Finanzen

Neue Studie: Die Bedeutung von Exits für Startups

Veröffentlicht vom Bundesverband Deutsche Startups e.V.

Wie tragen Exits zu einem geschlossenen Finanzierungskreislauf für Startups bei und wie stärken sie das Startup-Ökosystem insgesamt? Dieser Frage geht eine neue Studie mit dem Titel „Die Bedeutung von Exits“ des Bundesverband Deutsche Startups e.V. nach. Sie unterstreicht die zentrale Rolle von Exits für eine umfassende Finanzierungslandschaft, um die Gründungsaktivitäten zu steigern und vorhandene Wachstumspotenziale voll auszuschöpfen.

Die Studie verdeutlicht, dass Exits ein unverzichtbarer Baustein eines geschlossenen Finanzierungskreislaufs sind. Die Rahmenbedingungen für Exits zu verbessern, ist daher ein entscheidender Hebel, um das gesamte Startup-Ökosystem nachhaltig zu stärken.

Deutschland hinkt hier hinterher, das zeigen die kürzlich in den USA realisierten Börsengänge deutscher Startups wie Curevac, Biontech und Lillium. Auch im europäischen Vergleich fällt Deutschland zurück – in Schweden ist der Anteil der IPOs mit über 25 % aller realisierten Exits dreimal größer als in Deutschland. Hierzulande sind Exits mit fast 90 Prozent Verkäufe – nur 8% der Exits sind IPOs, wobei diese bereits 25% des Exitvolumens ausmachen. Zudem sind IPOs besonders positiv zu sehen, denn sie haben einen langfristigen Finanzierungseffekt, der neue Weltmarktführer möglich macht.

Gute Rahmenbedingungen für Exits verbessern nicht nur die Finanzierung in der Wachstumsphase, sondern haben auch einen positiven Pull-Effekt auf die Frühphasen-Finanzierung und beflügeln so das gesamte Gründungsgeschehen. Startups können auf diese Weise einen wichtigen nachhaltigen Beitrag zur Transformation und Erneuerung der Wirtschaft leisten.

Die Studie identifiziert in Deutschland hinsichtlich der Rahmenbedingungen für Exit-Kanäle deutlichen Nachholbedarf, der im Wesentlichen in dem vergleichsweise unterentwickelten öffentlichen Kapitalmarkt und mangelnden Anreizen im Hinblick auf den Erwerb von Startups begründet liegt. Um das Startup-Potenzial in Deutschland voll auszuschöpfen, sind Maßnahmen auf vier Ebenen erforderlich. Es sollte

  • die Teilnahme neuer und bestehender Investor*innengruppen am Aktienmarkt erleichtert,
  • der Zugang von Startups zum öffentlichen Kapitalmarkt vereinfacht,
  • die bestehende – vorrangig steuerliche – Diskriminierung bestimmter Exit-Kanäle abgeschafft sowie
  • die Infrastruktur und das Know-how für Exits, auch für kleinere und risikoreichere, bahnbrechende Startups, verbessert werden.

Die Exit-Taskforce des Bundesverbands Deutsche Startups e.V. hat in den vergangenen Monaten an Vorschlägen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in Deutschland gearbeitet. Unter Leitung von Prof. Dr. Dirk Honold haben Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen des Ökosystems ihre Perspektive eingebracht, gemeinsam diskutiert und Empfehlungen entwickelt. Zu den Mitgliedern der Taskforce gehörten erfolgreiche Gründer*innen, Investor*innen, Kapitalmarktexpert*innen sowie Jurist*innen.

Prof. Dr. Dirk Honold, Technische Hochschule Nürnberg; Leiter der „Exit-Taskforce“ des Startup-Verbandes dazu: “Ohne den Pull-Effekt der Exits ist der Finanzierungskreislauf nicht geschlossen. Aktuell stark steigende Startup-Investitionen könnten nur ein Effekt ohne nachhaltige Wirkung sein. In einer dringend erforderlichen „Startup-Strategie“ für die neue Legislaturperiode sollte eine Verbesserungen der Rahmenbedingungen von Exits unbedingt aufgenommen werden. So fördern wir Innovation und Wachstum.”

Gloria Bäuerlein, Vorstandsmitglied des Startup-Verbandes und Mitglied der „Exit-Taskforce“ ergänzt: “Kapital ist der Treibstoff eines erfolgreichen Startup-Ökosystems, dessen Push-Effekt durch erfolgreiche Exits mit einem mehrfachen Pull-Effekt ergänzt wird. Einerseits schaffen Exits bei Gründer*innen wichtige Anreize für Unternehmensgründungen, andererseits sind sie Voraussetzung dafür, dass renditeorientierte Wagniskapitalgeber*innen überhaupt in ein Startup investieren. Denn die Rendite ergibt sich für Startup-Investor*innen prinzipiell gerade erst aus den Verkaufserlösen des Startups.”

Das Papier der Exit-Taskforce finden Sie hier.

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