Gründerinnen im Porträt

WERTstoff: Plastikfrei verpackte Körperpflege

WERTstoff steht für plastikfrei verpackte Körperpflege. Gegründet wurde das Startup von Ortrun Bonn. Den Anfang machen die Shampooperlen – Shampoo Konzentrate in perlenform, die mit Wasser angemischt ein gebrauchsfertiges, flüssiges Shampoo ergeben. Alle Inhaltsstoffe basieren auf natürlichen Rohstoffen und sind leicht biologisch abbaubar. Die Verpackung besteht aus einem kompostierbaren Folienbeutel und einem recyclingfähigen Umkarton. 48g Shampooperlen vs. 250ml Shampoo sparen zusätzlich Ressourcen und CO2 in Transport und Logistik.

Ortrun Bonn hat sich für den Hessischen Gründerpreis 2022 beworben.

Was ist die Besonderheit Ihres Start-ups?

Mit WERTstoff habe ich meine eigenen Ansprüche an nachhaltige Körperpflegeprodukte in einem ersten Produkt stringent umgesetzt. Von der Verpackung, der leicht biologischen Abbaubarkeit und vor allem Wirksamkeit in Naturkosmetik Qualität. Ich gehe mit den Shampooperlen viele Wege in der Kosmetikbranche als Erste. Angefangen bei der Nutzung völlig neuer Verpackungsmaterialen wie die wasserlösliche und leicht kompostierbare Algenfolie oder auch der innovative Ansatz, auflösbare Perlen herzustellen, die aufgrund ihrer Beschaffenheit alle Inhaltsstoffe aufnehmen können, die ein vollwertiges Shampoo enthält. Dazu gehören neben Tensiden eben auch rückfettende Öle, viskose Konditionierer und wässrige Auszüge.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Die Entwicklung von 6 verschiedenen Rezepturen für pflegeleichtes, feines, trockenes, strapaziertes, fettiges oder schuppiges Haar sowie die Produktion und den Vertrieb der ersten Charge.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Ich bin Produktdesignerin und habe in der Vergangenheit im Bereich Web Design selbstständig gearbeitet.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Die Geschichte von WERTstoff beginnt mit der Unverträglichkeit meiner 6-jährigen Tochter auf unsere bis dato verwendeten Seifen zum Duschen und Haarewaschen. Kopfjucken, Schuppen und tränende Augen bei jeder Haarwäsche machten uns das Leben schwer. Schweren Herzens kaufte ich nach über 15 Jahren das Erste Mal wieder eine Flasche Shampoo in der Hoffnung, dass sich die Kopfhautprobleme lösen würden. Aber das Jucken und die Schuppen blieben. Ein Check der Inhaltsstoffe verriet schnell, was hier die Auslöser sein konnten. In erster Linie die eingesetzten Tenside, aber auch die Duftstoffe mit ihrem allergieauslösenden Potenzial. Zudem fehlten mir die pflegenden und wirkenden Inhaltstoffe.
Mit der Überzeugung, dass man auch Shampoos mit absolut milden Tensiden, ausreichend Pflege- und Wirkstoffen und ohne allergieauslösende Duftstoffe herstellen kann, startete ich meine ersten Versuche. Gepaart mit meinem Anspruch, Shampoos in Naturkosmetik Qualität zu entwickeln und dem Wunsch, dabei auch den anfallenden Plastikmüll durch Einwegplastikflaschen zu vermeiden, entstanden die einzigartigen Shampooperlen.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

An erster Stelle ist mein Mann zu nennen, der mich in allen Bereichen berät und unterstützt. Als Unternehmer hat er langjährige Erfahrung als Geschäftsführer und Aufsichtsrat.Über das Netzwerk des hessischen Gründerpreises konnte ich darüber hinaus viele gute Kontakte knüpfen, die mir in verschiedenen Bereichen sehr hilfreich sind.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Meine größte Herausforderung war es, mich in den verschiedensten Bereichen zur Expertin zu machen. Ein Unternehmen zu gründen ist die eine Sache, als Einzelperson den Anfang zu machen und alle Kanäle bedienen zu können, die andere und weitaus schwierigere.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam?

Aktuell forciert sich der Vertrieb über den Online Verkauf und damit verbunden eine starke Präsenz auf den social media Kanälen.

Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

Ich habe schon einiges ausprobiert auf social media, musste aber immer wieder feststellen, dass ich als Person mit meiner Geschichte die größte Reichweite erziele.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

Bisher konnte ich die Gründung und Betrieb aus eigenen Mitteln finanzieren.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Ich möchte einen Unterschied machen. Mein Traum wäre es, dass zukünftig Einwegplastik aus den Regalen der Drogerien und Supermärkte verschwindet und alternative, umweltfreundliche Verpackungslösungen an ihre Stelle treten. Dafür möchte ich Vorreiterin und Innovationstreiberin sein, damit aus diesem Traum Wirklichkeit wird.

Ihr Tipp: Was würden Sie anderen Gründerinnen empfehlen?

Ich frage mich selbst immer noch ab und an, was ich da überhaupt mache, mit welchem Recht ich behaupte, das alles zu können und auch gut zu machen. Mittlerweile sind diese Zweifel nur noch leiser Widerhall in meinem Kopf, aber sie haben mich in der Vergangenheit oft gehemmt und gelähmt, mich fast zum Aufgeben gebracht. Wer diese Stimme kennt, der sage ich: Hör nicht auf (sie), mache weiter und überzeuge dich selbst davon, dass du es schaffen kannst. Wenn du Hilfe brauchst, dann suche sie dir, wenn du Pausen brauchst, dann nimm‘ sie dir – du hast immer Zeit, nichts läuft davon. Hör‘ nur nicht auf und sei am Ende stolz auf dich und die Veränderung, die du für dich dadurch herbeigeführt hast!

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Hier geht es direkt zur Homepage von WERTstoff: https://wertstoff.shop

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