Recht

Juristische Übersetzungen in einem globalisierten Markt

Aus der Redaktion

Unsere Welt wird immer globalisierter. Geschäfte und Auseinandersetzungen mit Personen aus anderen Ländern sind nicht selten. Bei länderübergreifenden Rechtstexten brauchen wir deshalb Übersetzer:innen, die die Inhalte in allen relevanten Sprachen verfügbar machen. Das Problem dabei ist, dass es nicht reicht einen einfachen Übersetzer einzustellen. Juristische Sprache hat spezielle Vorgaben und Fachbegriffe, die sich ohne Vorwissen nur umständlich übersetzen lassen.

Was sind juristische Übersetzungen und was macht sie so besonders? Worauf müssen wir achten, wenn wir sie übersetzen lassen wollen?

Was versteht man unter einer juristischen Übersetzung?

Eine juristische Übersetzung beschreibt die Übersetzung eines juristischen Textes von einer Ausgangssprache in eine Zielsprache. Da sie rechtsverbindlich sind und die Rechte vieler Länder sich unterscheiden, gibt es dabei besondere Ansprüche an Übersetzer:innen.

Was sind die Besonderheiten?

Zum einen verwendet ein juristischer Text Inhalte und Fachbegriffe des Rechtssystems eines Landes. Dadurch unterscheidet er sich bereits stark von dem normalen Sprachgebrauch, auch innerhalb der gleichen Sprache und Kultur.

Andererseits müssen wir aber auch beachten, dass sich das Rechtssystem und die Kultur aller Länder voneinander unterscheiden. Nur, weil jemand das deutsche Recht und seine Sprache kennt, heißt das nicht, dass er das Gefühl dafür hat, diese Inhalte auch für andere Länder verständlich zu übersetzen, ohne, dass Bedeutungen verloren gehen.

Zudem sind die juristischen Texte in der Regel rechtsverbindliche Dokumente. Aus diesem Grund brauchen Übersetzungen von Rechtstexten viel Zeit und eine hohe Sorgfalt.

Wofür braucht man juristische Übersetzungen?

Juristische Übersetzungen sind immer dann nötig, wenn ein Rechtsdokument von verschiedensprachigen Personen und Institutionen genutzt wird. Das betrifft heute eine Vielzahl an Dokumenten. Beispiele sind:

  • Identitätsdokumente
  • Angemeldete Patente
  • Rechtsprechungen
  • Zeugenaussagen
  • Einwanderungsdokumente
  • Prozessunterlagen
  • und viele mehr

Was muss ein*e gute*r Fachübersetzer:in mitbringen?

In Deutschland ist die Berufsbezeichnung „Übersetzer:in“ nicht geschützt. Wer möchte, kann sich ohne jegliche Ausbildung als Übersetzer:in bezeichnen. Wenn wir nach der Suche nach einer oder einem juristischen Übersetzer:in sind, müssen wir deshalb auf ein paar Dinge achten. Wenn wir das tun, ist es möglich professionelle juristische Übersetzungen online und offline zu finden.

Professionalität

Auch wenn der Berufsbegriff Übersetzer:in nicht geschützt ist, heißt es nicht, dass wir nicht auch Nachweise finden können, die beweisen, dass eine Person professionell arbeitet. Der Online-Auftritt, aber auch Zertifikate und andere Qualifikationen von Ausbildungsstätten für Übersetzer*innen, sind wichtig.

Sprachkenntnisse

Die Sprachkenntnisse beschreiben, wie gut eine Person die Sprache beherrscht. Für Übersetzer*innen gilt in der Regel, dass die besten Übersetzer:innen Muttersprachler:innen sind. So kennen Sie auch Inhalte wie Sprichwörter und andere Bedeutungen, die zwischen den Zeilen liegen. Ihre Texte hören sich für Leser*innen des übersetzten Textes natürlich an und keine Bedeutungsebenen gehen verloren.

Sprachwissen

Bei dem Sprachwissen geht es weniger darum, die Sprache zu verstehen und nutzen zu können, sondern eher in welcher Qualität wir es können. Auch innerhalb einer Sprache gibt es verschiedene Gruppen und Kulturen, die anders mit dem Vokabular und der Grammatik umgehen als ihre Mitmenschen.

Einen Text, der an Senior:innen gerichtet ist, würden Muttersprachler:innen automatisch anders formulieren als ein Text, der sich an Teenies richtet. Für die Übersetzer:innen bedeutet das, dass sie sich den Nuancen der Sprache und Wortwahl bewusst sein müssen. Business-Englisch klingt anders als Alltagsenglisch und Juristendeutsch anders als unsere Umgangssprache.

Fachsprachliche Kenntnisse und juristisches Wissen

Ein:e Fachübersetzer:in braucht zwei Wissensebenen. Schon für uns als Muttersprachler:innen kann es schwer sein, juristische Texte zu lesen, die Anwälten und Anwältinnen aufgrund ihrer Ausbildung keine Schwierigkeiten mehr bereiten. Deshalb reicht es nicht aus, wenn die übersetzende Person fließend zwei Sprachen beherrscht.

Auch das Wissen über juristische Begriffe in einer Sprache sind nicht ausreichen.  Die Person muss die Rechtsbegriffe und das Rechtsverständnis zwei verschiedener Kulturen kennen und mit dem Rechtsgeschehen beider Seiten up-to-date bleiben.

Professioneller Erfahrungsschatz

Es ist nicht so, dass junge Übersetzer:innen automatisch schlechter sind, als ihre erfahrenen Gegenstücke. Dennoch kommen mit einem größeren Erfahrungsschatz auch eine größere Routine und mehr Einblick in die Eigenheiten verschiedener Übersetzungen. Wer einen Text übersetzen lassen möchte, kann deshalb je nachdem, wie komplex der juristische Text scheint, genau nach dem Erfahrungsschatz suchen, der geeignet ist.

Fazit

Der Bedarf an juristischen Übersetzungen steigt in unserer globalisierten Welt. Dafür sind Fachübersetzer:innen mit besonderem Wissen notwendig. Sie müssen nicht nur zwei Sprachen fließend beherrschen. Auch die Inhalte und Begebenheiten zweier Kulturen und ihrer Rechtssysteme müssen der Person bekannt sein.

Da die Inhalte von juristischen Übersetzungen ebenso rechtsbindend sind, wie die Originaldokumente, muss bei der juristischen Übersetzung zusätzliche Sorgfalt geleistet werden. Es gibt viele Agenturen für Übersetzer:innen online, die professionelle juristische Übersetzer:innen anbieten. Wichtig ist, sich zuvor von ihrem Fachwissen zu überzeugen, bevor man eine Wahl trifft.

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