Gründerinnen im Porträt

PaceUP Invest: Frauen finanzielles Wissen und Selbstvertrauen vermitteln

PaceUP invest ist eine hybride B2B- und B2C-Community und wurde von Rukayyat Kolawole gegründet. Die Plattform steht für finanzielle Bildung und Investitionen ohne Fachjargon. Ziel ist es Frauen und unterrepräsentierte Gemeinschaften dabei zu unterstützen, die Kontrolle über ihre Finanzen zu übernehmen und finanziell unabhängig zu werden.

Was ist die Besonderheit Ihres Start-ups?

Mit PaceUP invest wollen wir bislang unterrepräsentierte Menschen, die ihr Wissen an zukünftige Generationen weiter geben, dazu befähigen ihre finanziellen Probleme unabhängig zu bewältigen. Wir unterstützen Frauen und andere unterrepräsentiere Gruppen dabei, sich mehr finanzielles Wissen anzueignen, Selbstvertrauen aufzubauen und vor allem aktiv zu werden und so eine Denkweise zu erreichen, die zu finanziellem Wohlstand führt. Dies hilft ihnen, finanziell unabhängig zu werden und nachhaltigen Wohlstand aufzubauen.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Ich verfüge über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche: Investment Banking, Investment Management und Kapitalmärkte bei Goldman Sachs, Bloomberg, Reuters und BMCE International London. Zuvor war ich Vizepräsidentin für Kapitalmärkte und Treasury bei BMCE Bank International London, wo ich die Regionen EMEA, Amerika und APAC abdeckte. Ich bin eine transkulturelle Kommunikatorin und Führungspersönlichkeit, die im Laufe ihrer erfolgreichen Karriere an internationalen Aufträgen gearbeitet hat. Ich habe einen MSc in Finanz- und Investitionsmanagement, einen Executive MBA und bin ein Chartered Financial Analyst.

Derzeit bin ich im Vorstand von Kassavex, einem landwirtschaftlichen Sozialunternehmen in Nigeria, im Gründungsvorstand von 100 Women in Finance Germany, Vorsitzende der Mid-Career Bridge und Mentorin bei &ahead Deutschland.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Ich habe von meiner Großmutter gelernt, wie sie die Frauen in ihrer Gemeinde unterstützt hat. Sie war eine Goldhändlerin, die nach Ghana reiste, um Gold zu kaufen und in Nigeria zu verkaufen. Sie lehrte mich die Grundlagen, wie man Frauen durch Geld befähigen kann, zusätzlich zur Macht in der Gemeinschaft auch Wohlstand zu schaffen. Nachdem ich bei dem Versuch, eine Hypothek zu bekommen, eklatante Diskriminierung aufgrund von Rasse und Geschlecht erfahren hatte und die Ungleichheiten im Vereinigten Königreich und in Deutschland in Bezug auf die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen und unterrepräsentierten Gruppen sah, gründete ich mein Start-up, um die Situation zu ändern und etwas zu bewirken.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

Ich erhielt sowohl gute als auch schlechte Ratschläge. Einige rieten mir, Deutschland zu verlassen, weil es für Ausländer nicht offen ist Unternehmen zu gründen. Andere rieten mir, weiterzumachen und etwas zu bewirken, damit andere sehen, dass es möglich ist, eine schwarze Fintech-Gründerin zu sein. Ich nehme sowohl die guten als auch die schlechten Ratschläge an und arbeite mit den besten. Jedes Nein ist eine Chance für mich.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Meine größte Herausforderung ist es, ein kleines Kind zu haben und gleichzeitig ein Start-up zu gründen. Das ist nicht einfach, aber mit einem strukturierten Leben versuche ich es zu schaffen. Kinderbetreuung ist in Deutschland nicht so gut zugänglich, also musste meine Tochter in eine Privatschule gehen, damit ich die Zeit habe, mich auf mein Start-up zu konzentrieren, während sie im Kindergarten ist. Ich komme aus einer sehr belastbaren Kultur und das hilft mir, mich darauf zu konzentrieren, das Unternehmen zum Erfolg zu führen.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

Jeder kann eine Idee kopieren. Das beste Marketinginstrument ist das eigene Markenimage und die Fähigkeit zur Umsetzung.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Während meines Executive MBA im Jahr 2019 meldete ich mich für ein Accelerator-Programm namens UP2B bei Waldorf an, um das Konzept zu testen.

Im Jahr 2020 kehrte ich zu den Partnern des Accelerator-Programms zurück, an dem ich 2019 teilgenommen hatte, um herauszufinden, wie ich am besten Geld beschaffen könnte. Ich bewarb mich beim Pre-Seed-Programm der L Bank Baden Württemberg und war erfolgreich, auch wenn ich nicht den vollen Betrag für die ersten zwei Jahre bekam. Voraussetzung dafür wäre ein Business Angel als Co-Investor gewesen. Also habe ich überall nach einem gesucht und schließlich hat eine Schulfreundin aus den USA mitinvestiert. Sie glaubte an die Notwendigkeit, finanziell unabhängig zu sein, und ich hatte ihr zuvor geholfen, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. Für sie war es eine Selbstverständlichkeit, in etwas zu investieren, das ihr half, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. Wir sammelten insgesamt 200.000 Euro, um mit der Arbeit und dem Aufbau zu beginnen. Wir haben auch viel „Bootstrapping“ in das Unternehmen betrieben.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Mein Traum ist es, den Anteil von Frauen und unterrepräsentierten Gruppen an den Investitionen in Europa bis 2025 auf über 30 % zu erhöhen und finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Ein großer Traum, aber er kann mit gemeinsamen Anstrengungen erreicht werden.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Bringen Sie Ihre Einzigartigkeit in Ihr Start-up ein. Versuchen Sie nicht, sich an den Status quo anzupassen.

Vermitteln Sie, welche Lösung Ihr Produkt bietet.
Seien Sie eine Führungspersönlichkeit: Bauen Sie ein vielfältiges, gleichberechtigtes und integratives Führungsteam auf.

Beweisen Sie dies mit Daten, Geschichten und Ihren Taten. Denken Sie daran, dass es Zeit braucht und akzeptieren Sie, dass manche Menschen die Lösung, die Sie für ein bestimmtes Problem entwickeln, nicht hören wollen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Hier geht es direkt zur Homepage von PaceUP invest: www.paceupinvest.com

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