Digitalisierung

Game-Changer Blockchain: Greta Gaumert sieht Trend am Anfang

Greta Gaumert ist seit Juni 2020 bei Exporo und verantwortet als Chief Risk Officer (CRO) & General Counsel die Bereiche Legal, Regulatory und Risikomanagement. Vor ihrem Wechsel zu Exporo war sie fünfeinhalb Jahre bei Aquila Capital tätig. Dort leitete sie zuletzt das Legal Team von Aquila Capital und war unter anderem ein Jahr Interims-COO des Madrider Standorts, wo Aquila Capital neben einer Niederlassung ihres regulierten AIFMs mit AQ Acentor und AQ Volta Projektentwicklungen im Real Estate und Renewable Bereich betreibt. Ihre Karriere startete sie im Jahr 2010 bei der internationalen Großkanzlei Taylor Wessing. Sie hat ihr Jurastudium in Passau, Madrid und Münster mit beiden juristischen Staatsexamina abgeschlossen.

Frau Gaumert, wie wird man Chief Risk Officer eines Unternehmens?

Game-Changer Blockchain: Greta Gaumert sieht Trend am Anfang

Greta Gaumert

Ich bin Mitte 2020 als General Counsel und Chief Risk Officer zu Exporo gekommen. Vor meinem Wechsel zu Exporo war ich fünfeinhalb Jahre bei Aquila Capital tätig. Dort leitete ich zuletzt das Legal Team von Aquila Capital und war unter anderem ein Jahr Interims-COO des Madrider Standorts. Meine Karriere startete ich im Jahr 2010 bei der internationalen Großkanzlei Taylor Wessing. Mein Jurastudium habe ich in Passau, Madrid und Münster mit beiden juristischen Staatsexamina abgeschlossen. Letztlich war bei mir also die Basis das Jurastudium und während meiner Karriere habe ich mich konstant weiterentwickelt und breiter aufgestellt. Außerdem halte ich Kontaktpflege und Nutzen von Netzwerken für sehr wichtig.

Exporo ist Marktführer für digitale Immobilieninvestments. Klingt nach großen Geschäften. Für wen ist Ihr Angebot interessant?




Wir bieten zwei Plattformen: Unsere neue Anlage-Plattform PROPVEST richtet sich an alle, die mit kleinen Beträgen in einen Immobilien-Sparplan anlegen oder selbstbestimmt in Bestandsimmobilien investieren wollen. Durch die Möglichkeit auch schon mit kleinen Beträgen in Bestandsimmobilien anzulegen, können Anleger:innen mit PROPVEST ihr Anlageportfolio breit in Immobilien streuen, um das Risiko ihres Portfolios weiter zu diversifizieren. Exporo Finanzierung hingegen richtet an erfahrenere Anleger:innen, die Risiko-affiner sind. Mit einem Investment in Exporo Finanzierung beteiligen sich Anleger:innen an einer Projektentwicklung im Immobilienbereich. Es ist also unser Ziel, digitale Immobilieninvestments für eine Vielzahl von Anleger:innen zugänglich zu machen, sodass eine diversifizierte Investition möglich ist.

Was reizt sie am Thema Blockchain & digitale Immobilieninvestments?

Mich reizt an dem Thema Blockchain und Digitalisierung der Finanzbranche im Allgemeinen, dass es ein Trend ist, der meines Erachtens gerade erst am Anfang steht und der die gesamte Branche beeinflussen und verändern wird. Neue Player kommen auf den Markt, bestehende und etablierte Player stellen sich um oder tun sich mit neuen Playern zusammen und so entsteht eine spannende Zeit des Umbruchs und der Innovation, vergleichbar vielleicht mit der Zeit, als das Internet aufkam.



Die Blockchain gilt als „Game-Changer“. Was sind aus ihrer Sicht die Vorteile der Technologie?

Die Blockchain verschlankt bestehende Prozesse und ersetzt Intermediäre. So sehe ich sehe zum Beispiel in unserem Fall in tokenisierten, Blockchain-basierten Wertpapieren die Zukunft von Immobilieninvestments. Durch die technologisch basierte Effizienzsteigerung kann beispielsweise eine signifikante Reduzierung der Mindestanlagesummen erreicht werden, was wiederum eine höhere Diversifizierung ermöglicht. Durch die Dezentralisierung und die damit verbundenen Kontrollmechanismen der Blockchain ist es möglich, auf digitale Weise Investments zu ermöglichen und diese zu managen.

Welche Aspekte finden Sie an der Digitalisierung des Finanzsektors spannend?

Die Digitalisierung des Finanzsektors ebnet meines Erachtens Wege für viele Neuerungen, revolutioniert Währung und Handel und hebt nationale Grenzen weiter auf. Als Juristin interessiert mich dieses Thema auch von einer rechtlichen Perspektive, weil auch hier ein Umdenken, bzw. ein “out-of-the-box”-Denken erforderlich ist. Bestehende Gesetze und Rechtsgrundsätze, gerade auch im Bereich des Wertpapierrechts, müssen anders interpretiert oder angepasst werden, um die neuen Entwicklungen sinnvoll abzubilden.

Nun arbeiten in diesen Bereichen üblicherweise nicht unbedingt viele Frauen. Wie sind Sie dazu gekommen?

Mich haben schon immer bestimmte Branchen und Wirtschaftsbereiche interessiert unabhängig von der Frage, ob in einer Branche mehr Frauen oder Männer tätig sind. Beispielsweise als Hamburgerin die Schifffahrtsbranche, die auch eher eine „Männerbranche“ ist. Vor meinem Wechsel zu Exporo war ich als Juristin in der „klassischen“ Finanzbranche tätig, habe mich aber auch in dieser Zeit bereits sehr für neue Trends in der Branche interessiert. Mit meiner Tätigkeit bei Exporo möchte ich dazu beitragen, Immobilieninvestments zu digitalisieren, demokratisieren und jedem zugänglich zu machen.

Was muss passieren, um eventuell mehr Frauen für Bereiche wie Blockchain zu begeistern?

Die Berührungsängste mit der neuen Technologie müssten abgebaut werden und die Anwendungsmöglichkeiten vermehren sich. Hier müssten Frauen auf ihrem Weg stärker unterstützt werden. Dies beginnt schon bei den Schulen und Hochschulen, die stärker auf die Digitalisierung eingestellt werden müssen. Dabei geht es nicht so sehr um einen W-LAN-Zugang, sondern vor allem um die Bildungsinhalte. Nicht alle Schüler:innen müssen gleich lernen, wie man programmiert. Gelernt werden müssen vielmehr der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien, denn diese eröffnen Chancen für neue, kreative Lösungen, für Wachstum, Wettbewerb und Innovation. Diese Fähigkeiten müssen junge Frauen rechtzeitig erlernen, um sie konsequent nutzen zu können.

Ein Tipp von Ihnen für Interessierte?

Keine Scheu vor neuen Wegen und Innovationen zu haben. Jeder fängt mal an sich in ein Thema einzuarbeiten. Es ist ein Lernprozess, den sich jeder – Männer wie Frauen – stellen muss. Man darf keine Angst zu haben, Fragen zu stellen. Zum Thema Blockchain konkret gibt es mittlerweile viele Podcasts, Blogbeiträge und auch Artikel in den etablierten Tageszeitungen – dies ist ein guter Anfang, um sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Vielen Dank!

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