nachdem eine Aufgabe erledigt ist findet sie sich in Form eines Goldblättchens darin wieder. Symbolisch wird also für jede erledigte Aufgabe ein Goldblättchen gesammelt. Am Ende des Tages blicken wir anstatt auf eine lange To-Do-Liste auf eine erfüllte Goldblättchenliste – als Symbol unserer persönlichen Erfolgsgeschichte.

Kontakt:
GOLDBLÄTTCHEN
Anastasija Epstein
Buchholzstraße 49
47055 Duisburg
0176 3464 5787
Daniela.epstein@outlook.de

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