SHE works!

Neue Gründerinnen braucht das Land

Nur 13% Frauenquote innerhalb der Start-ups und Unternehmensgründungen. Trotz unzähliger Initiativen des Bundes, die den Frauen das Gründen schmackhaft machen sollen, eine wahrhaft unbefriedigende Quote. Doch woran liegt das Dilemma? Und was kann man machen, dass sich das Verhältnis angleicht?

Startup Gender Gap – Neue Gründerinnen braucht das Land

So lautete das Thema einer Paneldiskussion im Rahmen der Social Media Week Hamburg 2015. Initiert wurde die Diskussion von der Gründerwerft, eine Initiative zur Förderung von Unternehmensgründungen. Fünf Frauen folgten der Einladung, stellten sich der Diskussion und suchten nach Lösungsansätzen. Moderiert wurde das ganze von Nicole Pingel.

Die Teilnehmerinnen

Miriam Bundel, Gründerin von Shelf -Sailor war als weibliches Start-up vetreten. Sie merkte nach dem Studium schnell, dass Festanstellung nicht ihr Ding ist und gründete eine Plattform zur Vermittlung von privatem Lagerplatz.

Heide Peuckert ist Mitorganisatorin des Startup Weekend Women in Hamburg, einem speziellen Frauenevent aus der Reihe der Startup Weekends. Auch bei diesen Veranstaltungen spiegelt sich das unausgeglichene Verhältnis von Männern und Frauen wieder. Das Startup Weekend Women soll dieses Verhältnis umkehren. (SHE works berichtet hier)

Sina Gritzuhn, Mitgründerin und Geschäftsführerin von Hamburg Startups macht die Startupszene in Hamburg sichtbar und wünscht sich ebenfalls mehr weibliche Startups in ihrem Startup-Monitor.

Dörte Bunge, Investitionsmanagerin der IFB Innovationsstarter GmbH, würde gern mehr weibliche Gründungsvorhaben bewerten, denn Frauen kommen wesentlich besser vorbereitet zu den Gesprächen.

Katja Brößling, Mitgründerin von SHE works! beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit diesem Thema und bemängelt die schlechte Sichtbarkeit von Initiativen und guten Vorbildern, die Mut machen.

Was hindert Frauen am Gründen

Die Suche nach Gründen ist nicht leicht. So können die Beteiligten nur spekulieren, was Frauen am Gründen hindert. Das geht vom mangelnden Selbstbewußtsein über alte Rollenbilder und zu geringer Riskiobereitschaft hin zu fehlenden Vorbildern. Frauen verkaufen sich oft unter Wert und prahlen nicht mit ihren Errungenschaften. Ihnen fehlt der angeborene Größenwahn.  Speziell bei der Gründung von Startups, die ja von vornherein auf schnelles Wachstum ausgerichtet sind, scheinen Frauen zurückhaltend. Sie gründen eher klein, mit langsamen Wachstum. Das muss nicht der schlechtere Weg sein, wirft aber die Frage auf, ob Frauen hier Angst vor ihrer eigenen Courage haben.

Mut machen, Vorbilder zeigen

Einig waren sich alle, dass es einfach mehr Vorbilder braucht. Und die sind ja eigentlich schon da. Aber auch diese Vorbildfrauen müssen ihren Erfolg viel lauter in die Welt tragen und die vorhandenen Initiativen müssen das unterstützen. Zeigen, dass es geht und somit das gemeinschaftliche Selbstbewußtsein stärken.
Außerdem muß die Angst vorm Scheitern genommen werden. Scheitern ist nicht das Ende Welt sonder sollte als Chance für einen anderen Weg gesehen werden. Ein guter Ansatz dafür sind die Fuck-up-Nights, die es mittlerweile in mehreren Städten gibt (Hannover, Hamburg, Berlin, Düsseldorf etc.).
Ein weiterer Indikator liegt nach Meinung der Anwesenden im Bildungswesen. Unternehmertum sollte eine genauso selbstverständliche Option sein wie die Anstellung im Unternehmen und Entrepreneurship sollte in den Bildungsplan mit aufgenommen werden.

Die Teilnehmerinnen der Runde wollen am Ball bleiben und gemeinsam Frauen in die Gründerszene lotsen.

Für alle die nicht live dabei waren, gibt es hier den Livestream der Diskussion.

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