Finanzen

Brexit-Auswirkungen: Amsterdam überholt London als Finanzstadt

Durch die Auswirkungen von Brexit hat die Stadt London als Finanzzentrum in Europa stark gelitten. Nun hat der Aktienmarkt in Amsterdam für Aufsehen gesorgt und London sogar überholt. Das berichtet die Website Euractiv.com. Von allen Städten innerhalb der EU hat Amsterdam den größten Fortschritt erzielt und konnte mehr als 9 Milliarden Euro beim Handel von EU-Aktien verzeichnen.

Drei niederländische Aktienmärkte übertrafen die Hauptstadt von Großbritannien im Januar als dort täglich 9,2 Milliarden Euro gehandelt wurden. In London betrug der Tageswert hingegen 8,6 Milliarden Euro.

Brexit zeigt Auswirkungen

Die Situation, die von Brexit ausgelöst wurde, hat auch anderen Städten in der EU einen Anschub verliehen. Städte wie Paris, Mailand, Dublin und Frankfurt konnten ebenfalls profitieren. Die Ergebnisse einer Umfrage deuteten darauf hin, dass viele Banker nur wenig von Frankfurt als Finanzstadt hielten und die Stadt eher als langweilig beschrieben. Vor allem Banker aus Großbritannien seien dieser Auffassung, schrieb die WirtschaftsWoche. In einer Rangliste wurde die Stadt am Rhein auf Platz 5 gestuft. Amsterdam lag dabei vor Frankfurt.

Im Artikel über die stattfindenden Veränderungen bei den Finanzstädten in Europa, zitierte Euractiv Stéphane Boujnah, CEO des Börsenbetreibers Euronext. Der Wandel sei erfolgt, weil Großbritannien keine regulatorische „Äquivalenz“ hätte, die es der Stadt erlauben würde, EU-Aktien zu handeln, heißt es dort.

Ein „unumkehrbarer“ Trend

„Das Besondere in Amsterdam ist die Zusammenlegung einiger Experten, die früher in London ansässig waren“, die aber bereits Büros in der niederländischen Hauptstadt hatten, erklärte Boujnah. „Der Trend ist unumkehrbar“, erklärte Boujnah. „Ich glaube nicht, dass wir im Laufe der Jahre eine Unternehmensstadt wie die City of London ersetzen werden. Denn was sich abzeichnet, ist ein sehr solides Netzwerk integrierter, vernetzter, verteilter Finanzplätze.“

Amsterdam kann sich auch in anderen Bereichen hervorheben

Die Tatsache, dass viele Menschen in Amsterdam Englisch sprechen sei ein weiterer Punkt, der für die Stadt spreche. Diese Kombination mache Amsterdam sehr attraktiv, so Boujnah. Des Weiteren sprechen günstige Steuerbedingungen für die Stadt der Tulpen und Kanäle.

Euronext gehört zu den wichtigsten Börsenbetreibern in den Niederlanden und ist nicht nur für die Börse in Amsterdam verantwortlich, sondern betreibt auch viele weitere Börsen in Europa, unter anderem in Dublin, Oslo und Brüssel.

Es war schon am Anfang klar, dass Brexit ein schwerer Schlag für das Finanzzentrum London sein würde. Trader spekulierten auf die Marktreaktion durch den Brexit auf Plattformen wie MetaTrader 4 und sahen die Veränderung voraus. Für viele war es also keine Überraschung als Amsterdam London im Tageswert überholte.

Wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Position Frankfurt in dieser Zeit nach dem Brexit als Finanzstadt in Europa einnimmt, bleibt abzuwarten.

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