Gründerinnen im Porträt

Julies Babysticker: Baby Aufkleber, um Babys zu fördern

Julia Schwarz ist Inhaberin und Gründerin von Julies Babysticker. Sie ist auch Mama von zwei wunderbaren Kindern, die ihre Inspiration waren, Julies Babysticker ins Leben zu rufen. Nachdem ihre beiden Kinder nicht im Kinderwagen liegen bleiben wollten, hat sie es mit Bildern im Inneren vom Kinderwagendach versucht und als die Augenoptikermeisterin gesehen hat, wie interessiert und zufrieden ihre Zwei die bunten Bilder angeschaut haben, stand für sie fest: Diese entspannte Zeit beim Spaziergang oder Autofahren – in der sich Ihr Baby beschäftigt, möchte sie keiner Mama vorenthalten. Die Idee zu Julies Babysticker war geboren.

Was ist die Besonderheit Ihres Start-ups?

Julies Babysticker sind plastikfreie Textilaufkleber, die man in das Innere vom Kinderwagendach/Babybett/Autorücksitz klebt. Viele Babys werden im Kinderwagen oder bei längeren Autofahrten unruhig. Das führt automatisch dazu, dass Eltern gestresster werden. Diese einfache Erfindung verhilft sowohl Eltern, als auch Babys entspannter zu werden. Es fördert die visuelle Wahrnehmung, zudem erweckt es Babys Aufmerksamkeit durch das süße, bunte Design. Die Aufkleber halten gut auf verschiedenen Stoffen, sind aber trotzdem leicht ablösbar und wiederverwendbar. Das Material ist flexibel und plastikfrei.

Julies Babysticker wurden in Zusammenarbeit mit Augenärzten entwickelt, dabei haben wir auf Farben und Formen geachtet, die Babys ansprechen (besonders das „Kontrast Set“, ist sehr effektiv und auch beliebt bei den Eltern). Soweit mir bekannt ist, handelt es sich hierbei um eine Marktlücke.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Nach der Ausbildung zur Augenoptikerin hatte ich zwei Jahre später die Augenoptikermeister Fachakademie in München abgeschlossen und dann in einer Praxis der Augenklinik Karl Theodor als praxisleitende Augenoptikermeisterin elf Jahre lang gearbeitet.
Meine Aufgaben waren: Augenrefraktion (Vermessung der Sehstärke), Voruntersuchungen von Patienten, Kontaktlinsenanpassung, Pre- und Postoperative Messungen, Assistenz bei Augenoperationen und Praxisorganisation. Ich ging 2019 in Elternzeit und ein Jahr später habe ich mein Unternehmen Julies Babysticker gegründet.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Die Idee dazu hatte ich bereits vor neun Jahren. Mein älterer Sohn wollte damals nicht ruhig im Kinderwagen liegen bleiben, dadurch war es öfters für mich sehr stressig. Die Mobiles für den Kinderwagen haben mich immer gestört, wenn ich meinen Sohn aus dem Kinderwagen rausnehmen wollte oder ihn wieder hinein legen. Außerdem können Babys zu Beginn nicht schräg nach vorne schauen und bevorzugen die gerade Blickrichtung. Das brachte mich auf die Idee, bunte Kinderpflaster in das Innere des Kinderwagens zu kleben. Mein Sohn war begeistert, die Bilder anzuschauen und war vollkommen abgelenkt. Er hat sich immer wieder gefreut, wenn er Bilder wiedererkannt hatte oder war erstaunt neue zu entdecken. Das gleiche Problem hatte ich auch bei meiner Tochter vor drei Jahren, doch ich wollte etwas schöneres als Kinderpflaster kaufen, da diese auch Klebereste auf Stoffen hinterlassen. Ich war erstaunt, dass es nichts Vergleichbares auf dem Markt gab und habe mich nach gründlicher Recherche dazu entschlossen im Jahr 2020 Julies Babysticker selber zu produzieren.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

Während der Gründung habe ich viele als Mentoren gesehen. Insbesondere die Geschichten von Menschen, die hochmotiviert ein großes Unternehmen aufgebaut haben, haben mich beeindruckt. Ich habe versucht mich auch an Unternehmensberater oder Gründungscouches zu wenden, aber leider keinen gefunden, der sich mit allen meinen Anfragen auskannte. Häufig hat es nur in einem Bereich gepasst und das war mir zu wenig und zu teuer. Da alle Startups sehr unterschiedlich sind und es dementsprechend keinen einheitlichen Leitfaden gibt, habe ich alle Informationen selbst zusammen gesucht. Ich bin meine eigenen Wege gegangen, die natürlich nicht alle zum Erfolg geführt haben, aber in dieser Zeit habe ich wahnsinnig viel gelernt und bin persönlich auch sehr gewachsen.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Den Hersteller und das richtige Material zu finden. Bei mir stand von Anfang an fest, dass ich nur in Deutschland produzieren werde, obwohl die Herstellungskosten und das Material in Deutschland natürlich viel teurer sind als im Ausland. Was mich aber ziemlich enttäuscht hat war, dass viele Firmen kein Interesse haben mit einem Startup zu arbeiten, da man ein neues Werkzeug anfertigen (wird aber in Rechnung gestellt) und auch neues Material einkaufen müsste. Außerdem ist ihnen natürlich auch bewusst, dass man am Anfang nicht so viele Stückzahlen abnehmen würde.

Nicht leicht hat es mir meine sechs Monate alte Tochter gemacht, die bei Telefonaten im Hintergrund geweint hat, da wurde ich von Firmen direkt nicht ernst genommen. Diese Probleme haben mir nicht nur viel Geld und Nerven, sondern auch Zeit gekostet.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Ich mache viel Werbung bei Social Media, trete in Kontakt mit Handelskunden und arbeite viel mit Hebammen und Leiterinnen von unterschiedlichen Babykursen zusammen.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Mit meinem Sparkonto.

Welchen Traum möchten Sie verwirklichen?

Mein Traum ist, dass jede frisch gebackene Mama (bzw. Eltern) in Deutschland und später auf der ganzen Welt Julies Babysticker kennt und sie selbstverständlich zur Erstausstattung von Babys gehören.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Ihre Träume leben! Auch wenn es am Anfang finanziell und manchmal auch psychisch sehr schwer ist. Aber genau das macht einen glücklich und stolz. Zu sehen, was man alles geschafft hat und welche Herausforderungen man dabei gemeistert hat.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Hier geht es direkt zu Julies Babystickern: www.juliesbabysticker.de

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