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Bundesfrauenministerin Giffey: Konjunkturpaket setzt wichtige Impulse für die Gleichstellung

Die Corona-Krise stellt Frauen vor besonders große Herausforderungen: Viele von ihnen haben Einkommensverluste durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit. Arbeitende Mütter müssen ihre berufliche Tätigkeit im Homeoffice mit der Betreuung und dem Home-Schooling ihrer Kinder vereinbaren. Gerade Alleinerziehende – zu fast 90 Prozent Frauen – kommen an ihre Belastungsgrenze. Zudem sind viele Branchen, in denen mehrheitlich Frauen arbeiten, wie das Hotel- und Gaststättengewerbe, der Tourismus und Kulturbereich oder soziale Dienstleistungen besonders von der Krise betroffen.

Vor diesem Hintergrund hat sich Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey dafür stark gemacht, dass vom Konjunkturpaket der Bundesregierung gerade auch die Frauen profitieren: „Die Corona-Krise hat gezeigt: Frauen halten den Laden zusammen – ob es um die Kinderbetreuung, um die Pflege Angehöriger, um Home Schooling oder um die systemrelevanten Berufe geht. Daher ist es wichtig, dass die Milliardenhilfen auch den Frauen zugutekommen. Ich freue mich, dass zum Beispiel das Programm für Überbrückungshilfen besonders auf Branchen fokussiert ist, in denen überdurchschnittlich viele Frauen arbeiten. Zusammen mit den Milliarden-Investitionen in eine gute Kinderbetreuungsinfrastruktur wird hier auch ein wichtiger gleichstellungspolitischer Impuls gesetzt, der Vereinbarkeit, Erwerbstätigkeit und Unternehmertum von Frauen nachhaltig unterstützt“, so Franziska Giffey.

Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung hat zum Ziel, die Wirtschaft zu beleben, Arbeitsplätze zu sichern, Familien zu unterstützen, Vereinbarkeit zu ermöglichen und damit den Weg unseres Landes in eine stabile und moderne Zukunft zu bereiten. Die Maßnahmen sollen helfen, die Krise gut zu bewältigen und Impulse der Belebung zu setzen. Das Konjunkturpaket wird nach einem entsprechenden Beschluss des Bundeskabinetts in das parlamentarische Verfahren gehen.

Für Frauen sind die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die eigene Erwerbstätigkeit entscheidend. Vom Konjunkturprogramm profitieren Frauen daher in besonderer Weise: Die Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen kommen vor allem Branchen zugute, in denen überdurchschnittlich viele Frauen arbeiten: Gastgewerbe, Kunst, Unterhaltung, Erholung und Dienstleistungen – diese Branchen sind besonders von den Auswirkungen der Krise betroffen und haben viele Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt.

Das Konjunkturprogramm unterstütze nicht nur die Erwerbstätigkeit, sondern auch das Unternehmertum von Frauen

Der Frauenanteil im gesamten Mittelstand betrug 2019 54 Prozent, in Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sogar 59 Prozent. Mit einem Frauenanteil von 65,3 Prozent sind die Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe weiblich geprägt. In keinem anderen Wirtschaftszweig gibt es zudem mehr Unternehmerinnen als im Gastgewerbe.

Der Ausbau von Kinderbetreuung und Ganztagsbetreuung in der Grundschule ermöglicht es insbesondere Frauen, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Die Bundesregierung wird 1 Milliarde Euro zusätzlich in den Ausbau von Kitas und 2 Milliarden zusätzlich in den Ausbau von Ganztagsschulen und Ganztagsbetreuung investieren. Für viele Frauen sind verlässliche Kitas, Horte und Ganztagsschulen ausschlaggebend dafür, ob und mit wieviel Arbeitsstunden sie erwerbstätig sein können. Mit dieser Betreuungsinfrastruktur können Frauen ihre beruflichen Ziele verwirklichen und finanzielle Unabhängigkeit erreichen.

Nur so können die Lohnlücke und die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen langfristig geschlossen werden

Eine verlässliche Regelung für das Kurzarbeitergeld ist für Frauen besonders wichtig. Denn in den Bereichen, die am stärksten von Kurzarbeit betroffen sind, arbeiten viele Frauen: In Kunst, Unterhaltung und Erholung stellen sie die Hälfte derer, die Kurzarbeitergeld bekommen. Auch im Gastgewerbe sind 50 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit Frauen. Bei den sonstigen Dienstleistungen sind es sogar 70 Prozent Frauen, die Kurzarbeitergeld beziehen.Von der Stabilisierung und Unterstützung gemeinnütziger Organisationen profitieren insbesondere Frauen. Denn dort sind zu 75 Prozent Frauen beschäftigt – sei es in Sozialunternehmen, Einrichtungen der Jugendbildung oder Schullandheimen.

Das Kredit-Sonderprogramm der KfW sichert damit vor allem die Arbeitsplätze von Frauen. Die finanzielle Entlastung der Alleinerziehenden hilft vor allem Frauen. Denn Frauen machen den Großteil der Alleinerziehenden aus. 2018 waren rund 2,17 Millionen Mütter und 0,4 Millionen Väter alleinerziehend. Die Verdopplung des Entlastungsbetrags von 1.908 Euro auf 4.000 Euro in diesem und im nächsten Jahr federt den Betreuungsaufwand ab, der insbesondere Alleinerziehenden durch die Corona-Pandemie entstanden ist. Auch die Tatsache, dass der Kinderbonus nicht auf Unterhaltsleistungen angerechnet wird, unterstützt insbesondere Frauen finanziell.

Das Programm für den Kulturbereich ist gerade auch für Frauen relevant. Denn im Großteil der Kulturberufe sind mehr Frauen als Männer tätig. Die Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur und die Förderung von Einrichtungen und Projekten sind damit auch für sie eine Unterstützung. Das Zukunftsprogramm Krankenhäuser wird zur Aufwertung von sozialen Berufen beitragen. Eine bessere Ausstattung und bessere Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in den Krankenhäusern wird auch dazu führen, dass der Pflegeberuf attraktiver und damit weiter aufgewertet wird – auch hier arbeiten hauptsächlich Frauen. 2018 waren rund drei Viertel des Personals in Krankenhäusern Frauen.

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