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GENERATION TOCHTER: Filmkollektiv startet zweite Finanzierungsrunde

Foto Finnegan Godenschweger

Eine Emanzipations- und Liebesgeschichte, erzählt als feministischer Action-Thriller, mit Raum für Frauen vor und hinter der Kamera – in der bisherigen deutschen Filmlandschaft ist das kaum vorstellbar, denn Frauen sind in der Filmbranche extrem unterrepräsentiert. Laut Diversitätsbericht des Bundesverbandes Regie e.V. führten Frauen zwischen 2011 und 2017 bei nicht mal einem Viertel aller deutschen Kinospielfilme Regie, von den gesamten Fördermitteln des Bundes erhielten sie gerade mal 23 %. Das freie Filmkollektiv GENERATION TOCHTER möchte das jetzt ändern – mit einem Coming-of-Age-Film, der neue Narrative auf die Leinwand bringen und festgefahrene Strukturen infrage stellen will.

Was als kleines Projekt anfing, umfasst mittlerweile ein 80-köpfiges Kollektiv. Da sich das Projekt als feministisch versteht – das „Tochter” im Namen steht für weibliche Emanzipation – wird aktiv versucht, die Produktion so divers wie möglich zu gestalten. Hierbei ist dem Kollektiv vor allem wichtig, dass Frauen die Leitungsposten der wichtigsten Departments übernehmen, was sonst eine Ausnahme darstellt: Kamera, Regie und Stunt-Koordination werden von Frauen besetzt, zwei der drei Executive Producer*innen sowie 65% des Kollektivs sind weiblich. Indem das Projekt fernab von männlich dominierten Produktionsstrukturen einen Raum schafft, sich auszuprobieren, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen zu sammeln, soll Frauen der Einstieg in die Film- und Kreativbranche erleichtert werden.

Doch nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera setzt sich das Kollektiv für die Repräsentation von Frauen ein: Im Film geht es um die 17-jährige Clara, die gemeinsam mit ihrer Mutter Dagmar, einer gesuchten ehemaligen RAF-Terroristin, im Untergrund lebt. Dagmar finanziert das Leben der beiden durch Überfälle, doch als einer davon schiefgeht und Dagmar erpresst wird, ist Clara dazu gezwungen, in ihre Fußstapfen zu treten. Im Fokus liegt dabei Claras komplexe Entwicklung, vor dem Hintergrund von kontroversen weiblichen Vorbildern, einer queeren Liebesgeschichte und dem Drang nach Unabhängigkeit.

GENERATION TOCHTER zeigt somit eine weibliche Perspektive auf Gewalt und Action …

Foto Finnegan Godenschweger

… und gerade in Actionfilmen mangelt es sonst an vielfältigen und anspruchsvollen Frauenrollen. „In existing action films you often find strong women, but rarely do they hold an emotional aspect that allows them to become relatable or ‚real‘ characters”, erklärt Regisseurin Marielle Sjømo Samstad. Um genug Entfaltungsfreiraum für die weiblichen Charaktere zu schaffen, kommen in dem Film auf einen Protagonisten vier weibliche Hauptdarstellerinnen – normalerweise sind es eine weibliche und zwei männliche Hauptrollen (https://de.statista.com/infografik/10549/anteil-der-weiblichen-rollen-in-top-100-filmen/).

Finanziert wird GENERATION TOCHTER über ein Crowdfunding und Kooperationspartner*innen, mit deren Hilfe im November bereits der erste Teil des Films erfolgreich abgedreht wurde. Wer das Kollektiv unterstützen möchte, kann sich noch bis zum 4. Februar auf Startnext am Crowdfunding beteiligen. Der Film soll Ende des Jahres fertiggestellt werden und im Frühjahr 2022 auf verschiedenen nationalen und internationalen Filmfestivals gezeigt werden – wenn alles gut läuft, folgt darauf die Ausstrahlung auf Kinoleinwänden.

Unsere zweite Crowdfunding-Kampagne läuft vom dem 4. Januar bis zum 8. Februar 2021.

Über die Plattform Startnext können Unterstützer*innen für unser Projekt spenden. Gegen einen Spendenbetrag gibt es „Dankeschöns”, wie zum Beispiel die Nennung im Abspann oder die VIP Einladung zur Premiere für einen Spendenbetrag von 350€. Auf der Start Next-Seite sind außerdem Blogeinträge und weitere Informationen zum Projekt zu finden.

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