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FidAR begrüßt Gesetzvorschlag für mehr gleichberechtigte Teilhabe in der Wirtschaft

Vor fünf Jahren verabschiedete der Deutsche Bundestag das „Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen“. Jetzt ist das erste Teilziel erreicht: Wo die Frauenquote gilt, sind mehr Frauen in Spitzenpositionen. Wo weiter auf freiwillige Einsicht gesetzt wurde, hat sich wenig bewegt. Der gemeinsame Gesetzesentwurf von Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht zur Ausweitung der Quote für die Aufsichtsräte und der Einführung eines Mindestbeteiligungsgebots für Vorstände ist nach Ansicht von FidAR folgerichtig. Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2020 fordert FidAR die Unternehmen auf, Gleichberechtigung endlich umzusetzen und nicht weiter auszusitzen.

„Der CEO der Bundesregierung ist eine Frau, in den DAX-Vorständen herrscht dagegen die Männerquote. Wie lange noch? Die Quote für Aufsichtsräte hat viel bewegt. Die Zahlen sprechen für sich. Doch die große Veränderung auf der Vorstandsebene blieb aus. Die Mahnungen sind verhallt. Die Antwort des Gesetzgebers ist konsequent: Mehr Druck auf die Vorstände, Ausweitung der Aufsichtsratsquote und Begründung für Frauenverweigerung bei den Zielgrößen. Das ist eine wirksame Mischung, damit wird kein Unternehmen überfordert“, erklärt FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow. „Es ist gut, dass die Ministerinnen hier weiterreichende Forderungen haben, als der Koalitionsvertrag vorsieht. Denn dass auch 2017 viele Unternehmen ohne Frauen im Vorstand für die nächsten fünf Jahre mit Zielgröße Null planten, war in den Koalitionsverhandlungen im ersten Quartal 2018 noch nicht bekannt.“

Frauenquote als Durchbruch für die Gleichberechtigung

Die geplanten Maßnahmen passen zu den von der Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission, Vera Jourová, vorgeschlagenen Initiativen zur Gleichstellung. Auch die bereits 2012 angedachte europaweite Frauenquote, nach der Unternehmen mindestens 40 Prozent der Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen sollen, bringt die EU-Kommission zurück auf die Agenda. „Mehr als die Hälfte der Gesellschaft sind Frauen. Das muss sich auch endlich in den Unternehmen widerspiegeln. Deutschland hat 2015 eine europaweite Regelung verhindert. Das kann sich Deutschland jetzt nicht mehr leisten. Auf Dauer Mittelmaß zu sein ist keine Alternative“, so Schulz-Strelow. „Bundesaußenminister Heiko Maas hat am 3. März völlig richtig gesagt, ‚Geschlechtergerechtigkeit ist ein Akt politischer und ökonomischer Vernunft‘.“

Nach dem aktuellen Women-on-Board-Index von FidAR stieg der Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen in den letzten fünf Jahren vor allem bei den aktuell 105 unter die Quote fallenden Unternehmen. Die nicht der Quote unterliegenden DAX-Unternehmen kommen dagegen nur auf einen durchschnittlichen Frauenanteil von 22,4 Prozent im Aufsichtsrat und 8,9 Prozent im Vorstand.

„Der Internationale Frauentag ist ein guter Anlass für eine kritische Bilanz. Mit der Frauenquote in den Aufsichtsräten kam der Durchbruch für die Gleichberechtigung in den Führungsetagen der Wirtschaft. Mit der flexiblen Quote wurden aber auch die Verweigerer offengelegt, die nicht mit Frauen planen wollen. Sie brauchen jetzt einen weiteren Motivationsschub des Gesetzgebers, damit das Planziel Null bald der Vergangenheit angehört, denn Unternehmen betonen heute verstärkt ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen“, betont Schulz-Strelow.

Über FidAR:
FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte e. V. ist eine überparteiliche und überregionale Initiative, die 2006 von Frauen in Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ins Leben gerufen wurde. FidAR strebt eine nachhaltige Erhöhung des Frauenanteils in den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen und die Verbesserung der Unternehmenskontrolle an. Ziel der Initiative ist die paritätische Besetzung aller Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft. FidAR verfolgt diese Ziele im engen Austausch mit Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und in Kooperation mit den relevanten Wirtschafts- und Frauenverbänden. FidAR ist aktives Mitglied im europäischen Netzwerk EWoB – European Women on Board (www.ewob-network.eu). Mehr Informationen zu FidAR im Internet unter www.fidar.de.

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