Kinder & Co.

Unternehmensprogramm Erfolgsfaktor Familie unterstützt Betriebe

Homeoffice, Videokonferenzen, Notbetrieb – der Arbeitsablauf in vielen Unternehmen wird gerade auf den Kopf gestellt. Hinzu kommen die familiären Verpflichtungen zahlreicher Beschäftigter, die nicht selten an zwei Orten gleichzeitig sein müssten. Vereinbarkeit von Familie und Beruf erlangt für viele Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen eine ganz neue Bedeutung. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit entsprechender Maßnahmen ist stark gestiegen. Mit Blick in die Zukunft stellt sich die Frage, wie dieses Bewusstsein für Vereinbarkeit auch über die Krise hinaus in der Unternehmenskultur nachhaltig verankert werden kann.

Um Unternehmen auf diesem Weg zu unterstützen, bietet das Unternehmensprogramm Erfolgsfaktor Familie des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) eine Plattform für über 7.600 Unternehmen zur Information und Weiterbildung rund um das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein zentrales Element ist hier die neue „Toolbox – Vereinbarkeit und Corona“: Sie bietet praktische Tipps für flexible Arbeitszeitgestaltung und interne Kommunikation, beleuchtet die Rolle des Homeoffice und stellt Beispiele aus der Unternehmenspraxis vor. Letztere gewähren Einblicke in verschiedene Branchen und zeigen unterschiedliche Lösungsansätze für Herausforderungen im Zusammenhang mit Vereinbarkeit auf.

Die Toolbox wird fortlaufend weiterentwickelt und aktualisiert

Unternehmen haben außerdem die Möglichkeit, Anregungen, Fragen und Erfahrungen zu teilen. Zusätzlich hilft das Online-Tool Fortschrittsindex Vereinbarkeit Unternehmen, die Entwicklung einer familienbewussten Unternehmenskultur fortlaufend zu messen und weiterzuentwickeln.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey betonte dazu im Mai: „Noch mehr als in normalen Zeiten brauchen Unternehmen und Beschäftigte mit Familienaufgaben jetzt Zuverlässigkeit, aber auch Flexibilität. Berufstätige Eltern sind derzeit immensen Belastungen ausgesetzt. Keiner kann auf Dauer Arbeit, Kinderbetreuung und Homeschooling auf einmal leisten. Hier sollten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihre Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeitregelungen, innovativen Schichtmodellen und angepassten Leistungserwartungen unterstützen. Mithilfe solcher Maßnahmen können sich zum Beispiel Mütter und Väter abwechseln. Die Toolbox unseres Unternehmensprogramms Erfolgsfaktor Familie gibt nützliche Tipps und Beispiele aus der Praxis zum betrieblichen Umgang mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Erfahrungen zeigen: Unternehmen mit einer familienorientierten Unternehmenskultur sind für die Herausforderungen der Corona-Krise besser gewappnet.“

Wie Unternehmen in der Krise ihren Alltag meistern

Neben konkreten Praxisbeispielen für Personaler*innen nimmt die Toolbox die alltägliche Krisenbewältigung einiger Unternehmen unter die Lupe. Darunter die Zimmerei Norrenbrock aus dem niedersächsischen Vrees. Pauline Norrenbrock und ihr Mann haben zwar nicht mit Einbrüchen in der Auftragslage zu kämpfen, können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handwerksbetrieb aber auch nicht ins Homeoffice schicken. So stehen sie vor der Herausforderung, die Kinderbetreuung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotzdem sicherzustellen Dabei kommt dem Betrieb zugute, dass Familienbewusstsein ein großer Teil der Firmenphilosophie ist und vor fünf Jahren Arbeitszeitkonten eingeführt wurden.

Väter wie auch Mütter können flexibel Überstunden auf das Arbeitszeitenkonto einzahlen und entsprechend nutzen, wenn sie Entlastung benötigen. An anderen Stellen zeigt das Unternehmen aber auch Flexibilität und stellte etwa eine Mitarbeiterin frei, der kein Betreuungsangebot zur Verfügung stand. Für die Geschäftsführerin zeichnet sich vor allem die Wichtigkeit guter Kommunikation ab: „Nur, wenn wir miteinander reden, wissen wir, wer gerade welche Sorgen hat. Und dann lassen sich gemeinsam auch individuelle, gute Lösungen finden. Wir merken ganz deutlich, dass wir von unserer familienbewussten Unternehmenskultur profitieren, jetzt, wo wir alle besonders flexibel sein müssen“.

Internen Absprachen enorm wichtig

Dies stellt auch Björn Mylius fest. Der Kaufmann führt zusammen mit seiner Mutter den Familienbetrieb SMV Sitz- & Objektmöbel GmbH in Löhne. So spüre sein Betrieb die Auswirkungen der Krise nicht so stark wie andere Unternehmen, habe aber festgestellt, dass insbesondere die internen Absprachen zwischen allen Führungskräften und den Teams enorm wichtig sind. „Wir informieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frühzeitig und vollumfänglich über sämtliche Maßnahmen. Wie sieht es im Moment aus? Und wie soll es weitergehen? Das haben wir in den letzten Jahren auch schon so gehandhabt, nur vertiefen wir das im Moment und weiten es aus.“, so Mylius.

Die tägliche Arbeit wurde größtenteils ins Homeoffice ausgelagert, wenn auch für den Teil der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet werden musste. Der Fachhandel sei etwa von einem auf den anderen Tag weggebrochen. Die Umstellung war jedoch nicht sonderlich groß, da SMV schon lange eine flexible und familienfreundliche Personalpolitik umsetzt. Demnach musste man sich nicht auf Neuerungen einstellen, die Beschäftigten kannten die Angebote und wussten sie umzusetzen.

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