Personal

Die Zukunft erfordert neue Fähigkeiten: Mitarbeitergesundheit nicht erst in Krisenzeiten im Blick haben

Von Christiane Bachl, Team Lead Coaches & Customer Success DACH bei Goodhabitz 

Das aktuelle Weltgeschehen sorgt für viel Verunsicherung und Ängste – auch am Arbeitsplatz. Viele Mitarbeitende fragen sich, wie sie unter diesen Umständen einfach weiterarbeiten sollen. Die psychische Gesundheit und die Sensibilisierung für Soft Skills ist unerlässlich, um resilienter den aktuellen und zukünftigen Krisen zu begegnen. Vor allem junge Arbeitnehmer*innen fordern, dass ihre Gesundheit auch Priorität für ihre Arbeitgeber*innen haben sollte.

Laut dem statistischen Bundesamt waren Arbeitnehmer*innen in 2019 durchschnittlich 10,9 Tage krank. Einen immer größeren Anteil haben dabei psychische Erkrankungen. Über die vergangenen 40 Jahre ist dieser Wert von 2 auf 16,6 Prozent angestiegen und die durch psychische Erkrankungen verursachten Krankheitstage haben sich in diesem Zeitraum verfünffacht (BKK Gesundheitsreport 2018). Die „Benchmarking Studie 2021. Wohlbefinden am Arbeitsplatz“, die gemeinsam von GoodHabitz, ein führender niederländischer E-learning-Anbieter, und dem eLearning Journal durchgeführt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass laut der befragten Unternehmen die psychische Gesundheit nach Stress zu den Hauptproblemen der Belegschaft gehört. Die weltweite Pandemie und der Krieg in Europa haben in diesem Kontext die Herausforderungen rund um das Wohlbefinden der Belegschaft weiter verschärft.  

Sieben Dimensionen des Wohlbefindens

Doch was für Maßnahmen können konkret ergriffen werden, wenn es um das Thema Wohlbefinden geht? Welche Dimensionen umfasst das Thema? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wurde in der globalen Benchmarking Studie sieben Dimensionen, die zum Gelingen beitragen, definiert. Dazu gehören: (1) Körperliches Wohlbefinden (psychische Leistungsfähigkeit), (2) Umweltbewusstes Wohlbefinden (Arbeitsumgebung, Nachhaltigkeit im Unternehmen), (3) Emotionales Wohlbefinden (Emotionen erkennen und effektiv steuern), (4) Geistiges Wohlbefinden (Überzeugung und Werte, die der Arbeit einen Sinn geben), (5) Intellektuelles Wohlbefinden (Fähigkeiten verbessern, neue Konzepte erlernen), (6) Berufliches Wohlbefinden (Arbeitsaufgaben, welche die Talente und Fähigkeiten der Mitarbeitenden fördern), (7) Soziales Wohlbefinden (positive Beziehungen, Gefühl der Zugehörigkeit).  

Die Ergebnisse zeigen, dass in der DACH-Region vor allem das körperliche Wohlbefinden mit Abstand einer der wichtigsten Faktoren mit 66,2 Prozent ist. Es folgen das berufliche und das soziale Wohlbefinden mit jeweils 51,6 Prozent, dicht gefolgt von dem umweltbewussten Wohlbefinden (51,3%). Das emotionale Wohlbefinden spielt im deutschsprachigen Raum mit 37,4 Prozent eine untergeordnete Rolle. Trotzdem bieten hierzulande nach eigenen Angaben 76,1 Prozent der befragten Unternehmen Maßnahmen bzw. Aktivitäten zum Thema “Wellbeing” für ihre Mitarbeiter*innen an oder verfügen über ein Gesundheitsmanagement. Die Thematik wird dabei vor allem als adäquates Werkzeug im Kampf um Fachkräfte und Talente gesehen. Mit 73 Prozent ist das Anbieten von Schulungsmaßnahmen zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz eine Maßnahme zur Stärkung der Mitarbeiterbindung und dient der Attraktivitätssteigerung des Unternehmens als Arbeitgeber. Aber auch andere Aspekte, wie die Stärkung der Produktivität der Mitarbeitenden (61,1 %), die Verringerung der Krankheitstage (60,2 %) oder die Förderung von Zusammenarbeit in Teams (56,1 %) werden jeweils von mehr als der Hälfte der Befragten als Argumente für ansprechende Schulungsmaßnahmen angegeben.   

eLearning und Wohlbefinden: ein Dream-Team

Wohlbefinden im Unternehmen ist kein Ziel, das man anstrebt, erreicht und dann von der To-Do-Liste streicht. Es handelt sich hier stattdessen um einen andauernden Prozess, bei dem immer wieder Veränderungen und Anpassungen nötig sind. Und das auf allen Ebenen: HR-Manager und Führungspersonen haben die Aufgabe, durch gezielte Maßnahmen eine Unternehmenskultur zu schaffen, die das mentale und körperliche Wohlbefinden in den Vordergrund stellt. Führungskräfte sollten sicherstellen, dass ihr Führungsstil den Anforderungen einer zunehmend dynamischen, digitalen und komplexen Arbeitswelt entspricht. Und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollten ihrer Gesundheit mehr Beachtung schenken, ihre Stärken erkennen und wertschätzen, und neue Fähigkeiten entwickeln. Auf diese Weise tragen alle Ebenen zu einer stärkeren und zufriedeneren Unternehmenskultur bei. Doch wie können Schulungen im Bereich des Wohlbefindens gelingen?  

Auf den ersten Blick mag „Wellbeing“ nicht unbedingt ein klassisches E-Learning-Thema  sein. In der Vergangenheit lagen beim digitalen Lernen regelmäßig Compliance, IT-Trainings und Produktschulungen an oberster Stelle, wobei über die letzten Jahre zunehmend auch Soft Skills an Bedeutung gewonnen haben.  

Wie Wellbeing-Schulungen gut online gelingen können, darüber haben sich die Lernexperten von GoodHabitz schon seit mehreren Jahren Gedanken gemacht. Ein sehr gutes Tool zur Steigerung der Zufriedenheit ist dabei das PERMA-Modell, das vom Psychologen Martin Seligman die Eigenschaften einer glücklichen und zufriedenen Person aufzeigt. Seligman identifiziert dabei fünf Aspekte, mit denen sich jeder auseinandersetzen sollte, um sich persönlich zu entfalten und dadurch Angst und Stress zu reduzieren: positive Gefühle, Engagement, Beziehungen, Bedeutung und Verwirklichung. Das Modell beschäftigt sich zwar vor allem mit dem individuellen Wohlbefinden, kann aber auch von Unternehmen eingesetzt werden, um ein positives berufliches Umfeld zu schaffen, das Wohlbefinden fördert, Belastbarkeit stärkt und Stress reduziert.  

Zu allen fünf Aspekten können konkrete Maßnahmen und Schulungen im Unternehmen angegangen werden, die hier kurz erläutert werden sollen:  

  1. Einen Rahmen für positive Gefühle schaffen: Durch positives Feedback, Wertschätzung und durch eine gute Work-Life-Balance kann den Mitarbeitenden positive Energie vermittelt werden. Konkrete Achtsamkeits-Kurse sowie Kommunikations-Tools zur Feedback-Kultur sind ein erster Schritt. 

  2. Individuelle Talente fördern: Sich zu entfalten und die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln fördern das Engagement und stärken das Selbstvertrauen sowie die Loyalität. 

  3. Positive Beziehung stärken: Besonders in der Arbeitswelt ist der Aufbau positiver zwischenmenschlicher Beziehungen wichtig, um ein Gefühl der Zugehörigkeit zu schaffen, die Stressbewältigung zu verbessern und die Produktivität zu steigern. Daher sollte es die Aufgabe eines jeden HR-Teams sein, Interaktionen zwischen Mitarbeitenden zu erleichtern und eine gesunde Feedback-Kultur zu fördern, zum Beispiel durch Teambuilding-Aktivitäten wie ein After-Work-Drink oder ein gemeinsames Workout.

  4. Teilen und einbinden: Wenn man weiß, dass die einzelnen Aktivitäten zu etwas Größerem beitragen, fühlt man sich motivierter und engagierter – ganz besonders am Arbeitsplatz. Eine klare und transparente Kommunikation über Unternehmensziele und Pläne ist dabei zielführend. Auf diese Weise werden Mitarbeiter*innen noch stärker involviert und können ihrer täglichen Arbeit eine tiefere Bedeutung zuschreiben.

  5. Werte und Ziele verknüpfen: Es gibt ein gutes Gefühl, seine Ziele zu erreichen. Doch wie hält man die Motivation während längerer Prozesse hoch? Mitarbeiter*innen sollten an das glauben können, was sie tun. Es ist die Aufgabe von Managern, das Potenzial ihrer Mitarbeitenden zu erkennen und wertzuschätzen. Und dann gemeinsam einen Karriereweg zu entwickeln, der mit den individuellen Werten und Zielen übereinstimmt. Das entwickeln von einem gemeinsam Aktionsplan kann hier helfen. 

In der eLearning Plattform von GoodHabitz sind über 150 Kurse zum Thema Soft Skills und Wohlbefinden enthalten, die schnell von überall und zu jederzeit von Mitarbeitenden durchgeführt werden können, ganz in ihrem Tempo und mit ihrem präferierten Methoden.  

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