Marketing

Jetzt durchstarten mit YouTube!

Von Oliver Schumacher

Videos sind deutlich aussagekräftiger als Texte, sofern es sich dabei nicht um typische Imagefilme handelt, die nur das Ego des Anbieters streicheln. Stichwort: mein Haus, mein Auto, mein Boot. Zuschauer wollen konkrete Inhalte – im Idealfall natürlich gerne unterhaltend aufbereitet. Fest steht: Menschen gucken sich nur dann Videos zum Beispiel auf YouTube an, wenn sie daraus für sich einen persönlichen Gewinn ableiten können – ob in Form von nutzenbietendem Content oder zumindest einem guten Gefühl und etwas Glück. Und beides können wir gerade jetzt gut gebrauchen!

 Vertrauen aufbauen – das A & O

Wer ein Produkt, eine Leistung oder einen neuen Lieferanten sucht, schaut sich meist zuerst Webseiten potenzieller Anbieter an. Leider verschenken aber viele Internetpräsenzen die Chance auf Anfragen, weil sie nicht schnell genug Vertrauen aufbauen. Kunden fragen sich beispielsweise

  • Können die meine Aufgabenstellung lösen?
  • Wie lösen sie diese?
  • Warum sollte ich gerade mit denen zusammenarbeiten?

Kommen hier nicht zügig gute Antworten, ist die Webseite schnell weggeklickt – und die nächste geöffnet. Sind die Antworten aber im Sinne des potentiellen Kunden, dann steigt nicht nur die Chance auf die Anfrage selbst, sondern auch häufig die Kaufbereitschaft – schließlich fühlt sich der Anfragende verstanden und abgeholt.

YouTube sorgt für Anfragen

Viele, die ein Auto kaufen möchten, einen Trainer suchen – oder eine andere Problemstellung haben, suchen nach Lösungen und Informationen auf YouTube. Dennoch sind die meisten Unternehmen dort nicht ernsthaft präsent. Dabei kann man relativ leicht gute Videoinhalte auf YouTube veröffentlichen – und mit seiner eigenen Webseite verknüpfen. So ist man mit seiner eigenen Webseite interessanter, weil relevanter – und bekommt automatisch manch einen interessanten Kontakt über YouTube zugespielt.

Tipps für die YouTube-Praxis

Photo by William Bayreuther on Unsplash

Viele Unternehmer laden auf YouTube ihre Filme hoch, wundern sich aber, dass die Videos kaum angesehen werden. Dafür gibt es einige (gute) Gründe:

  • Das Video wurde zwar hochgeladen, aber leider nicht für die Suchfunktion von YouTube optimiert, so dass Interessierte gar keine Chance haben, das Video (leicht) zu finden.
  • Das Startbild des Videos (Thumbnail) animiert nur eine Minderheit, sich spontan mit dem Video zu beschäftigen – und es auszuwählen.
  • Im Video selbst werden den Zuschauern kaum Mehrwerte vermittelt, egal ob nun Unterhaltung oder wirklich Wissenswertes, so dass das Video schnell weggeklickt wird.

Wer YouTube verstehen möchte, sollte sich in die Lage von YouTube versetzen. Der Anbieter möchte, dass sich Menschen möglichst lang auf der Plattform aufhalten. Dies nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern weil es darum geht, Geld mit Anzeigenkunden zu verdienen. Denn umso länger sich jemand auf YouTube Videos ansieht, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Werbeanzeigen konsumiert bzw. angeklickt werden. Die Person, welche das Video hochlädt, ist dafür verantwortlich, dass der YouTube-Algorithmus das Werk richtig zuordnen kann, und es somit überhaupt die Chance hat, passend als Empfehlung zu anderen Filmen ausgespielt wird – oder über die Suchfunktion gefunden werden kann. Gibt es mehrere Videos zu diesem Thema, bringt der Algorithmus die Videos in eine Reihenfolge von 1 bis n, die von verschiedensten Kriterien abhängig ist. Elementarer Rankingfaktor dafür ist, wie lange bisher das Video angesehen worden ist. Ist ein Video beispielsweise 10 Minuten lang, wird aber im Schnitt schon nach 2 Minuten weggeklickt, rankt es gewöhnlich schlechter als ein Video in gleicher Länge, welches zu 80 Prozent angesehen wird.

5 Tipps für mehr Erfolg auf YouTube

YouTube bietet Betreibern von Kanälen zahlreiche Analysetools, mit welchen der Erfolg der einzelnen Videos ausgewertet werden kann. Es ist hilfreich, sich immer wieder mit den Ergebnissen daraus zu beschäftigen, um nicht nur den YouTube Algorithmus zu verstehen, sondern auch die Zuschauer. Übrigens: Der Algorithmus ist nicht dazu da, um Personen, die Videos hochladen, zu ärgern bzw. das Leben schwer zu machen. Vielmehr ist dieser dazu da, um die Interessen der Zuschauer zu vertreten, damit diese genau das bekommen, was sie wollen. Darüber hinaus sollte jede Person, die einen YouTube Kanal betreibt, folgende Grundlagen berücksichtigen:

  1. Es ist zweitrangig, ob das Video nun 3 Minuten oder 10 Minuten geht. Entscheidend ist, dass möglichst viele das Video bis zum Ende gucken, um dem YouTube Algorithmus zu zeigen, dass das Video interessant – und damit für das Publikum relevant – ist.
  2. Wer sich über YouTube vermarktet, will auch Anfragen bzw. Aufträge darüber bekommen. Somit ist eine Kernfrage, wie die Qualität von Ton und Bild hochgehalten werden kann. Denn wer „billige“ Videos macht, läuft Gefahr, auch nur Billigheimer als Kunden anzuziehen.
  3. Die Überschrift, die Videobeschreibung und auch die Tags spielen eine entscheidende Rolle, damit der YouTube Algorithmus das Video richtig zuordnen kann. Aber insbesondere der Titel des Videos sollte nicht nur auf den Algorithmus abgestimmt sein, sondern auch auf die Menschen, die die Videoempfehlung bekommen – und im Idealfall daraufhin anklicken.
  4. Gerade das Startbild des Videos (Thumbnail) trägt entscheidend dazu bei, ob das Video überhaupt in die engere Auswahl des Zuschauers kommt – oder nicht. Hier ist es sinnvoll, einfach mal auszuprobieren, worauf die Zielgruppe „anspringt“. Auch darf nicht vergessen werden, dass das Thumbnail seine Botschaften auch auf mobilen Endgeräten voll entfalten muss.
  5. Signale wie Kommentare von Zuschauern und Wertungen im Sinne von „Daumen rauf“ bzw. „Daumen runter“ geben dem YouTube Algorithmus ebenfalls Klarheit darüber, ob es gut ist, das Video zu empfehlen, oder nicht. Es schadet auch nicht, die hochgeladenen Videos über seine eigenen sozialen Kanäle zu teilen, um noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Typische Ausrede: Ich darf doch nichts verraten!

Manche Anbieter veröffentlichen mehrmals in der Woche konkrete Tipps und Ideen auf YouTube. Trotzdem bekommen sie Anfragen. Ein Widerspruch? Nein! Denn viele Entscheider wollen wissen, wie das Unternehmen, der Anbieter so „drauf ist“ oder etwas in der Praxis funktioniert (Stichwort: Sicherheit). Diejenigen, die Person oder Produkt nicht gut finden, schicken keine Anfrage (und ersparen dem Anbieter damit Zeit). Diejenigen, die etwas gut finden, melden sich. Also: Seien Sie gerade jetzt freizügig mit Informationen, um leichter aus Interessenten Kunden zu machen.

Unser Autor Oliver Schumacher

Ehrlichkeit verkauft. Das ist das Credo des vielfachen Autors, Verkaufstrainers und Redners Oliver Schumacher. Seine Mission ist nicht nur, dass Unternehmen ihre vertrieblichen Ziele dauerhaft erreichen, sondern auch dass Verkäufer in Zukunft einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert genießen. Der Mittvierziger arbeitete selbst über 10 Jahre überdurchschnittlich erfolgreich im Verkauf für einen Markenartikler. Er ist Sprechwissenschaftler (M.A.) und Diplom-Betriebswirt (FH).

http://www.oliver-schumacher.de

Vorheriger Beitrag

Wikimedia startet Förderprogramm für Freies Wissen

Nächster Beitrag

Positive Psychologie: Wie wir gestärkt aus Krisen hervorgehen

kein Kommentar

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.