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Erzieher streiken – viele Kitas bleiben geschlossen

Viele Kitas in Deutschland könnten demnächst nicht nur für einzelne Tage, sondern über einen verlängerten Zeitraum schließen, denn die Gewerkschaft ver.di hat mit unbefristeten Streiks gedroht. Ihre Forderung: Erzieher und Erzieherinnen sollen deutlich mehr Gehalt bekommen.

Hintergrund des Streiks

Die Gewerkschaft fordert eine höhere Eingruppierung der bundesweit 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Laut einer Studie der Deutschen Kinderhilfe und des Wissens-und Informationsdienstleisters Wolters Kluwer vermisst das Kita-Personal eine angemessene Wertschätzung seiner Arbeit. Also ist nicht nur das Gehalt spielt eine Rolle, sondern auch die geringe Wertschätzung des Erzieherberufes.

Wer ist betroffen?

Betroffen sind bundesweit mehr als 220.000 kommunale Kita- und Jugendheim-Beschäftigte. Die Gewerkschaft ver.di plant Arbeitsniederlegungen unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern. Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen sowie Hessen, Thüringen, Sachen und Sachsen-Anhalt. Eltern, deren Kinder von den Kita-Schließungen betroffen sind, werden frühzeitig informiert, sodass Sie sich um eine alternative Betreuungshilfe bemühen können.

Was tun, wenn man betroffen ist?

Was macht man, wenn die Kita seines Kindes wegen diesem Streik schließt? Mit zur Arbeit nehmen? Das geht mit Sicherheit nicht überall. Viel mehr Möglichkeiten gibt es da wohl nicht, als zu Hause zu bleiben oder jemand anderen bitten, das Kind zu betreuen.

Wann hören die Streiks auf?

Bislang kann man auch noch nicht wirklich sagen, wie lange das Ganze dauern wird. Am Donnerstag, den 16.04.2015 verhandeln ver.di und die Arbeitgeber in der vierten Runde. Einen Abschluss erwartet ver.die von dieser Runde jedoch nicht.

Die allgemeine Situation

2013 arbeiteten 338.298 staatlich anerkannte Erzieher in Deutschland, davon waren 327.312 Frauen und 10.978 Männer.
Der Beruf des Erziehers ist also eher ein Frauenberuf. Allerdings steigt die Zahl der männlichen Erzieher stetig. Vor allem für Jungen ist eine männliche Bezugsperson wichtig. Allgemein wird die Betreuungssituation in deutschen Krippen und Kindergärten immer kritischer. In den Krippen, das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren, betreut ein Erzieher im bundesweitem Durchschnitt in Vollzeit 4,5 Kinder. Noch problematischer ist die Situation in Kindergärten, wo die Drei- bis Sechsjährigen betreut werden. Denn dort kümmert sich ein Erzieher im bundesweiten Schnitt um 9,1 Kinder. Aufgrund dieser Fakten ist durchaus nachvollziehbar, weshalb die Erzieher streiken.

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